ACHTUNG: KOPIE FÜR EXTERNES MODUL
Vom Taschenmalheur seines Torjägers bekam Alfred Gislason nichts mit. Bestens ausgestattet mit einem Thermobecher saß der Bundestrainer längst auf seinem Stammplatz ganz vorn, als das letzte Gepäck im Teambus verstaut wurde. Die heiß geliebte Dartscheibe fand ebenso ihren Platz wie der aufgeplatzte Koffer von Renars Uscins. Mit an Bord war aber vor allem eine große Gier, als die DHB-Stars am Dienstag zu ihrer Medaillenmission nach Dänemark aufbrachen.
"Wir brauchen uns vor keinem zu verstecken und müssen vor niemandem Angst haben", sagte Marko Grgic dem SID, bevor er sich mit dem deutschen Team auf die rund sechsstündige Busreise begab, und sprach von einem "sehr positiven Gefühl. Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht."
Zwar bangt das deutsche Team vor dem EM-Auftakt gegen Österreich am Donnerstag (20.30 Uhr/ARD) um den Einsatz von Linkshänder Nils Lichtlein, der sich nach einer Trainingsverletzung am linken Fuß am Dienstagmorgen einer MRT-Untersuchung unterzog. Doch Teammanager Benjamin Chatton betonte anschließend: "Wir haben zwei Siege im Gepäck und eine gute, erfolgreiche Vorbereitung absolviert. Deswegen steigen wir mit einem Lächeln in den Bus." Die Mannschaft habe "Bock auf das Turnier. Definitiv." Erklärtes Ziel von Coach Gislason und seiner Mannschaft bei der Europameisterschaft ist trotz einer maximal schweren Auslosung das Halbfinale.
Die Ankunft der deutschen Delegation im Teamquartier in Silkeborg wurde am Dienstagnachmittag erwartet. Am frühen Abend stand noch eine Trainingseinheit auf dem Programm, um sich für das Auftaktspiel gegen Österreich am Donnerstag (20.30 Uhr/ARD) einzustimmen. Weitere Vorrundengegner sind Serbien (Samstag) und Spanien (Montag/beide 20.30 Uhr).
Österreich-Vorbereitung auf der Reise
Nach den beiden überzeugenden Auftritten in der Vorbereitung gegen Vizeweltmeister Kroatien (32:29, 33:27) kann das deutsche Team den Startschuss kaum erwarten. Gislason nutzte die Reise am Dienstag für den letzten Feinschliff. "Vorne im Bereich des Busses wird traditionell ein bisschen Video geschnitten und sich auf den nächsten Gegner vorbereitet", verriet Chatton.
Mit Österreich wartet direkt eine Art Angstgegner auf den Olympia-Zweiten. Kapitän Johannes Golla und seine Mitspieler taten sich in der jüngeren Vergangenheit gegen den ausgesprochen langsam spielenden Nachbarn aus dem Süden mehrfach schwer. In der EM-Qualifikation im vergangenen März war die DHB-Auswahl in Wien nicht über ein 26:26 hinausgekommen. Auch bei der vergangenen EM 2024 hatten die Österreicher, bei denen sieben Bundesligaprofis im Kader stehen, dem deutschen Team in der Hauptrunde ein Unentschieden (22:22) abgetrotzt.
"Österreich spielt absoluten Anti-Handball. Das möchte eigentlich keiner sehen. Es ist sehr unattraktiv, auch für uns Spieler", sagte Andreas Wolff. Der DHB-Torhüter kann der Spielweise des ersten Turniergegners nicht viel abgewinnen, er erwartet "keinen Handball-Leckerbissen. Aber wir müssen uns durchbeißen, unsere Qualität einbringen und aus der Defensive zu einfachen Toren kommen."
Dabei wird Lichtlein womöglich nicht helfen können. Die Mannschaftsärzte diagnostizierten eine Verletzung des linken Vorfußes. Ein Einsatz gegen Österreich ist ungewiss. "Das ist schade für Nils, der im zweiten Spiel gegen Kroatien erneut gezeigt hat, welche Impulse er uns geben kann", sagte Chatton. Ob mit Lichtlein oder ohne: Ein Sieg gegen Österreich ist am Donnerstag Pflicht.
mehr zur Handball-EM auf handball-world.news:» Das sind die Teilnehmer der Handball-EM 2026» Der Spielplan der EM 2026» Wo kann ich die EM 2026 im TV sehen?» Vier Hallen in drei Ländern: Das sind die EM-Spielorte» Diese Top-Stars fehlen bei der EM 2026» Absolute Weltklasse: Das sind die Stars der EM