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Von Mega-Form bis Krise: Die deutschen Nationalspieler im EM-Formcheck

kicker

David Späth (Tor, Rhein-Neckar Löwen)

Der 23-jährige Späth ist aktuell - was die absoluten Paraden angeht - der Siebenmeter-Killer schlechthin. Seine Quote von 29,33 Prozent ist ebenfalls sehr gut. Andreas Wolff etwa ist in dieser Bundesliga-Statistik noch etwas besser (30,16 Prozent). Auch bei der Gesamtquote aller Torwürfe liegt David Späth zwar hinter Wolff, muss sich mit seinen 30,09 Prozent aber keinesfalls verstecken. Das ist unter den Torhütern mit mindestens 100 Paraden der fünftbeste Wert der Liga.

Andreas Wolff (Tor, THW Kiel)

Die klare Nummer eins im deutschen Tor präsentierte sich in der Hinrunde in absoluter EM-Form: Nur Sergey Hernandez (SC Magdeburg) hat in der Handball-Bundesliga derzeit eine bessere Fangquote. Während der Spanier auf herausragende 32,5 Prozent kommt, steht Wolff bei ebenfalls starken 30,38 Prozent. Seine 19 Siebenmeter-Paraden werden nur von seinem DHB-Gespannpartner David Späth (22) überboten. Im letzten Topspiel glänzte der 34-jährige Weltklasse-Torhüter mit 15 Paraden (38 Prozent) und hatte maßgeblichen Anteil am THW-Punktgewinn gegen den SC Magdeburg.

Rune Dahmke (Linksaußen, THW Kiel)

Dahmke bekommt beim THW in der Liga etwas weniger Spielzeit als sein Konkurrent Magnus Landin: Während der Europameister von 2016 durchschnittlich 22:35 Minuten auf dem Feld steht (laut HBL-Dienstleister Kinexon), spielt der dänische Weltmeister und Olympiasieger pro Partie 28:53 Minuten. Die (Links-) Außen bekommen bei den Kielern nicht viele Würfe: Von seinen 27 Versuchen hat Rune Dahmke 19 verwandelt (70,37 Prozent). Er hat einen durchschnittlichen HPI (Handball Perfomance Index) von 66. Zum Vergleich: Die Top-Spieler in dieser Kategorie, August Pedersen und Emil Jakobsen, liegen bei 78.

Lukas Mertens (Linksaußen, SC Magdeburg)

Mertens konkurriert beim SCM nach dessen Wiedergenesung vor allem mit Matthias Musche um Spielzeit. Der EM-Fahrer hat in der Bundesliga die Nase vorn: Lukas Mertens bekommt pro Spiel von Trainer Bennet Wiegert durchschnittlich 39 Minuten. 51 Tore und eine Trefferquote von 75 Prozent stehen zu Buche. Mit seiner Ausbeute steht der 29-Jährige auf dem geteilten zwölften Platz der HBL-Linksaußen. Sein HPI liegt bei 74. Damit ist er geteilter Fünfter im Positions-Ranking.

Marko Grgic (Rückraum, SG Flensburg-Handewitt)

Grgic hat den Sprung vom ThSV Eisenach nach Flensburg auf beeindruckende Art und Weise gemeistert. Der 22-Jährige übernahm bei der SG direkt viel Verantwortung. Der Bundesliga-Torschützenkönig der Vorsaison steht derzeit bei 115 Treffern (6.) und einer Quote von 66,09 Prozent. Dazu kommen 40 Assists. Sein Durchschnitts-HPI von 82 ist ein weiteres Indiz für seine exzellente Debütsaison.

Tom Kiesler (Rückraum, VfL Gummersbach)

Kiesler ist einer von zwei Abwehrspezialisten im 18er-Kader von Alfred Gislason. In dieser Bundesliga-Saison hat der Gummersbacher bereits 17 Würfe geblockt. Nur Blaz Blagotinsek (21) und Lukas Laube (18) sind in dieser Kategorie besser. Mit seinen 13 Steals führt er sogar eine Statistik (gemeinsam mit Mathias Gidsel) an.

