Die Orlando Magic haben in Berlin ein straffes Programm, gerade die deutschen Spieler werden in Berlin von einem Event zum nächsten geschleift, viel Zeit bleibt nicht. Moritz Wagner gab an, dass zumindest ein Abend für ein Essen mit der Familie bleiben würde. Ansonsten sind die Wagners oder auch da Silva komplett durchgetaktet.
Noch am Sonntagabend deutscher Zeit spielten die Magic daheim gegen die New Orleans Pelicans, bevor es direkt nach der Partie mit dem Charter nach Europa ging, wo man am Montagvormittag in Berlin landete. Am Dienstag wurde trainiert. Moritz kam danach unter anderem nach Magenta Mitte (der Zentrale der Deutschen Telekom in Berlin), um dort ein paar Minuten für seinen Podcast "Kannst du so nicht sagen" eine Live-Folge aufzunehmen. Gast dort: Mitspieler Tristan da Silva, der schließlich einspringen musste, weil der ältere Wagner-Bruder zum nächsten Termin musste.
Jetlag und Wettbewerbsnachteil
Zusammen mit der Zeitverschiebung ("nach Osten fliegen ist immer schlimm" meinte Wagner) ist das eine große Belastung, und bei allem Trubel muss schließlich auch am Donnerstag in der Uber Arena noch eine Partie gegen die Memphis Grizzlies gespielt werden, die ihrerseits kaum Termine haben, die über die Medienverfügbarkeiten bei den Trainingseinheiten hinausgehen.
Die Attraktion ist ganz klar Orlando, die zusammen mit der NBA zahlreiche Ex-Spieler wie Nick Anderson, Dwight Howard, Bo Outlaw, Marcin Gortat oder Hedo Türkoglu nach Deutschland brachten. Dazu ist auch Jason Williams, auch bekannt als "White Chocolate" in der Hauptstadt, er erlangte Berühmtheit als spektakulärer Guard für die Sacramento Kings rund um die Jahrtausendwende.
Internationale Partien aus Spielersicht: "Das war kein Stress"
Mit den Kings erlebte Williams auch eine solche Reise, im Dezember 1999 absolvierte der Guard zwei Partien gegen die Minnesota Timberwolves in Tokio, was noch einmal weiter weg als Berlin ist. "Für mich war das toll, weil wir als Team so lange zusammen waren und unser Spiel in verschiedenen Städten präsentieren konnten", sagt Williams gegenüber basketball-world.news über seine Erfahrungen bei internationalen Spielen.
Und der Stressfaktor? "Stress ist für mich, wenn ich Kyrie Irving oder Russell Westbrook verteidigen muss. Diese Reisen waren für mich nicht Stress. Ich kam durch Basketball in Länder, in denen ich noch nie war und habe unterschiedliche Kulturen kennengelernt. Das ist für mich unbezahlbar und ich bin dankbar, dass mir Basketball dies ermöglicht hat."
Inzwischen lebt Williams in Orlando, entsprechend sind es die Magic, die der 55-Jährige verfolgt. "Ich sehe sie als Contender, auch wenn Franz derzeit noch verletzt ist. Aber klar ist auch, dass Franz das Team viel besser macht", so Williams, der lachend ankündigte, dass er nicht kommen werde, wenn Franz Wagner nicht spielen wird.
Ob Wagner spielen wird? Das ist auch einen Tag vor der Partie noch unklar. Williams hat sein "Versprechen" gebrochen, er ist inzwischen in Berlin. Ob er mehr weiß und Franz wirklich spielt? Wir werden es am Donnerstag herausfinden.
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