Center mit Gala im vierten Viertel
NBA Playoffs: Alle Serien und Termine im Überblick
Karl-Anthony Towns und die Playoffs - das war viele Jahre keine Liebesbeziehung. Zunächst einmal war es eher eine Fernbeziehung, in seinen ersten sechs Jahren verpasste KAT sie mit Minnesota fünfmal, erst 2024 gelang überhaupt mal ein Serienerfolg, bevor Towns im Vorjahr mit den Wolves bis in die Conference Finals vorstieß, um dann prompt im Sommer nach New York getradet zu werden-
Towns selbst wusste dabei auch nur selten zu überzeugen. Der Big Man war stets ein Foulmagnet, sammelte unnötige Turnover und nicht wenige raunten, dass Towns womöglich der Superstar mit dem niedrigsten Basketball-IQ sei, weil ihm schlichtweg das Gefühl für gewisse Situationen abging.
In seinem ersten Jahr mit den Knicks spielt Towns womöglich seine bisher besten Playoffs, was bisweilen fehlt, ist aber die Konstanz an beiden Enden des Feldes. Und auch Spiel 3 sah lange wie ein klassischer KAT-Stinker in der Postseason aus. Der Center hatte Foulprobleme, erzielte in den ersten drei Vierteln nur magere vier Pünktchen und New York lief Gefahr, mit 0-3 in der Serie gegen die Pacers in Rückstand zu geraten. Ein Loch, aus dem sich in der Geschichte der NBA noch kein Team herausgebuddelt hat.
Towns bringt Knicks im Alleingang zurück
Mit bis zu 20 Punkten lagen die Knicks hinten, nach 36 Minuten waren es immer noch zehn, doch Star-Guard Jalen Brunson, der die einzige verlässliche Option in dieser Serie war, saß mit vier Fouls auf der Bank. Towns stand dagegen trotz seiner vier Fouls auf dem Feld und wurde so dringend gebraucht wie womöglich noch nie.
Und Towns lieferte. 20 Punkte erzielte der 29-Jährige in den ersten sieben Minuten des Viertels und rettete so (vorerst) die Saison der Knicks. "Meine Mitspieler haben mich in gute Positionen gebracht und ich wollte das ausnutzen", gab sich Towns bescheiden. Ein schneller Dreier läutete seinen Lauf, es folgten drei entschlossene Drives, ein weiterer Dreier, ein Dunk nach einem Cut mit Foul sowie weitere Freiwürfe und ein abschließender Dreier. Aus 70:80 wurde ein 94:80, Towns erzielte in dieser Zeit 20 der 24 Knicks-Punkte.
"KAT ist ein toller Scorer und solange er aggressiv bleibt, ist das großartig für uns", lobte Coach Tom Thibodeau, der auch Kritik am Center wegwischte. "Jeder hat Stärken und Schwächen. Es geht darum clever zu spielen, seine Stärken zu nutzen und die Schwächen zu kaschieren." In Spiel 3 gelang genau das - zumindest für knapp acht Minuten.
Am Ende übernimmt wieder Brunson
Danach nämlich nahm Towns nur noch einen Wurf und es war wieder die Show von Brunson. Der Clutch Player of the Year markierte eine Minute vor Schluss die entscheidenden Knicks-Punkte und blieb wie Josh Hart von der Freiwurflinie eiskalt. New York hat wieder Hoffnung, auch weil es bislang noch keinem Heimteam gelungen ist, ein Spiel zu gewinnen.
Mit dem Mute der Verzweiflung und vielen Widerständen sind die Knicks zumindest noch in der Verlosung, vor allem dank Towns. "Es sah wirklich nicht gut für uns aus, doch ich wollte einfach alles in die Waagschale werfen, damit wir dieses Spiel noch gewinnen konnten", versicherte der Center.
Nun gilt für die Knicks, für Towns, dies zu konservieren. Denn das ist es, was echte Spitzenteams und Superstars auszeichnet. Konstanz in ihrem Spiel, hier haben sowohl das Team als auch Towns noch Nachholbedarf.