Völlig unerwartet musste Alan Ibrahimagic bei der EM in die Rolle des DBB-Cheftrainers schlüpfen, nachdem Bundestrainer Alex Mumbru erkrankt war. Der Co- und Jugendtrainer passte sich der neuen Situation umgehend an, führte die deutschen Basketballer zum Turniersieg und erntete auch ganz persönlich jede Menge Lob von seinen Schützlingen.
"Ehrlich gesagt fiel mir die Umstellung sehr leicht", erklärte der 47-Jährige seine veränderte Rolle und gab sich dabei gewohnt bescheiden: "Aber das hatte auch wieder mit der Mannschaft zu tun, die so gefestigt war - plus, dass ich alle kenne, teilweise seit dem Kindesalter."
In den vergangenen 16 Jahren durchlief Ibrahimagic, der im ehemaligen Jugoslawien geboren wurde, als Trainer diverse Stationen im Jugendbereich - hauptsächlich bei Alba Berlin und der Nationalmannschaft. Dabei bekam er einen guten Eindruck davon, wie der jüngste Erfolg zustande kam.
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"Insgesamt ist in Basketball-Deutschland in den letzten zehn bis 15 Jahren sehr viel richtig gelaufen. Es dauert eben etwas länger, bis man die Ergebnisse sieht."
Als Beispiel für eine gute Entscheidung nannte Ibrahimagic die Einführung der Deutsch-Quote in BBL-Teams. Demnach muss jede Mannschaft mindestens sechs deutsche Staatsbürger auf seiner Gehaltsliste führen. "Das war ein extrem großer Schritt", machte er klar. Damals wurde zwar moniert, dass es so viele gute deutsche Spieler gar nicht gäbe. "Aber ich glaube, jetzt sollten auch alle Kritiker verstummt sein."
Weitere erfolgsversprechende Maßnahmen seien laut Ibrahimagic die Einführung der U16- und U19-Nachwuchs-Bundesligen und die verpflichtende Anstellung eines Jugendtrainers bei Bundesligisten gewesen. "Wie gesagt, es dauert seine Zeit. Aber es zeigt, dass es richtig war."
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