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Das erwartet Grünloh, Kharchenkov und Co. am College

kicker

Johann Grünloh (Virginia Cavaliers)

Neue Ära in Charlottesville: mehr Tempo, mehr Dreier, tiefere Rotation - und mittendrin Johann Grünloh als moderner Fünfer. Unter Ryan Odom ist seine Rolle klar: als Stretch-5 das Feld breit machen (respektierter, nicht elitärer Dreier), im Pick-and-Roll sauber abschließen, im Short-Roll Entscheidungen treffen und am Ring Präsenz zeigen. Der erste Härtetest passte: Im Preseason-Duell gegen Villanova startete er und lieferte zwölf Punkte, acht Rebounds, zwei Blocks in 25 Minuten - genau das Profil, das UVA im Frontcourt zuletzt fehlte; laut 247Sports habe er damit sinngemäß UVAs dringendste Baustelle geschlossen.

Defensiv wartet die größte Umstellung: In der Ball-Screen-Verteidigung wird er überwiegend in Drop-Coverage agieren - dort kann der 2,13-Meter-Big Länge, Timing und Rim Protection am besten ausspielen. Am Perimeter ist er "noch weniger wirkungsvoll", ordnet ein 247Sports-Scout ein; Winkel und Closeouts im College-Tempo sind weiterhin ein Work-in-Progress. Odom plant mit einer 9-10-Mann-Rotation - Grünloh bleibt eine zentrale Figur, weil er Spacing und Ringpräsenz verbindet.

Erwartung: hohe Starterminuten von Beginn an; je schneller er defensiv die Abläufe verinnerlicht, desto eher verankert er sich als Fixpunkt neben Dallin Hall und Co. Für Virginia bedeutet das: mehr Balance zwischen Offense-Öffner und Ringanker - genau die Mischung, um in der ACC wieder oben mitzuspielen.

Ivan Kharchenkov (Arizona Wildcats)

Mit Ivan Kharchenkov betritt eines der größten deutschen Talente die Bühne der Big 12. Der 19-Jährige kommt aus der Talentschmiede des FC Bayern München, wo er bereits mit 16 Jahren im Profikader stand und 2025 die deutsche Meisterschaft feierte. Schon länger auf dem NBA-Radar trifft Kharchenkov in Arizona auf ein Team, das unter Head Coach Tommy Lloyd in den vergangenen Jahren konstant zur nationalen Spitze zählte und mit einer der besten Recruiting-Klassen des Landes (Nr. 2 im 247Sports-Ranking) in die neue Saison geht.

In den Vorbereitungsspielen deutete der 2,01-Meter-Forward mit 13 Punkten im Schnitt bei 71 Prozent aus dem Feld an, dass er sofort beitragen kann - vor allem durch ruhiges Entscheidungsverhalten und Effizienz. "Ich bringe Ruhe und Erfahrung mit - das ist hier wahrscheinlich mein größter Vorteil", sagte Kharchenkov. Lloyd plant mit ihm als variabler Option auf der Drei oder Vier, was Arizonas Spiel flexibel macht.

Zunächst dürfte der Münchner als wichtiger Rotationsspieler - voraussichtlich als sechster oder siebter Mann - von der Bank kommen; seine Kombination aus Spielverständnis, Physis und internationaler Reife könnte ihm im Laufe der Saison auch Starterminuten sichern, besonders in Small-Ball-Units. Für die Wildcats ist Kharchenkov kein typischer Freshman, sondern ein reifer Neuzugang, der das Potenzial hat, in einem Topteam früh Verantwortung zu übernehmen.

Mathieu Grujicic (Ohio State Buckeyes)

Mit Mathieu Grujicic startet eines der spannendsten deutschen Guard-Talente in seine erste College-Saison - bei einem Ohio-State-Team, das nach drei Jahren ohne NCAA-Turnier wieder angreifen will. Der 1,98-Meter große Combo-Guard kam im Sommer vom FC Barcelona. Im Trikot der deutschen U18-Nationalmannschaft sorgte er mit 24,6 Punkten pro Spiel für Aufsehen - FIBA-Analyst Ignacio Rissotto lobte ihn als "eine seltene Kombination aus Größe, Physis und Geschmeidigkeit".

