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Aufsteiger mischen BBL auf: Schlecht für die Konkurrenz, gut für die Liga

kicker

Gerade einmal drei Siege konnte die BG Göttingen in der vergangenen BBL-Saison einfahren. Gepaart mit einer Ausnahmeregelung, aufgrund derer es nur einen Absteiger geben sollte, waren die Würfel im Kampf und den Klassenerhalt bereits früh gefallen. Eine Neuauflage dieser Situation wird es in der neuen Saison wohl nicht geben. Nicht nur ist die Bundesliga mit 18 Teilnehmern inzwischen wieder vollzählig, die Neuankömmlinge aus der zweitklassigen Pro A haben zudem einen überragenden Einstand gefeiert.

Science City Jena holte aus seinen ersten vier Ligaspielen zwei Siege, verlor nur gegen den FC Bayern und Alba Berlin. Wettbewerbsübergreifend stehen sogar schon vier Siege zu Buche. Noch besser lief die Saison in Trier an. Die Moselstädter gewannen ihre ersten sechs Spiele am Stück, darunter ein famoser Sieg in der Hauptstadt. Es brauchte schon ein Rekordspiel vom Oldenburger Chris Clemons mit 52 Punkten, um der Serie ein Ende zu setzen.

Trier und Jena wollen sich in der BBL etablieren

Für den deutschen Basketball ist dieser Einstand, wenngleich man den ersten Monat generell nicht überbewerten sollte, durchaus ein gutes Zeichen. Trotz einer weitaus schlechteren Vermarktung in der Pro A sind immer mehr Standorte hierzulande in der Lage, Infrastrukturen auf nationalem Top-Niveau auf die Beine zu stellen. Auch der abermals angehobene Mindestetat, der inzwischen bei vier Millionen Euro liegt, schien für beide Mannschaften keine große Hürde darzustellen.

Beide Städte eint indes nicht nur der gemeinsame Aufstieg. Bei Trier und Jena handelt es sich um Standorte mit ambitionierten Zukunftsplänen. Selbstbewusst tönte es aus beiden Lagern, dass der Aufstieg gewiss keine Eintagsfliege gewesen sein soll, sondern man sich mittelfristig im deutschen Oberhaus etablieren möchte.

Dass die zwei Mannschaften sportlich bereits in diesem Maße konkurrenzfähig sein würden, überraschte dann aber doch etwas. Beide Vereine vermieden den großen Umbruch im Sommer und setzten stattdessen auf Kontinuität. Als Aufsteiger ist das zwar durchaus ein nahe liegendes Konzept, angesichts der finanziell doch großen Unterschiede beider Ligen ist ersteres jedoch eher von Tradition geprägt. "Es ist natürlich nochmal eine größere Nummer als beim Fußball", erklärte Trier-Coach Jacques Schneider dem WochenSpiegel den Unterschied zwischen Erst- und Zweitklassigkeit. "Wenn man überlegt, dass wir jetzt gegen Bayern München und damit auch gegen Welt- und Europameister spielen, dann ist das schon ein sehr großer Schritt. Das darf man einfach nicht unterschätzen."

Kontinuität als Schüssel für den starken Saisonstart?

In den Powerrankings des Landes, zugegeben auch in jenem von basketball-world.news, landeten Trier und Jena fast ausnahmslos auf den zwei letzten Plätzen. Dabei könnte sich die Kontinuität gerade als Vorteil erweisen. Während viele Bundesligisten ihr Kernteam jährlich austauschen müssen, konnten die Aufsteiger das bereits eingespielte Erfolgsteam der Vorsaison weitgehend beisammen halten.

Während Jena mit sechs Neuen in die Saison geht, sind es in Trier sogar nur drei Neuzugänge. Stattdessen konnte man den Vertrag mit Routinier Maik Zirbes verlängern. Auf dem Platz überzeugen die Aufsteiger in der Frühphase der neuen Saison mit disziplinierter Defense und überraschend gutem Shooting. Sowohl Jena als auch Trier trafen bislang mindestens zehn Dreier pro Spiel. Die 11,2 der Moselstädter sind sogar Bestwert in der BBL.

Ob man der Konkurrenz allerdings nur aufgrund des Kontinuitätsbonus voraus ist, wird sich spätestens dann zeigen, wenn auch all die anderen Bundesligisten ihren Rhythmus gefunden haben. Zwölf Siege, so kommunizieren es alle Seite regelmäßig, gelten als notwendig für den Verbleib in der BBL. In Trier kann man bereits einen Haken hinter das erste Drittel machen. Ein schlechtes Zeichen für die Konkurrenz, aber freilich ein gutes für die Liga.

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