Mit der Empfehlung von 20 Toren und acht Vorlagen war Justin Steinkötter im vergangenen Sommer zum TSV 1860 München gewechselt. Erzielt hat der 26-jährige Münsterländer diese im Dress des TSV Steinbach Haiger, also in der Regionalliga Südwest.
Eine Etage höher hat es seither noch nicht Klick gemacht. Ganze fünf Einsätze verzeichnete Steinkötter im bisherigen Rundenverlauf in der 3. Liga, kam nicht an der prominenten Konkurrenz in der Abteilung Attacke der Löwen vorbei.
Nun wurde sein Trainer im Rahmen der Wintervorbereitung deutlich, sagte dem Merkur angesichts von bislang nur 146 Einsatzminuten seines Schützlings: "Ich wünsche mir natürlich, dass Justin Steinkötter explodiert, dass da etwas kommt." Bei seinen bisherigen Drittliga-Stationen in Saarbrücken und Münster hatte der Angreifer bei 48 Drittliga-Einsätzen zumindest ab und an Knipser-Qualitäten bewiesen (fünf Tore). Im Löwen-Dress fehlen noch die Erfolgserlebnisse.
Das Bemühen will Markus Kauczinski seinem Schützling gar nicht absprechen, doch Theorie und Praxis seien eben zwei verschiedene Paar Stiefel. "Er hat in der 3. Liga noch keine Fußspuren hinterlassen", erklärte Kauczinski. Dabei würden sich die Trainingsleistungen auch im Spielbetrieb spiegeln: "Er hat in den Trainingseinheiten einfach nicht so überzeugt. In den Momenten, in denen man zeigen muss, dass man da ist."
Haugen und Niederlechner fallen aus
Die Gelegenheit wäre dabei aktuell günstig, denn mit Torjäger Sigurd Haugen (sieben Treffer, Pause wegen Kieferbruch) und Routinier Florian Niederlechner (2/muskuläre Probleme) fallen derzeit zwei Kandidaten aus. Steinkötter ist aktuell somit die Alternative zu Mittelstürmer Patrick Hobsch (5).
Kauczinski fordert stabilere Leistungen vom 26-Jährigen. "Das weiß er auch. Er arbeitet daran", so der 55-Jährige, der offen ließ, ob er Steinkötter zum Rückrundenstart gegen Rot-Weiss Essen (17. Januar) eine Chance gewähren wird. Immerhin war Steinkötter zum Jahresabschluss beim 0:2 gegen Verl nach längerer Zeit mal wieder zu einem Kurzeinsatz gekommen.
"Und in vier Wochen habe ich acht Stürmer"
Neue Konkurrenz in der Offensive hat Steinkötter indes offensichtlich nicht zu befürchten. Der Transfermarkt sei schließlich "kein Wunschkonzert". Kauczinski: "Wir pflücken uns hier einen Stürmer und hier einen Stürmer. Und in vier Wochen habe ich acht Stürmer."
Noch bleibt also etwas Zeit für Reservist Steinkötter, um sich auf Giesings Höhen doch noch in den Fokus zu spielen.