Rund zwei Monate nach dem Diebstahl der Meisterschale der Handball-Bundesliga aus der Geschäftsstelle von Meister Füchse Berlin hat die Polizei zwei Verdächtige gefasst. Die 41 und 62 Jahre alten Männer wurden am Dienstag nach "intensive Ermittlungen" und Durchsuchungen in Berlin und Brandenburg festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten.
Die Meisterschale fanden Polizisten bei den Durchsuchungen jedoch nicht, wie es hieß. Allerdings stellten die Beamten einen eingeschmolzenen Sterling-Silberbarren und einen Schmelzofen sicher. Es bestehe die Vermutung, dass die Trophäe eingeschmolzen worden sei, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin. "Das ist aber noch Gegenstand der Ermittlungen."
Hanning: "Unfassbar"
"Wir sind heute darüber informiert worden, dass die Schale wieder da ist - sie ist allerdings geschmolzen", bestätigte Bob Hanning, der anfügte: "Es ist nur noch ein Silberbarren. Die Tatverdächtigen wurden gefasst. Was dabei herausgekommen ist, ist unfassbar."
"Für die vermeintlichen Täter oder den vermeintlichen Täter war es eine Schale zu viel: Nach dem ersten Einbruch haben wir eine Kamera mit Sprachregelung installiert, wodurch wir der Polizei Material liefern konnten. Alle beteiligten Institutionen haben intensiv und erfolgreich daran gearbeitet - hierfür bedanke ich mich im Namen der Füchse Berlin sehr", so Hanning weiter.
HBL-Chef stellt neue Meisterschale in Aussicht
Die Anfang Juni gewonnene Meisterschale war im November aus den Räumen der Geschäftsstelle der Füchse Berlin am Gendarmenmarkt gestohlen worden. Liga-Chef Frank Bohmann hatte den Füchsen Berlin bereits eine neue Trophäe in Aussicht gestellt. "Wenn die Schale nicht gefunden werden sollte, werden wir schon dafür Sorge tragen, dass es am Ende dieser Saison eine neue Meisterschale geben wird. Es wird wieder eine Meisterschale geben - und die werden wir nicht aus Pappe ausschneiden", hatte Bohmann handball-world gesagt.» Hintergrund: Die Meisterschale der Handball-Bundesliga
Das fanden die Beamten bei den Durchsuchungen
Bei den Durchsuchungen in den Berliner Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg sowie in Brandenburg wurde laut den Angaben auch Gold - laut Füchse-Pressemeldung "im Wert eines niedrigen sechsstelligen Euro-Betrags" - sichergestellt, dazu 15.000 Euro Bargeld, ein eingeschmolzener Sterling-Silberbarren, ein Schmelzofen und weitere Beweismittel "im Umfang einer Lkw-Ladung", wie es von den Behörden hieß.
"Die noch andauernde Auswertung der zahlreichen Beweismittel deutet auf Verbindungen zu mehreren weiteren Einbruchstaten. Entsprechende Zuordnungen können erst durch weitere, noch andauernde Ermittlungen ermöglicht werden", erklärten die Füchse Berlin.
Während der ältere Verdächtige deutscher Staatsangehörigkeit inzwischen wieder auf freiem Fuß ist, kam der andere Mann in Untersuchungshaft. Der 41-jährige Deutsche sei bereits durch mehrere Einbruchsdiebstähle aufgefallen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. "Er wurde nunmehr der Justizvollzugsanstalt Moabit überstellt", so die Füchse Berlin.
Hanning: Profis am Werk
"Den Festnahmen der beiden Männer sowie mehreren Durchsuchungen in diesem Zusammenhang in Berlin und Brandenburg waren intensive Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin und des Fachkommissariats für Einbrüche der Polizeidirektion 5 (City) vorausgegangen", erklärten die Füchse in einer Pressemeldung.
"Die bis heute andauernden Durchsuchungen in Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Friedrichshain- Kreuzberg und Brandenburg führten zur Sicherstellung umfangreicher Beweismittel und Vermögenswerte. Auch in Mecklenburg-Vorpommern laufen noch polizeiliche Maßnahmen im Zusammenhang mit den beiden Tatverdächtigen", heißt es weiter.
"Die noch andauernde Auswertung der zahlreichen Beweismittel deutet auf Verbindungen zu mehreren weiteren Einbruchstaten. Entsprechende Zuordnungen können erst durch weitere, noch andauernde Ermittlungen ermöglicht werden", berichten die Füchse Berlin. Nach Einschätzung von Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning müssen Profis am Werk gewesen sein. Seiner Schilderung nach haben die Diebe einen Generalschlüssel genutzt.