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"Wir haben die Schnauze voll": Aachen-Fans entladen Frust an eigenen Spielern

kicker

Eigentlich sollte der Jahresabschluss der Alemannia ein halbwegs versöhnlicher werden. Schließlich feierte der Verein seinen 125. Geburtstag, den die 1500 mitgereisten Fans vor dem Anpfiff der Partie beim Tabellenvorletzten, dem TSV Havelse, mit einer großen Choreo zelebrierten.

Kapitän Strujic findet deutliche Worte

90 Minuten später war niemand mehr in Feierlaune und der Frust saß tief: Aachen kam nur zu einem mageren 1:1, durch das die Alemannia unter den Strich rutschte und auf Abstiegsplatz 17 überwintert. "Wir haben die Schnauze voll"-Rufe sowie Pfiffe schallten aus dem Gästeblock, anschließend brach ein Streit zwischen den Anhängern und Spielern aus.

"Sie haben das völlige Recht, uns ihre Meinung zu sagen, aber es gibt Grenzen: Wir müssen uns weder beleidigen noch bewerfen lassen", sagte Kapitän Sasa Strujic. "Und es gibt keine Alternative, wir kommen nur zusammen aus dem Abstiegskampf."

Verschiedene Gründe ausschlaggebend

Im Laufe der Hinrunde führten einige Faktoren zu der ernüchternden Zwischenbilanz: Die durchgehende Verletzungsmisere stellt Aachen-Trainer Mersad Selimbegovic Woche für Woche vor eine neue Aufgabe. "Ohne Kontinuität gibt es auch keine Stabilität. Und ohne Stabilität gibt es keine kontinuierliche Entwicklung. Das ist ein Kreis", machte der Coach bereits vor dem Duell mit dem TSV deutlich. Am Sonntag fehlten dem Bosnier gleich zehn Spieler.

Hinzu kommt die anhaltende Schiedsrichter-Kritik, die jeden Spieltag aufs Neue entfacht wird. So auch in Hannover, wo Selimbegovic deutlich wurde: "Von Woche zu Woche das gleiche Lied. Ich bin müde davon, dass die Schiedsrichter immer wieder Fehler auf Kosten von Alemannia Aachen machen", schimpfte der 43-jährige Coach im Nachgang der Partie bei MagentaSport über den Unparteiischen, "weil wir wieder ein Abseitstor bekommen haben, das man eigentlich nicht übersehen kann."

Ganz bitter traf es Aachens besten Scorer Lars Gindorf (zwölf Tore und fünf Vorlagen), dessen beide Treffer wegen Abseits nicht anerkannt wurden.

Prompter Ausgleichstreffer am Ende zu wenig

In den Vorwochen wurde der Alemannia immer wieder angekreidet, sich von Rückständen zu sehr aus der Bahn werfen zu lassen. Am Sonntagnachmittag sorgte der ehemalige Bayern-Spieler Kwasi Okyere Wriedt jedoch für den postwendenden Ausgleichstreffer (87.), nachdem nur eine Minute zuvor Marko Ilic den TSV Havelse in Front gebracht hatte.

Dass es am Ende nicht für die drei Punkte gereicht hat, machte Selimbegovic auch an den äußerst schweren Platzverhältnissen im Eilenriedestadion in Hannover fest: "Fußballerisch war nicht viel möglich."

Am Montag wurden individuelle Trainingspläne an die Spieler verteilt, danach geht es in die kurze Winterpause. Bereits am 2. Januar kommt die Mannschaft wieder zusammen, ehe es direkt ins Trainingslager nach Belek in die Türkei geht. Mit eingeplant sind auch die Langzeitverletzten, wie Kapitän Mika Hanraths, der die gesamte Hinrunde verpasst hat.