Kings-Coach Doug Christie machte direkt vor dem ersten Vorbereitungsspiel klar, warum Dennis Schröder nun das Jersey der Kings tragen würde. "Er soll verdammt noch einmal als gutes Beispiel vorangehen", forderte der frühere Shooting Guard. "Das will ich sehen. Ich will, dass er auf dem Feld sofort seine Mitspieler mitreißt."
So wirklich hat das noch nicht geklappt, Sacramento unterlag sowohl gegen Toronto (122:130) als auch kurz darauf in Portland (123:124). Auch bei Schröder ist noch jede Menge Luft nach oben, durchschnittlich waren es bisher nur 5,5 Punkte, 4,5 Rebounds sowie 2,0 Assists bei einer Wurfquote von 30 Prozent (0/5 Dreier).
Ein Grund zur Sorge ist das noch nicht. "Wir sind im Aufbau, wir sollten in die Ergebnisse nicht zu viel hereinlesen", mahnte Christie. "Wir arbeiten hart dafür und versuchen zusammenzufinden." Dabei helfen soll vor allem Schröder, den Christie zusammen mit GM Scott Perry und Besitzer Vivek Ranadive bei der EM in Tampere besuchte.
"Eine Klette": DeRozan schwärmt von Schröder
Dessen Leistungen bei FIBA-Turnieren sind nicht unbemerkt geblieben, auch der frühere All-Star DeMar DeRozan betonte das zuletzt gegenüber NBC Sports und schwärmte vom deutschen Spielmacher. "Dennis ist eine Klette. Immer wenn ich gegen ihn gespielt habe, hat er die ganze Zeit Trash geredet und sehr physisch gespielt", berichtete der 36-Jährige. "Er ist ein Gamer und überall, wo er war, hat er seinen Teams geholfen."
Und Schröder weiß auch, wie er das machen möchte. "Ich will über das ganze Feld verteidigen, Druck ausüben und diese Kettenhund-Mentalität auf meine Mitspieler übertragen. Dafür wurde ich geholt."
Die Situation ist jedoch nicht einfach. Sacramento befindet sich ein wenig im Limbo - irgendwo im Mittelfeld der Western Conference. Franchise-Star De’Aaron Fox wurde im Februar getradet, dennoch gibt es im alternden DeRozan, Ex-All-Star Zach LaVine und Domantas Sabonis gleich drei gute Scorer, die aber nicht unbedingt für ihre Verteidigung bekannt sind. Wie das funktionieren soll? Das wird die Zeit zeigen.
Seinen Platz sicher hat vermutlich niemand. Mit Perry gibt es einen neuen starken Mann in der kalifornischen Hauptstadt, nur die Spieler aus dem Sommer hat er geholt. Es ist auch auffällig, wie sehr Schröder gelobt wird, der EM-MVP soll nicht nur eine Zwischenlösung sein. Die ersten Eindrücke waren mäßig, doch viel geben will man darauf (noch) nicht.
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