Vor dem letzten Spieltag vor der Winterpause trennt Aachen nur ein Punkt von den Abstiegsrängen. Zuletzt lief für die Alemannia ergebnistechnisch und in puncto Gesundheit des eigenen Personals nur wenig zusammen, was auch TSV-Trainer Mersad Selimbegovic zu schaffen macht: "Wir müssen wieder improvisieren. Das sind wir Woche für Woche gewohnt, immer umzustellen und zu basteln. Hoffentlich läuft es diese Woche besser", sagt der bosnische Übungsleiter auf der Pressekonferenz vor dem letzten Spiel des Jahres beim TSV Havelse.
Personalengpass in der Defensive
Vor allem in der Defensive drückt bei Aachen aktuell der Schuh, weswegen sich die Abwehrreihe nahezu von selbst aufstellt: "Es wird eine Viererkette mit Felix Meyer und Joel da Silva Kiala. Das sind die einzigen beiden, die fit sind", verrät Selimbegovic, die Umstrukturierung der Verteidigung nach der 0:3-Niederlage gegen Viktoria Köln. Fraglich sei zudem der Einsatz von Danilo Wiebe, der mit Adduktoren-Problemen zu kämpfen hat.
Keine Option sind die Langzeitverletzten Mika Hanraths, Lamar Yarbrough, Matti Wagner, Fabio Torsiello und Valmir Sulejmani sowie Lukas Scepanik (Infekt) und Marius Wegmann (Fieber), die den Hinrundenabschluss krank verpassen werden.
Seit vier Spielen ist die Alemannia sieglos und konnte am heimischen Tivoli erst zwei Heimsiege verzeichnen. Froh, dass nun ein Auswärtsspiel folgt, ist Selimbegovic aber nicht: "Genau das wollen wir eigentlich nicht, uns davor zu verstecken und wegzurennen. Es gibt keine Alternativen, als sich dagegenzustemmen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, um anders aufzutreten."
"Die Blockade bei den Spielern spürt man"
Die Formschwankungen der Alemannia sei an den Spielern nicht spurlos vorbeigegangen: "Als Trainer muss man auch etwas Psychologe sein. Die Blockade bei den Spielern spürt man", erklärt Selimbegovic, der jedoch von seinem Team fordert, "nicht den Kopf zu verlieren, auch wenn man in Rückstand gerät."
Ein Sieg beim TSV Havelse wäre aus Sicht des 43-Jährigen "natürlich brutal wichtig, um einen positiven Abschluss zu haben. Damit würden sich aber nicht alle Probleme lösen. Es steht noch viel harte Arbeit vor uns", verwies der Aachener Coach auf die wichtige Partie am Sonntagmittag (LIVE! bei kicker, 13.30 Uhr) beim Tabellenvorletzten, "der nichts zu verlieren hat und nur gewinnen kann."