In Columbus trifft Grujicic auf ein erfahrenes Backcourt-Duo um Bruce Thornton und John Mobley Jr., weshalb der Freshman zunächst als Rotationsspieler eingeplant ist. Seine Vielseitigkeit - Einsätze auf 1, 2 oder 3 - macht ihn dennoch interessant, vor allem in großen oder schnellen Lineups. "Ich kann ein bisschen von allem spielen - 1, 2, 3. Ich sehe das Feld gut, kann kreieren und abschließen", sagt Grujicic, der sein Tempo als Stärke, die Defense als Lernfeld nennt. Head Coach Jake Diebler betont, dass der 18-Jährige "Tag für Tag besser versteht, was wir spielen, und effizienter wird".

Die Buckeyes wollen schnell spielen - ein Stil, der Grujicic entgegenkommt: "Wir pushen den Ball, bewegen ihn schnell - das kenne ich aus Spanien." Mit Größe, Kreativität und Spielverständnis kann er sich im Saisonverlauf steigende Minuten erarbeiten. Aus deutscher Sicht: ein Name, den man sich in der Big Ten früh merken sollte.

Declan Duru (Texas Longhorns)

Vom Körpertyp her eines der potenzialstärksten deutschen Talente am College - ein Rohdiamant, "physisch stark, mit Elite-Werkzeugen, aber noch viel Entwicklung vor sich" (NBA Draft Room). Der 2,06-Meter-Forward aus München kommt nach fünf Jahren bei Real Madrid nach Austin und bringt Physis, Motor und einen klaren Impact-Pfad mit. Bei der U19-WM führte er Deutschland als Schlüsselspieler zur Silbermedaille (11,4 P/5,1 R) und zeigte Fortschritte als Spot-up-Schütze sowie beim effizienteren Attackieren von Closeouts. Baustellen: Handle und Entscheidungen in Bewegung.

In Sean Millers neu aufgestelltem Team (aktuell nicht in den Top 25, mit Aufwärtspotenzial in der SEC) dürfte der Freshman konstante Minuten sehen - primär auf der Vier, situativ als Fünfer (Small Ball) und vereinzelt auf der Drei. Eine tragende Rolle zu Beginn ist unwahrscheinlich, doch über Hustle-Plays, Offensivrebounds und Defense sollte seine Minutenkurve steigen. Fallen die offenen Dreier, ist im Saisonverlauf mehr Verantwortung drin. Profitieren dürfte er vom erfahrenen Guard-Duo Jordan Pope/Julian Larry, das ihm einfache Abschlüsse serviert - insgesamt gehören die Longhorns zu den möglichen Überraschungsteams.

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Davi Remagen (Georgia Tech Yellow Jackets)

Ein 18-Jähriger als Taktgeber in der ACC? Bei Georgia Tech ist das mehr als nur eine Idee. Davi Remagen bringt genau das Profil mit, was Head Coach Damon Stoudamire sucht: Spielintelligenz, Ruhe im Pick-and-Roll und Kontrolle im Tempo. Er kann der primäre Ballhandler sein, aber auch neben einem zweiten Guard funktionieren, bringt Speed und Gefühl, liest das Spiel ohne Hektik, treibt in Transition an und verteidigt den Perimeter souverän.

Stoudamire zeigt sich begeistert: "Wir sind alle sehr gespannt auf Davi. Er ist abgeklärt - und dabei erst 17. Er kann mit oder ohne Ball spielen und ist ein Scorer auf drei Ebenen, der hier nur noch besser werden wird. Ich freue mich darauf, seine Entwicklung in unserem Programm zu sehen."

In Atlanta dürfte Remagen früh Minuten sehen, weil er die Lücke nach dem Abgang von Nait George schließt. Als ruhiger, vielseitiger Guard mit Leadership-Potenzial und natürlicher Übersicht hat er Starter-Chancen - muss sich den Spot allerdings mit Senior-Transfer Lamar Washington erkämpfen. Als Team hat Georgia Tech die klare Ambition, in der ACC wieder anzugreifen und ins NCAA Tournament (March Madness) zurückzukehren.

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