Den Härtetest im Hexenkessel von Zagreb haben Deutschlands Handballer mit Bravour bestanden. Nun will Trainer-Jubilar Alfred Gislason mit seinem Team in der Generalprobe zusätzlichen Schwung für die Medaillen-Mission bei der EM aufnehmen.» Warum Deutschland auf eine Mini-EM-Vorbereitung setzt» Von Mega-Form bis Krise: Die deutschen Nationalspieler im EM-Formcheck
Wintersturm "Elli" wirbelte die Rückreise der deutschen Handballer aus Zagreb gewaltig durcheinander, doch die gute Laune ließen sie sich nicht verderben. "Aus dem geplanten Mannschaftsabend ist damit eine Mannschaftsfahrt geworden", scherzte Teammanager Benjamin Chatton am Freitagabend, als das Team nach der Landung in Frankfurt kurzerhand in den Bus umgestiegen war.
"Um den morgigen Tag zur Regeneration zu nutzen, haben wir uns für die direkte Weiterfahrt per Bus entschieden", erklärte Chatton. Schon der Abflug aus Zagreb hatte sich verzögert, Hannover wäre wegen des Schneechaos im Norden Deutschlands erst am Samstagabend per Flugzeug erreichbar gewesen. Erst kurz vor Mitternacht erreichte die DHB-Auswahl ihr Ziel - und so mussten womöglich wieder ein paar Anekdoten von Jubilar Alfred Gislason die Warte- und Fahrzeit verkürzen.
Zu berichten hatte Gislason am Freitag von seinem 100. Länderspiel, dem 32:29-Erfolg gegen den WM-Zweiten Kroatien im Hexenkessel von Zagreb, tatsächlich allerhand Positives. Die starke Abwehr, das tollkühne Tempospiel und vor allem die famose Leistung von Torhüter David Späth - eine Woche vor Beginn der Medaillen-Mission bei der EM in Dänemark präsentierte sich das deutsche Team in Turnierform.
Gislason zufrieden
"Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir deutlich zu viele technische Fehler im Angriff gemacht haben", sagte Gislason. Dass der erste Sieg gegen die Kroaten in seiner inzwischen sechsjährigen Amtszeit (65 Siege, sieben Remis, 28 Niederlagen) ausgerechnet im Jubiläumsspiel gelingt, passte perfekt. "Schön", befand der Isländer kurz und knapp - und widmete sich direkt der Vorbereitung der EM-Generalprobe am Sonntag (18.05 Uhr bei ARD und Dyn). Beim Wiedersehen mit den Kroaten in Hannover soll das gute Gefühl vor den eigenen Fans schließlich unbedingt beflügelt werden.
Dann dürfte auch Andreas Wolff zum Einsatz kommen. Der Europameister von 2016 durfte am Donnerstag von der Bank aus zusehen, wie sein Torhüterkollege vor 15.200 Zuschauern mit 14 Paraden und einer ganz starken Schlussphase glänzte. "Aus einem Riesentalent ist ein Weltklassetorwart geworden", schwärmte Gislason am Freitag, wohlwissend, mit Wolff und Späth das beste Gespann aller EM-Starter in den eigenen Reihen zu haben.
"Ich freue mich riesig, dieses Weltklassepaar zu haben", so Gislason über seine beiden "extrem starken Torhüter", die in den zu erwartenden Krimi-Duellen in Dänemark den Unterschied ausmachen könnten. "Das Gute für uns: Sie sind unterschiedlich von der Veranlagung."
Späth genoss das Gefühl des bestandenen Stresstests vor gegnerischer Kulisse ("fühlt sich sehr, sehr gut an"), er richtete den Blick aber direkt auf Spiel Nummer zwei am Sonntag. "Es gibt immer Sachen, die man verbessern kann", sagte Späth. Auch wenn man "schon vieles richtig gut gemacht" habe, "dürfen diese Phasen nicht passieren, wo wir die Führung direkt am Anfang der zweiten Halbzeit hergeben. Da müssen wir hinschauen und dran arbeiten."
Gislason blickte optimistisch nach vorn. "Wir haben mehr Breite jetzt als oft zuvor, mehr Innenblockmöglichkeiten in der Abwehr - das hilft uns natürlich sehr", sagte er. Dies dürfte bereits am Sonntag, aber noch viel mehr in der kniffligen Vorrundengruppe A mit Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar) viel wert sein. Spätestens aber in der Hauptrunde, wo unter anderem Olympiasieger Dänemark und Titelverteidiger Frankreich warten dürften.
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