Juventus Turin wehrte sich mit allen Mitten, am Ende hat es gegen Real Madrid aber nicht gereicht: Die Königlichen zogen durch ein Tor von Shootingstar Gonzalo Garcia ins Viertelfinale der FIFA Klub-WM 2025 ein und ließen die Alte Dame auf der Strecke. Für Real Madrid und dessen neuen Trainer Xabi Alonso geht es am Samstag gegen Borussia Dortmund weiter, für Juventus geht es nach Hause und in eine dreiwöchige Pause.
Die ist auch bitter nötig, wie Juve-Coach Igor Tudor im Anschluss an die knappe Niederlage klarmachte. Denn nicht nur kämpfte Juventus mit der Starpower des mächtigen Gegners, sondern auch mit der Hitze im über 30 Grad heißen Miami. "Die Bedingungen waren heute wirklich schwierig", sagte Tudor und berichtete von seinen Eindrücken am Spielfeldrand: "Zehn Spieler haben mich gebeten, ausgewechselt zu werden. Sie waren völlig erschöpft."
Tudor nennt die Spieler nicht namentlich, offensichtlich hatte aber jeder seiner Startelfspieler mit der Ausdauer und Power zu kämpfen. "Es gibt viele Faktoren, die da eine Rolle spielen", ging Tudor auf Ursachenforschung, "es ist das Ende einer langen Saison und es lag viel Stress auf den Spielern, der ihre Kräfte gekostet hat. Die Bedingungen, unter denen sie gespielt haben, waren wirklich hart. Auch die hohe Luftfeuchtigkeit. All das hat es viel schwerer gemacht. Und die Hitze, das war ein weiterer Faktor, der es zusätzlich erschwert hat."
Tudors Worte markierten das nächste Kapitel in der Diskussion, inwiefern das neue Weltturnier der FIFA sinnvoll terminiert und verortet ist. Schon während der Gruppenphase standen voll austrainierte Profis in der Mittagshitze von Miami, Charlotte oder New York kurz vor einem Hitzeschlag. Die letzten sieben Spiele des Turniers werden nun hoffentlich ohne weitere große Vorfälle rumgehen. Die Diskussion wird aber spätestens vor dem Start der WM 2026 in Mexiko, USA und Kanada von vorne beginnen.
Dass seine Spieler noch Nachwirkungen vom kräftezehrenden Turnier spüren werden, glaubt Tudor übrigens nicht. "Ich denke, es ist jetzt an der Zeit, sich auszuruhen", sagte er zwar, um aber hinzuzufügen: "Wir werden drei Wochen Pause haben, deshalb glaube ich nicht, dass uns die Klub-WM negativ beeinflussen wird. Aber ja: Wir müssen uns erholen, neu starten und stärker zurückkommen. Die Jungs haben wirklich alles gegeben, wir haben alle unsere besten Karten ausgespielt, aber leider hat es nicht gereicht."