Auf einen gemeinsamen Helden konnten sich die Fans von Drittligist Tavalera und dem haushohen Favoriten aus Madrid einigen: Kylian Mbappé. Die Freude der Heim-Anhänger war groß, dass der französische Superstar überraschend der Startformation angehörte. Und dann auch Spiellust versprühte.
Während der 90 Minuten zeigte sich Mbappé mal wieder unersättlich und war mit seinem Doppelpack maßgeblich am knappen 3:2-Auswärtserfolg Reals beteiligt. Mit seinen Pflichtspieltoren 57 und 58 für die Blancos im Jahr 2025 jagt der Weltmeister von 2018 jetzt Real-Ikone Cristiano Ronaldo. Dieser hatte es im Kalenderjahr 2013 auf insgesamt 59 Treffer gebracht.
Trifft Mbappé im letzten Spiel des Jahres am Samstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) zu Hause gegen Sevilla einmal, wäre der Rekord egalisiert. Bei einem Doppelpack hätte Real einen neuen Rekordhalter.
"Er war mit seinen Toren entscheidend", gab Xabi Alonso auf der Pressekonferenz nach dem wenig rühmlichen Erfolg zu: "Er hat immer diese Leichtigkeit, Tore zu schießen."
Eine Leichtigkeit, die dem Real-Spiel ansonsten in den vergangenen Wochen fehlt. Dass die Königlichen trotz prominenter Aufstellung zittern mussten, stärkt die Position Xabi Alonsos im Amt nicht wirklich. Spanische Medien verraten am Donnerstag übereinstimmend kein Geheimnis, dass der Trainerstuhl in Madrid weiter wackelt.
"Wenn man bei den Chancen nicht das 3:0 erzielt ..."
"So etwas passiert im Pokal", versuchte Xabi Alonso zu beschwichtigen: "Es ist uns passiert, ich habe aber auch schon gesehen, dass es anderen Mannschaften passiert ist." Tavalera habe sich nach dem Seitenwechsel "stark gesteigert".
In der ersten Hälfte hätte sein Team noch "alles gut unter Kontrolle gehabt, aber wenn man bei den Chancen, die man hat, nicht das 3:0 erzielt, bleibt das Spiel offen". Am Ende habe Real immerhin sein "Ziel erreicht".
„Wir dürfen nicht denken, dass nichts passieren kann, denn es kann immer etwas passieren.“ (Xabi Alonso)
Kritik an Rodrygo und dessen Ineffizienz wollte Xabi Alonso nicht unkommentiert stehen lassen: "Er hat einen wichtigen Beitrag geleistet, und wir brauchen andere Spieler, die ebenso effizient sind. Wir hatten Chancen."
Generell fehle es seinem Team gerade an "Kontinuität und Konstanz". Sein Appell: "Wir dürfen nicht denken, dass nichts passieren kann, denn es kann immer etwas passieren. Wir müssen reifer werden."
Dass der sonst so souveräne Xabi Alonso anschließend fälschlicherweise den vollen Fokus auf Mallorca ausrief, um sich Sekunden später auf Sevilla zu korrigieren, deuteten spanische Medien als "Zeichen". Voll in der Balance könne der ehemalige Leverkusen-Coach aber auch nicht sein.