Mit letztlich zehn Punkten Vorsprung hat die DBB-Auswahl auch das zweite Spiel der EM-Vorbereitung gegen Slowenien gewonnen. Doch so komfortabel wie es das Ergebnis andeutet, war das Spiel nicht.
In vielen Phasen wirkte Deutschland in Ballbesitz zerfahren. Wenig war vom Tempobasketball zu sehen, den Bundestrainer Mumbrú angekündigt hatte. Stattdessen - auch dank der sehr disziplinierten Verteidigung der Slowenen - beschränkte sich das Spiel über weite Strecken auf Halbfeld-Offensiven.
An der Überzeugung innerhalb der Mannschaft habe das allerdings nichts geändert. "Jeder glaubt an das System", sagte Kapitän Schröder im Nachgang. "Im Training läuft es auch sehr gut. Jetzt müssen wir es einfach ins Spiel bekommen."
Wagner über Belastung: "Sind ein bisschen müde"
Der Glaube sollte sich ausbezahlen. Direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs überrannte Deutschland die teils führungslos wirkenden Slowenen. Ein 20:2-Lauf distanzierte die Gäste zwischenzeitlich auf 15 Punkte, zur Halbzeit standen zwölf Zähler Vorsprung zu Buche.
Von langer Dauer war der allerdings nicht. Slowenien kam brandheiß aus den Katakomben, traf ein paar Dreier und hatte die Führung plötzlich selbst inne. Defensiv wirkte Deutschland in dieser Phase überfordert, wobei sich auch einige Abstimmungsfehler einschlichen. "Das passiert glaube ich einfach in einem Spiel", erklärte Franz Wagner und merkte zudem die hohe Belastung an, hatte man ja erst vor zwei Tagen gegeneinander gespielt: "Wir sind auf jeden Fall ein bisschen müde."
Schröder: "Das passt jedem in unserer Kabine und jeder hat darauf Bock"
Die Entscheidung führte letztlich Dennis Schröder herbei. Der 31-Jährige erzielte Minuten vor Abpfiff acht Punkte in Folge - und das in einer Art und Weise, wie es der Trainer wohl nicht besser hätte vermitteln können. "Er will schnell spielen, das habe ich in meiner ganzen Karriere gemacht."
Auch deshalb mache sich der DBB-Kapitän nur bedingt sorgen, um das neue Spielsystem von Mumbrú. "Wir haben von Anfang an viel Pick-and-Roll gespielt. Wenn du frei bist, sollst du direkt werfen. Ich glaube, das passt jedem in unserer Kabine und jeder hat darauf Bock! Ich glaube aber, es braucht trotzdem noch etwas Zeit."
Viel Zeit bleibt den deutschen Basketballern allerdings nicht mehr. Am kommenden Freitag und Samstag steht in München der nächste Härtetest auf dem Programm. Im Rahmen des Supercups trifft man zunächst auf die Türkei, tags darauf winkt ein Duell mit dem serbischen Superteam. Der EM-Auftakt erfolgt zudem bereits am 27. August.
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