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Türkspor Dortmund: Plötzliche Trainer-Trennung und offene Fragen zur Zukunft

kicker

Nur einen Tag vor dem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld II erfolgte bei Türkspor Dortmund die personelle Zäsur - offiziell im Rahmen einer "Phase interner Neuausrichtung". Sportlich kam der Schritt überraschend. Türkspor hatte sieben der vergangenen neun Pflichtspiele gewonnen, im Westfalenpokal lebt die Chance auf einen DFB-Pokal-Startplatz. Bereits beim 1:1 am 17. Spieltag der Oberliga Westfalen in Bielefeld II wurde das Team vom Spielertrainer-Duo Aldin Kljajic und Hayrullah Alici betreut und zeigte sich stabil.

Die Ruhr Nachrichten hatten indes früh über die schwierigen Rahmenbedingungen beim ehemaligen Regionalligisten berichtet, unter anderem über finanzielle Herausforderungen. Gespräche des kicker mit Sportvorstand Ömer Kaya und dem freigestellten Trainer ergänzen dieses Bild und zeigen, dass sich mehrere Darstellungen teilweise unterscheiden, ohne sich grundsätzlich zu widersprechen.

Kaya berichtet, dass er erst nach zwei bis drei Wochen vollständige Einsicht in die Finanzunterlagen erhielt. In dieser Zeit kursierten unterschiedliche Angaben zu möglichen Außenständen. Konkrete Zahlen nennt Kaya nicht. Er betont aber: Die Rückstände seien "klein, machbar" und kurzfristig zu begleichen. Präsident Dr. Akin Kara, sonst zentrale Figur in finanziellen Fragen, ist aktuell aus gesundheitlichen Gründen nicht im Tagesgeschäft aktiv. Kaya spricht von einem "Übergangszustand", in dem Sponsorenbeziehungen und Abläufe neu geordnet würden.

Gemeinsame Lösung scheiterte

Borchmann äußert sich nicht zu allen Hintergründen der Trennung, bestätigt aber, dass das Trainerteam nach eigener Aussage dem Verein in der schwierigen Phase helfen wollte und verschiedene Lösungen anbot. Dazu gehörten laut Borchmann auch Überlegungen über finanzielle Anpassungen: "Wir wollten weitermachen und haben versucht, Lösungen anzubieten."

Vize-Vorsitzender Kaya berichtet, dass intern die Überlegung bestand, die Vorschläge "über mehrere Wochen" zu prüfen. Ob und wann diese Prüfung konkret begann, bleibt offen. Warum es letztlich nicht zu einer Einigung kam, ist nicht im Detail eindeutig. Offiziell sprach Türkspor von einer "einvernehmlichen Lösung".

Borchmann widersprach dieser Darstellung bereits gegenüber den Ruhr Nachrichten und konkretisiert gegenüber dem kicker: "Einvernehmlich bedeutet, dass beide Parteien den Vertrag beenden wollen. So war es aber nicht." Gleichzeitig betont er, dass die Gespräche "korrekt und respektvoll" verliefen.

Führt eine Spur zum ASC Dortmund?

Auf seinem Instagram-Kanal bedankte er sich noch mal ausdrücklich für die gemeinsamen Monate: "Die Zeit bei Türkspor Dortmund war viel mehr als nur Fußball." Obwohl der Abschied plötzlich gekommen sei, "würde ich alles genauso wieder machen". Er habe "unglaubliche Menschen kennengelernt", die "mich als Trainer wachsen lassen haben".

Nun bestätigte Borchmann, dass er nach vorn schaue und Optionen prüfe. Auch ein Wechsel innerhalb der Oberliga wäre eine Möglichkeit. Dass es sich dabei um den ASC Dortmund handeln könnte, bei dem Trainer Marco Stiepermann in seine letzte Saison geht, wollte Borchmann weder bestätigen noch dementieren.

Und Türkspor? Die zentrale Frage bleibt: Stabilisiert Türkspor seine Strukturen rechtzeitig - bevor diese erneut spürbaren Einfluss auf sportliche Entscheidungen nehmen? Kaya kündigt an, offene Verbindlichkeiten bald zu begleichen, Gespräche mit Sponsoren zu intensivieren und die sportliche Führung neu aufzustellen. Namen nennt er nicht. Die Zukunft bleibt spannend.