Da soll noch mal einer sagen, ein paar Grad mehr oder weniger würden keinen Unterschied machen: Am Sonntag noch war Rodeln die einzige sportliche Aktivität, die rund ums Heinz-Dettmer-Stadion möglich war. Aber als sich die Fußballer von BW Lohne am Montag zum Vorbereitungsstart trafen, schmolz die Schneemasse schon wieder dahin. Gut für BWL, denn der Drittletzte der Regionalliga Nord bereitet sich ausschließlich daheim auf den weiteren Abstiegskampf vor - ein Trainingslager ließ sich nicht realisieren.
Und so gehen die Blicke derzeit etwas häufiger als sonst auf die Wetter-App. Es gibt schließlich viel zu tun für Trainer Christian Neidhart und seine Mannschaft, die auch nach einem halben Jahr immer noch keine echte Geschlossenheit nach außen trägt. Neidhart bekräftigte unlängst: "Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken und positiv bleiben." Er betonte dabei auch, dass der Kader in Summe sein Vertrauen genieße.
Dennoch ist bekannt, dass sich BW Lohne noch nach Verstärkungen umschaut. Fürs defensive Mittelfeld hat der Verein im Winter Tom Kankowski (TuRa Harksheide) unter Vertrag genommen, der Regionalliga-Erfahrung aus seiner Zeit beim FC St. Pauli II und bei Teutonia Ottensen mitbringt. Demgegenüber stehen aktuell zwei Abgänge: Sandro Heskamp hat seine Karriere beendet, um sich stärker auf seine Rolle im Scouting von Bayer Leverkusen zu fokussieren. Und auch Bjarne Kasper war beim Trainingsauftakt nicht mehr dabei, er kehrt zum Bremer SV zurück. Unterdessen wurde Lohnes Trainerteam durch den neuen "Co-Trainer Analyse" Robin Döge (vorher SSV Jeddeloh II) verstärkt.
Ein Torjäger wird gesucht
Der Sportliche Leiter Luca Scheibel sagte kürzlich, dass man in der Winterpause nicht den ganzen Kader umkrempeln wolle. Für die Innenverteidigung und den Angriff hätte Lohne aber doch noch gerne neues Personal. Es fehlt ein echter Torjäger. Bester Torschütze ist Spielgestalter Pelle Hoppe mit fünf Treffern.
Hoppe ist einer der zehn Sommer-Neuzugänge, von denen allerdings keiner zu 100 Prozent einschlug. Gerade von den als "Königstransfers" gehandelten Ex-Profis Martin Kobylanski und Luca Zander hatten sich sowohl das BWL-Publikum als auch die Verantwortlichen mehr erhofft. Es ist derzeit noch offen, ob einer der vielen Neulinge den Klub im Winter schon wieder verlässt. Einigen Spielern wurde schon signalisiert, dass man an einer vorzeitigen Trennung interessiert ist.
Kein Geld für ein Trainingslager
Die Situation ist schwierig: Einerseits muss man für den Abstiegskampf an einem Strang ziehen, andererseits könnten noch Spieler gehen. Einerseits will man sich noch verstärken, andererseits sind die finanziellen Mittel begrenzt. "Was bezahlbar ist, muss der Verein entscheiden", sagt Neidhart, der schon vor ein paar Wochen einen Bedarf in der "Achse" erkannt hatte. Dass die Planungen für ein Trainingslager im wärmeren Ausland verworfen wurden, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass das Geld eher in Transfers fließen soll.
Die BWL-Verantwortlichen strahlen dennoch Optimismus aus. Die Zuversicht ist groß, dass schon im Nachholspiel am 14. Februar bei der FSV Schöningen der Sprung über den Strich gelingt. Vorher stehen aber noch viele Trainingseinheiten und fünf Testspiele an. Nach einem Leistungstest und einer Krafteinheit am Montag ging es am Mittwoch erstmals auf den Platz. Am Samstag (14:00 Uhr) ist der SV Rödinghausen zu einer ersten Standort-Bestimmung im Heinz-Dettmer-Stadion zu Gast. Bis dahin wird auch der letzte Schnee geschmolzen sein.