Fehlercode: %{errorCode}

Neue Superstars? Diese Breakout-Kandidaten könnten die Liga verändern

kicker

Reed Sheppard (Guard, Houston Rockets)

Der Nr.3-Pick von 2024 hat ein kompliziertes erstes Jahr hinter sich. In der vollen Rockets-Rotation fielen nicht viele Minuten für ihn ab, lediglich 12,6 Minuten pro Spiel bekam Sheppard über 52 Einsätze. Gerade defensiv sah Coach Ime Udoka ihn noch nicht auf dem gewünschten Niveau, weshalb Sheppard einige Zeit in der G-League verbrachte.

Die Offseason zeigte jedoch, welchen Stellenwert der 21-Jährige in Houston hat. In den Trade-Gesprächen wegen Kevin Durant war er kein Thema, durch den tatsächlichen Trade wurde dann gewissermaßen Platz für ihn im Backcourt freigeräumt, Jalen Green hatte vergangene Saison immerhin 32,9 Minuten pro Partie abgerissen und wurde positionell nicht ersetzt.

Die Rockets zählen nun auf Sheppard, der wohl als erster Guard von der Bank kommen wird und dem Team sowohl als Playmaker als auch mit seinem Shooting helfen soll. Im Prinzip sollte die Situation gut zu seinem Skillset passen: Aufmerksamkeit ziehen in Houston andere.

Wichtig wird sein, dass er körperlich ein wenig zugelegt hat und dass sein Wurf, der vergangene Saison nicht konstant fiel (33,8%), sich dem Niveau seiner College-Zeit annähert (52,1%!), wo er von einigen Optimisten sogar mal mit Steve Nash verglichen wurde.

Payton Pritchard (Guard, Boston Celtics)

Als amtierender Sixth Man lässt sich dafür argumentieren, dass Pritchard seinen Durchbruch bereits gefeiert hat. Es besteht aber absolut die Chance, dass das Ende der Fahnenstange für den 27-Jährigen noch nicht erreicht ist, der nach dem Aderlass in Boston in der kommenden Saison erstmals in seiner Karriere zum Starter werden soll.

Die Celtics brauchen Scoring. Pritchard spielt das in die Karten: "FastPP" erzielte vergangene Saison auf 100 Ballbesitze gerechnet überaus effiziente 25,3 Punkte, hat seinen exzellenten Wurf, aber auch ein unterschütztes Creation Game im Arsenal, traf vergangene Saison unglaubliche 64% seiner Zweier und erarbeitete sich einen großen Teil seiner Abschlüsse am Ring und aus der Floater-Range selbst.

Es muss sich zeigen, wie stabil diese Werte bleiben, wenn Pritchard mehr defensive Aufmerksamkeit auf sich zieht und mehr gegen die Starter spielen muss. Es scheint aber nicht vermessen, ihm einen Sprung zum 20-Punkte-Scorer zuzutrauen.

Scoot Henderson (Guard, Portland Trail Blazers)

In gewisser Weise ist der Nr.3-Pick von 2023 angezählt: Er muss so langsam liefern, zumal der Spieler, den er vor zwei Jahren eigentlich beerben sollte, nun auch wieder in Portland gelandet ist, allerdings erst 26/27 wieder spielen wird. Andererseits hat Henderson nun wohl auch tatsächlich alle Tools an seiner Seite, um den Durchbruch zu schaffen.

Damian Lillard kann in offensiver Hinsicht ein Mentor für den 21-Jährigen sein, diesem insbesondere in Sachen Pick&Roll-Navigation weiterhelfen. Mit Jrue Holiday beschäftigt Portland nun überdies einen der besten Defensiv-Guards der Geschichte - und an der Seitenlinie steht in Chauncey Billups ein weiterer Hall-of-Famer. Die Infrastruktur passt.

Henderson machte im vergangenen Jahr signifikante Fortschritte, gerade die Monate Januar und Februar machten Hoffnung. Unter 30 Point Guards mit wenigstens 1.000 Minuten und einer überdurchschnittlichen Usage war er dennoch der 29. bei der Turnover-Rate, nur von Russell Westbrook übertroffen. Henderson hat großes Talent, muss dies nun aber konstanter zeigen.