Julian Köster (Rückraum, VfL Gummersbach)

Der Kapitän des VfL ist nicht nur hinten, sondern auch vorn für Gislason eine wichtige Figur. Kösters durchschnittlicher HPI von 81 ist auf seiner linken Rückraum-Position der beste der Bundesliga (Grgic wird von der HBL als Mitte-Spieler geführt). Er ist bei den Gummersbachern eigentlich unentbehrlich, seine Einsatzzeit von 46:38 Minuten (pro Spiel) spricht für sich. 91 Tore (67,41 Prozent) und 69 Vorlagen kombiniert er mit nur 25 technischen Fehlern sowie elf Blocks und fünf Steals.

Matthes Langhoff (Rückraum, Füchse Berlin)

Langhoff ist wie Kiesler wohl vorrangig als Abwehrspezialist bei der EM dabei. Er gilt als einer der besten Eins-gegen-Eins-Verteidiger der Liga, wenn nicht sogar als der beste. Seine Zahlen sind nicht besonders auffällig (z.B. 72er HPI, vier Steals und sechs Blocks). Aber er hat in Abwesenheit von Lasse Andersson bei den Füchsen gerade offensiv mehr Verantwortung übernommen. 56 Tore (63,64 Prozent) und 33 Assists stehen insgesamt zu Buche. Anfang Dezember hat er gegen die TSV Hannover-Burgdorf mit zehn Treffern das Spiel seines Lebens gemacht.

Miro Schluroff (Rückraum, VfL Gummersbach)

Der 25-Jährige hat derzeit nicht die Form, mit der er sich im März 2025 sein Nationalmannschafts-Debüt verdiente. Schluroff steht in der Bundesliga im Schnitt 30:56 Minuten auf dem Parkett. Mit 79 Treffern ist er zwar drittbester Torschütze seines Teams, seine Wurfquote liegt aber nur bei 57,25 Prozent. 29 Tore hat er direkt vorbereitet. Mit einem HPI von 73 ist er aktuell weit von seinem Gummersbacher Kollegen Julian Köster entfernt.

Juri Knorr (Rückraum, Aalborg Handbold/DEN)

Knorr kommt in Dänemark immer besser zurecht. Mit 71 Treffern ist er Aalborgs zweitbester Liga-Torschütze. Dazu hat er 35 Vorlagen geliefert - der drittbeste Wert innerhalb seines Teams. In der Champions League hat Juri Knorr bislang 42 Mal getroffen. Der 25-Jährige teilt sich dort mit Mads Hoxer den dritten Platz im Team-Ranking. Zudem versucht Aalborg-Trainer Simon Dahl, Knorr auch in der Abwehr einzubauen.

Nils Lichtlein (Rückraum, Füchse Berlin)

Verletzungsbedingt war es bislang keine leichte Saison für Lichtlein. Doch wenn er fit ist, dann erhält er mehr Spielzeit als sein Konkurrent Tobias Gröndahl. In seinen elf Bundesliga-Einsätzen 2025/26 hat der deutsche Spielmacher 44 Tore erzielt (67,69 Prozent) und 23 weitere aufgelegt. Mit seinem 74er HPI liegt Nils Lichtlein knapp vor Teamkollege Gröndahl (73) und deutlich hinter Elias Ellefsen a Skipagötu (83) und Grgic (82).

Franz Semper (Rückraum, SC DHfK Leipzig)

Semper steckt mit Leipzig tief im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga. Viel lastet nach dem Abgang von Luca Witzke auf ihm. Das zeigen etwa die 143 Würfe, die er schon zu Buche stehen hat. Die Erfolgsquote ist mit 53,85 Prozent ziemlich bescheiden. 30 Assists stehen 29 technischen Fehlern gegenüber. Franz Semper hatte im ersten HBL-Halbjahr im Schnitt einen HPI von 72. Das ist meilenweit von Überflieger Mathias Gidsel (91) entfernt. Aber auch zum Liga-Zweiten auf der rechten Rückraum-Position, Omar Ingi Magnusson (83), ist der Abstand gewaltig.

