Der FC Thun überrascht in dieser Saison alle Experten und steht an der Tabellenspitze der Super League. Dabei spielt Mittelfeld-Regisseur Leonardo Bertone eine Schlüsselrolle. Für Bertone war die Rückkehr in die Super League nach zwei Jahren in Belgien eine emotionale Angelegenheit.
Den Aufstieg mit Thun erlebte er bewusster als frühere Erfolge: "Nach dem definitiv feststehenden Aufstieg begleiteten mich ganz andere Gefühle als beim ersten Meistertitel mit YB. Damals war für mich alles neu. Als junger Spieler erlebte ich wilde Feierlichkeiten. Diesmal genoss ich die Emotionen bedeutend bewusster, fühlte, wie wir alle Leute, die in irgendeiner Form zu diesem Erfolg beigetragen haben, glücklich machen konnten, auch unsere treuen Fans", wird Bertone von nau.ch zitiert.
Der FC Thun profitiert auch davon, dass der Qualitätsunterschied zwischen Super League und Challenge League nicht mehr so gross ist wie früher. "Ich denke, der Unterschied zwischen der höchsten und der zweithöchsten Spielklasse ist nicht mehr so gross, wie er einmal war. Wir verstecken uns nicht vor der Konkurrenz, denn wie Figura zeigt, ist im Fussball immer alles möglich", sagt Bertone selbstbewusst.
Eine besondere Partie
Die etablierten Topteams wie YB, Basel und Lugano tun sich in dieser Saison schwer. Basel kriselt, YB hatte bereits eine Durststrecke und einen Trainerwechsel, Lugano fehlt die Konstanz. Der FC Thun nutzt diese Schwächephasen der Konkurrenz clever aus. Zwar musste man sich im Spitzenspiel gegen YB im Wankdorf geschlagen geben, doch über weite Strecken war Thun die bessere Mannschaft. Für Bertone, der viele Jahre für YB spielte, war es eine besondere Partie: "YB wird in meinem Herzen immer einen speziellen Platz einnehmen, denn ich erinnere mich gerne an die erfolgreiche Zeit zurück und habe dort auch immer noch viele gute Kollegen in der Mannschaft und der Klubleitung."