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Basketball-Boom mit Haken? Seifert: "BBL muss ihre eigene Identität finden"

kicker

Dass das NBA-Spiel in Berlin enorme Aufmerksamkeit erzeugt hat, überrascht Seifert nicht. Der Effekt sei unmittelbar spürbar gewesen, vor allem medial: "Das sieht man schon an dem Medienaufkommen hier in den letzten Tagen in der Berichterstattung. Wenn die stärkste Liga der Welt in die Stadt kommt, dann ist halt was los."

Für ihn ist klar: Solche Events wirken über den Austragungsort hinaus. "Das wird Fans ansprechen, nicht nur in Berlin, sondern auch außerhalb. Insofern ist das ein tolles Event, aber auch eine tolle Initiative der NBA."

NBA Europe: "Klingt erstmal gut - aber…"

Grundsätzlich zeigt sich Seifert offen für neue Wettbewerbe, auch für eine mögliche NBA Europe. Euphorie vermeidet er jedoch bewusst: "NBA Europe klingt erstmal gut, muss man sich dann ziemlich genau angucken, was dann drin ist, weil die ganz großen NBA-Stars spielen halt dann immer noch in den USA."

Basketball in Europa sei zwar klar im Aufwind, sichtbar etwa an der steigenden Zahl europäischer NBA-Spieler und an starken Klubprogrammen. Doch bis eine wirklich konkurrenzfähige NBA Europe entstehen könne, brauche es deutlich mehr als große Städtenamen und klangvolle Logos.

Die Pläne der weltweit größten Basketball-Liga, sich mit Europa zu beschäftigen, hält Seifert dennoch für logisch: "Dass die NBA darüber nachdenkt, als eine der populärsten Sportarten der Welt und als die stärkste Liga dieser Sportart, kann ich total nachvollziehen."

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BBL im Spannungsfeld

Besonders deutlich wird Seifert bei der Frage nach möglichen Folgen für die Bundesliga. Wachstum des Basketballs sei nicht automatisch gleichbedeutend mit Wachstum der BBL: "Nicht alles, was dem Sport hilft, hilft auch der Liga." Grund dafür sei die heterogene Zuschauerschaft. Anders als beispielsweise im Handball oder Fußball hätten Fans der NBA, BBL und EuroLeague teils nur eine geringe Schnittmenge.

"Handball ist nach Fußball einfach die zweitstärkste Ligasportart. Das merkt man übrigens auch, wenn man sich die Einschaltquoten von Länderspielen anschaut. Da ist Handball immer noch ein gutes Stück weiter vorn."

Trotz aller Konkurrenz sieht Seifert die Bundesliga nicht auf dem falschen Weg: "Die BBL ist insofern auf dem richtigen Weg, dass sie sich erstmal klare Wachstums- und Entwicklungsziele steckt", spielte der Funktionär auf die Triple-Double-Strategie an, im Zuge derer sich die Liga bis 2032 in mehreren Kerngrößen verdoppeln will.

Zur Halbzeit des sechs Jahre andauernden TV-Vertrages zwischen Dyn und der BBL sieht Seifert allerdings auch noch ungenutzte Potenziale: "Es braucht die Überzeugung der Klubs, diese Schritte weiterzugehen. (...) Klar ist auch, dass es hier und da infrastrukturelle Herausforderungen gibt. Die Hallen werden älter und müssen renoviert werden. Man wird sehen, welche Entscheidungen Städte und Kommunen treffen."

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