Renars Uscins (Rückraum, TSV Hannover-Burgdorf)

Uscins läuft seiner phänomenalen Form aus dem Jahr 2024 hinterher. Der Olympia-Held wirkte in der Hinrunde überspielt. Zudem hatte er mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Mit seinem 70er HPI liegt Renars Uscins in diesem Ranking sogar noch hinter Semper. Er kam in 14 Bundesliga-Einsätzen auf 58 Tore - mit einer erschreckenden Wurfquote von 48,74 Prozent. 39 Treffer hat er vorbereitet, 33 technische Fehler sich geleistet.

Mathis Häseler (Rechtsaußen, VfL Gummersbach)

Für Häseler, einen der sechs U21-Weltmeister von 2023 im Kader, ist die Konkurrenz in Gummersbach groß. Nicht nur Lukas Blohme, sondern auch der etatmäßige Rückraumspieler Teitur Einarsson konkurriert mit ihm um Spielzeit. Immerhin: In diesem Trio ist Mathis Häseler die Nummer eins. Er spielt pro Partie im Schnitt 29:05 Minuten. Er kam auf 25 Treffer und eine Wurfquote von 75,76 Prozent.

Lukas Zerbe (Rechtsaußen, THW Kiel)

Zerbe ist in dieser Bundesliga-Saison bislang der zweitstärkste Rechtsaußen - wenn es nach dem HPI geht: Seine 75 werden (bei einer vergleichbaren Anzahl an Einsätzen) nur von Frederik Bo Andersen (76) übertroffen. DHB-Teamkollege Häseler steht übrigens bei 69. Lukas Zerbe ist auch der zweitbeste Spieler auf seiner Position, wenn es um die absolute Anzahl an Toren geht. Der Kieler war 79 Mal (78,22 Prozent) erfolgreich. Auch hier ist nur der Hamburger Bo Andersen (107) besser (hat aber mit 72,79 Prozent die schlechtere Quote).

Justus Fischer (Kreisläufer, TSV Hannover-Burgdorf)

Fischer ist bei den Hannoveranern, die in dieser Saison bislang hinter den Erwartungen zurückblieben, ein Lichtblick. Er mischt ganz oben mit, wenn es um die besten Kreisläufer der Handball-Bundesliga geht. Mit einem HPI von 84 liegt er auf Rang zwei - im Sandwich zweier Nationalmannschaftskollegen: hinter Jannik Kohlbacher (85) und vor Johannes Golla (83). Justus Fischer hat in 16 Einsätzen 68 Tore (78,16 Prozent) erzielt. Dazu nimmt er eine zentrale Rolle in der Abwehr der Niedersachsen ein. Die letzten drei Ligaspiele hatte der 22-Jährige verletzungsbedingt verpasst.

Johannes Golla (Kreisläufer, SG Flensburg-Handewitt)

Kapitän Golla deckt ebenfalls im Innenblock. In Flensburg konkurriert er mit dem dänischen Weltmeister und Olympiasieger Lukas Jörgensen um Spielzeit, ist aber die klare Nummer eins: Johannes Golla spielt in der Bundesliga im Schnitt 47:13 Minuten. Nach 19 Spielen kommt er auf 72 Treffer (81,82 Prozent). Von allen Kreisläufern in der HBL hat er die meisten Tore vorbereitet (20). Dazu kommen zehn Steals und zehn Blocks.

Jannik Kohlbacher (Kreisläufer, Rhein-Neckar Löwen)

Zehn Jahre nach dem sensationellen EM-Gold der "Bad Boys" befindet sich Kohlbacher in einer Mega-Form. Es spielt die vielleicht beste Saison seiner Karriere. Er hat nicht nur den besten HPI aller Kreisläufer, er ist auch der mit Abstand Torgefährlichste auf seiner Position: Jannik Kohlbacher hat schon 113 Treffer (84,33 Prozent) erzielt. Zur Einordnung: Der Zweitbeste (Golla) hat 41 Tore Rückstand. Kohlbacher ist positionsübergreifend der siebtbeste Torschütze der Liga. Wie wichtig der 30-Jährige für die Löwen ist, zeigt auch die Tatsache, dass er gefühlt immer so gut wie durchspielt (55:34 Minuten).

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