Zwei Fälle, bei einem davon wurde ein Neunjähriger schwer verletzt: Der FC Hansa Rostock muss für das Abfackeln von Pyrotechnik tief in die Tasche greifen. Insgesamt wird der Drittligist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes mit 108.200 Euro zur Kasse gebeten.
Zunächst wurde das Urteil mit Blick auf das Drittliga-Derby zwischen Rostock und Cottbus (1:3) am 9. Spieltag gesprochen. Da verbrannte die Heimfans nach fünf Minuten Spielzeit so große Mengen Pyrotechnik, dass das Spiel für einige Minuten unterbrochen werden musste. Mindestens 145 Pyro-Vergehen werden dem FC Hansa zur Last gelegt, 75.250 Euro werden dafür fällig. Rostock kann nach Angaben des DFB davon bis zu 25.050 Euro für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden.
Zudem werden die Ostseestädter dafür belangt, dass es bei der Verabschiedung der alten Flutlichtmasten am 6. Spieltag nach der Partie gegen den TSV 1860 München (2:1) bei einer Pyro-Show zu einem Unfall kam, bei dem ein neunjähriger Junge schwere Verbrennungen erlitt. Die Stadt Rostock hatte danach schwere Vorwürfe gegen den Verein erhoben, der DFB legt nun nach.
Feuerwerk war nicht beantragt
Zwar war das durchgeführte Feuerwerk "behördlich genehmigt. Eine Befreiung vom Verbot des Einbringens und Abbrennens von Pyrotechnik durch die DFB-Kommission Prävention & Sicherheit & Fußballkultur wurde hingegen weder beantragt noch ist eine solche erfolgt", erklärte das DFB-Sportgericht in seiner Begründung für die Strafe von 32.950 Euro. Beide Urteile sind rechtskräftig.