Cam Thomas (Guard/Wing, Brooklyn Nets)

Die Offseason lief nicht nach dem Geschmack von Thomas, der als Restricted Free Agent gern üppig bezahlt worden wäre und nun stattdessen das Qualifying Offer unterschreiben "musste". Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Ruf eines Gunners mit Scheuklappen den 23-Jährigen weiterhin verfolgt und nicht wenige seine Zahlen als "leere Kalorien" ansehen.

Das ist alles verständlich, aber tatsächlich zeigte Thomas vergangene Saison eigentlich Schritte in die richtige Richtung. Er bleibt in erster Linie ein dynamischer Scorer, der am liebsten wirft, aber er kann durchaus passen - seine Assist:Usage-Rate begab sich 24/25 erstmals auf ein akzeptables Niveau, identisch mit dem von Anthony Edwards, um ein Beispiel zu nennen.

Thomas ist nicht Edwards, natürlich. Dennoch wäre sein Ruf vielleicht schon ein anderer, wenn seine Spielzeit nicht nach 25 Spielen verletzungsbedingt beendet gewesen wäre. Bleibt er gesund (und extra-motiviert durch den fehlenden Zahltag), folgt im kommenden Jahr vielleicht endgültig der Durchbruch.

Benn Mathurin (Wing, Indiana Pacers)

Ohne Tyrese Haliburton und Myles Turner wird sich in Indiana zwangsläufig einiges ändern. Sehr hilfreich wäre es, wenn die Playoff-Version von Andrew Nembhard nun auch mal in der Regular Season ankommt, die wichtigste Personalie ist kurzfristig aber wohl Mathurin, zumal Rick Carlisle bereits verkündet hat, dass der Kanadier kommende Saison starten wird.

Mathurin verfügt über wertvolle Fähigkeiten: Seit seinem Rookie-Jahr zieht er auf hohem Niveau Freiwürfe, ist ein starker Athlet mit Gardemaß, kann immer mal wieder heiß laufen - und er hat den Pacers auch in den Playoffs bereits mit einigen seiner Explosionen Spiele gewonnen. Er muss jedoch konstanter werden, gerade beim Wurf, zudem bessere Entscheidungen treffen.

Den Zahlen zufolge ist Mathurin über drei Jahre ein fast identischer Spieler geblieben. Die kommende Saison bietet ihm die bestmögliche Gelegenheit, um zu zeigen, dass doch noch etwas mehr in ihm steckt als eine nicht immer verlässliche Mikrowelle.

Brandon Miller (Wing, Charlotte Hornets)

Jahr zwei hatte für Miller etwas von einem verlorenen Jahr: Mitte Januar war seine Spielzeit bereits beendet, schon von den vorherigen 27 Einsätzen fanden bloß 20 an der Seite von LaMelo Ball statt, mit dem er in Charlotte gemeinsam das Fundament der Zukunft stellen soll. Im Vergleich zu seinem Rookie-Jahr warf und scorte Miller zwar mehr, die Effizienz jedoch ging in allen wichtigen Kategorien in den Keller.

Dieser Trend muss korrigiert werden. Bleibt Miller fit, hat er fraglos das Zeug dazu: Eigentlich hat der 22-Jährige ein gutes Spielgefühl, einen starken Wurf, auch defensiv zumindest gute Anlagen. Was ihn vor seiner Verletzung bisher noch zurückhielt, waren ein wirklich verlässliches Ballhandling und eine solide Wurfauswahl.

Vergangene Saison waren 51% seiner Würfe Above-the-Break-Dreier, während er bloß 16% seiner Abschlüsse am Ring nahm - das ist nicht der Weg, um ein effizienter Scorer zu sein, zumal er nur selten an die Freiwurflinie ging. Das kann und muss bei einem Spieler mit seiner Länge (2,06m) und seiner Athletik anders möglich sein.

Jalen Johnson (Forward, Atlanta Hawks)

Eigentlich gehörte Johnson schon in den vergangenen beiden Jahren zu den meistverbesserten Spielern der Liga. Kann dann noch ein Durchbruch möglich sein? Nun … hoffentlich. Was sich nicht nur darauf bezieht, dass Johnson nach 56 respektive bloß 36 Spielen in dieser Saison hoffentlich endlich mal gesund bleibt.

