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"Wir würden es machen": Aue steht nach 1860-Aus bereit

kicker

Rettung am Grünen Tisch? Nachdem der TSV 1860 München keine Lizenz erhalten hat, geht es darum, ob der TSV Havelse oder der FC Erzgebirge in der 3. Liga bleiben. Würden die Niedersachsen aufgrund ihres Stadionproblems verzichten, wäre Aue der nächste Nachrücker. Und von da gab es auf Nachfrage ein klares Ja.

Als am Mittwoch kurz vor 18 Uhr die Meldung aus München kam, dass die Löwen aus finanziellen Gründen den Gang in die Regionalliga antreten müssen, herrschte in Aue plötzlich reges Treiben. Die Telefondrähte glühten, auch mit Vereinsvertretern aus Havelse. "Wenn es die Möglichkeit geben sollte und Havelse würde verzichten, was ich persönlich nicht glaube, dann würden wir es machen. Wir würden den Platz von 1860 einnehmen", sagte FCE-Pressesprecher Lars Töffling. "Ganz klares Ja."

Doch er geht mit dem Szenario noch ganz vorsichtig um, wie alle anderen auch im Verein, denn der TSV Havelse hat das Vorrecht. Er ist in der Endabrechnung der Drittliga-Saison 2025/26 einen Platz und einen Punkt vor Aue gelandet. "Wir warten erst einmal ab, welche Signale aus Havelse kommen", so Töffling: "Wir haben die Lizenz für die neue Saison bekommen, die wirtschaftliche Voraussetzung ist gegeben. Daher würden wir es auch machen."

Interessant wäre dann, was mit den Spielern passiert, die jetzt schon bei den Veilchen für die Regionalliga-Saison unterschrieben haben - und nur für diese Liga. "Das wäre ein Präzedenzfall, das wäre echt interessant. Aber darüber haben wir uns logischerweise in der Kürze der Zeit noch keinen Kopf gemacht", so der Pressesprecher.

Leistungsträger wären gebunden

Sollte Aue in der 3. Liga bleiben, wären auch Leistungsträger wie Julian Guttau, Marvin Stefaniak oder Marcel Bär weiterhin an den Verein gebunden. Mit Mika Clausen (Verl) und Erik Majetschak (Regensburg) haben zwei Profis bereits bei anderen Drittligisten unterschrieben. "Ihre Verträge laufen am 30. Juni ohnehin aus, da gibt es keine Probleme", erklärte Töffling.

Für das Erzgebirge wäre das ein unerwartetes Geschenk. Die Saison verlief für die Veilchen vom 1. Spieltag an schief. Im Dezember wurde Sportchef Matthias Heidrich entlassen, im Januar nach der 1:3-Niederlage in Havelse Trainer Jens Härtel. Die Nachfolger Michael Tarnat und Christoph Dabrowski bewirkten nichts. Erst als die beiden wieder weg waren, stabilisierte sich Aue unter dem dritten Trainer Kvicha Shubitidze. Er verlor aus seinen sieben Spielen nur sein erstes in Regensburg (0:1). Zum Schluss lieferte Aue, da war es aber schon zu spät - bis jetzt.