Noch ist nicht überall durchgedrungen, wie gut der Forward mittlerweile geworden ist. Johnson ist ein großer Top-Athlet, der defensiv diverse Rollen gut einnehmen kann (vergangene Saison fiel Atlantas Defense von der Klippe, wann immer er nicht spielte), mit extrem hohen Block- und Steal-Raten.

Offensiv ist er ein starker sekundärer und teilweise sogar primärer Playmaker, der viel Last von Trae Young nehmen kann, zudem ein immer besserer und aggressiverer Finisher (44% seiner Abschlüsse kommen am Ring). Im Prinzip hat er nahezu alles, nur der Wurf müsste noch etwas konstanter werden, um einen Sprung Richtung All-NBA-Kandidatur zu ermöglichen. Und er muss eben fit bleiben.

Deandre Ayton (Big, Los Angeles Lakers)

Ja, Ayton spielt seit sieben Jahren in der NBA - eigentlich wissen wir, was er ist und was er nicht ist. Was wir daher aber in jedem Fall wissen: "Dominayton" kann tatsächlich sehr gut aussehen, wenn er motiviert ist und wenn er konstant gefüttert wird. Es ist nicht so lange her, dass ihm noch eine Zukunft als mehrfacher All-Star bescheinigt wurde.

Das muss zwar nicht eintreten, aber die Voraussetzungen in L.A. sind eigentlich perfekt für ihn. In Luka Doncic und LeBron James hat er zwei der besten Creator der NBA-Geschichte an seiner Seite, die ihn brauchen und ihm vorteilhafte Abschlüsse verschaffen können. Die beide wissen, wie hilfreich ein athletischer Big Man als Ziel ihrer Pässe sein kann.

Und an der Motivation sollte es auch nicht scheitern. Ayton wurde in Portland aus seinem Vertrag herausgekauft, in L.A. hat er nun bloß für ein Viertel seines bisherigen Jahresgehalts unterschrieben. Der nächste Zahltag soll wieder üppiger sein, und genau das sollte Ayton im kommenden Jahr konstant anstacheln.

Dereck Lively II (Big, Dallas Mavericks)

Das turbulente Mavs-Jahr hat auch auf Lively Auswirkungen: Der 21-Jährige ist nun weder der wichtigste Big Man im Kader (das ist Anthony Davis) noch das wichtigste junge Talent (Cooper Flagg) - sehr wichtig ist er aber eigentlich trotzdem. Den erhofften Sprung, den er nach seinen überragenden Playoffs als Rookie 2024 eigentlich machen sollte, konnte er vergangene Saison noch nicht realisieren.

Auch bei Lively lag das unter anderem an der Gesundheit, lediglich 36 Spiele konnte er absolvieren. Seine Minuten und Zahlen blieben fast identisch wie im Vorjahr, die erhoffte (oder erträumte?) Erweiterung seines offensiven Arsenals bis raus an die Dreierlinie gab es nicht zu sehen, ebenso wenig wie zumindest eine ordentliche Freiwurfquote (63%).

Lively wird sich - wie auch alle anderen Mavs - an eine neue Situation, eine neue Rolle gewöhnen müssen. Lineups mit Davis neben einem klassischen Brettcenter werden Spacing-Probleme bekommen, die irgendwie kompensiert werden müssen. Das Fehlen eines guten Pick&Roll-Playmakers, solange Kyrie Irving ausfällt, könnte gerade die Bigs wie Lively und Daniel Gafford beeinträchtigen.

Gleichzeitig könnte eine Flagg-Davis-Lively-Frontline defensiv absolut furchterregend auftreten. Livelys Spielverständnis, sein Passing und auch seine Athletik macht ihn zu einem potenziell weiterhin wertvollen Teil der Mavs-Offense. Oder, falls es doch nicht so gut funktioniert, zu ihrem nunmehr interessantesten Trade-Chip …

Bonga-Situation wirft Fragen auf: Wann können Spieler in die NBA wechseln?

Details zum Kawhi-Skandal: Deal war "verdammtes Desaster", baldiger Abschied?

Der neue Sparzwang bei den Celtics: Das Warten auf Tatum