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Der logischste Trade-Kandidat: Dieses Team sollte sich um Markkanen bemühen

kicker

Große Turniere mit der Nationalmannschaft können das Highlight eines Jahres, einer Karriere sein. Das gilt für das DBB-Team, offensichtlich, wo jeder Spieler seit Jahren davon schwärmt, im Kreis der "Familie" eine Medaille nach der anderen zu gewinnen, eine Atmosphäre wie bei einer Klassenfahrt zu erleben. Fernab des manchmal doch arg zehrenden Liga-Alltags.

Dieses Phänomen beschränkt sich natürlich nicht auf die deutsche Mannschaft. Im Zuge der vergangenen EM erklärte Lauri Markkanen, warum ihm das Turnier (und der Run Finnlands bis zum vierten Platz) so viel Spaß machte: "Es fühlt sich an, als wäre jedes Spiel ein Playoff-Spiel. Es bedeutet viel mehr, weil es um so viel geht. Und genau dafür spielt man Basketball. Es gibt nichts, was damit vergleichbar ist."

Den Zusatz "erst recht nicht in Utah" sprach der Finne nicht aus, das war allerdings auch nicht nötig. Ein Playoff-Spiel hat Markkanen in seiner achtjährigen NBA-Karriere noch nicht absolviert, bei den Jazz, einem Team mitten im Rebuild, wird sich so bald auch nichts daran ändern, das steht auch nach der ersten Woche der neuen Spielzeit bereits außer Frage.

Was wiederum automatisch zu einer anderen Frage führt. Wie lange wird Markkanen noch Teil dieser Franchise bleiben?

Markkanen und Utah: Etwas passt hier nicht

Dass die Interessen von Star und Team auseinanderdriften, ist schon länger absehbar. Kompetitiv waren die Jazz zuletzt 22/23, als sie 37 Siege holten, zur Trade Deadline allerdings einige ihrer produktiven Veteranen ohne spielerischen Gegenwert wegschickten.

Markkanen spielte damals sein bestes Jahr, wurde Most Improved Player und zum bisher einzigen Mal auch All-Star. In der Folge sabotierte das Front Office das Team weiter. Auf der Suche nach einem echten Franchise-Player wurden in erster Linie Draft-Picks gesammelt, das Geschehen auf dem Court verkam zunehmend zur Nebensache.

In der vergangenen Saison erreichte dieses Tanking seinen vorläufigen Höhepunkt, auf dem Weg zu 17 Siegen handelten sich die Jazz unter anderem eine Geldstrafe dafür ein, dass sie Markkanen ohne Angabe eines triftigen Grunds immer wieder aussetzen ließen. Insgesamt absolvierte Markkanen 47 Spiele, ohne eine wirklich signifikante Verletzung erlitten zu haben.

Im Prinzip war Markkanen bei diesem Team schlichtweg fehl am Platze. Dass er trotzdem zu keinem Zeitpunkt ein Trade-Kandidat war, hatte einen simplen Grund: Seine im August 2024 unterschriebene Vertragsverlängerung über vier Jahre und 196 Mio. Dollar machte einen Deal während der Spielzeit unmöglich.

Das war damals auch von Markkanen gewünscht, wie Finnlands Sportdirektor Henrik Dettmann im Interview mit basketball-world.news bestätigte: "Er hat es nicht gesagt, aber im November wurde seine jüngste Tochter geboren und er wollte so die Familie schützen, damit es auf keinen Fall einen Trade gibt, wenn das Baby frisch auf der Welt gibt."

Nun wird die jüngste Tochter bald ein Jahr alt, die Vorzeichen haben sich geändert.

Markkanen und Utah: Gegen den Trade-Wert

In gewisser Weise ist Markkanen der logischste Trade-Kandidat der gesamten Liga. Dass bisher kein Deal zustandekam, lag nicht unbedingt am mangelnden Interesse, mehrere Teams sollen in der Vergangenheit schon nachgefragt haben (darunter die Warriors).

Sein üppiges Gehalt ist sicherlich eine Hürde - kommende Saison verdient er 30% des Salary Caps, das neue, restriktive Collective Bargaining Agreement macht ihn dadurch für viele sonst vielleicht interessierte Contender (Denver beispielsweise) zu teuer und damit unrealistisch.

Zudem dürften auch die Leistungen eine gewisse Rolle gespielt haben. Das elitäre Niveau von 22/23 erreichte Markkanen in der vergangenen Saison nicht, die Quoten aus dem Feld (42,3%) und von der Dreierlinie (34,6%) waren jeweils die schwächsten seit frühen Bulls-Tagen.

Natürlich war jedem bewusst, dass die chaotische Team-Situation (Utah wechselt Ballhandler wie andere ihre Unterwäsche) eine Rolle dabei spielte; zu Markkanens Trade-Wert trug die Saison jedoch wohl nicht positiv bei. Insofern war es gut zu sehen, wie eindrucksvoll Markkanen die Euro-Bühne dann für sich nutzen konnte.

Markkanen: Die EM als Befreiungsschlag

Im Kontext der Nationalmannschaft zeigte er abermals sein ganzes Skillset. Markkanen ist mobil und dynamisch für seine Größe, ein unterschätzter Driver und Fin(n)isher, vor allem natürlich ein großartiger Schütze aus allen Lagen. Kein großer Playmaker, aber ein unglaublich versierter Zielspieler, der aufgrund seiner Präsenz jede Offense besser machen kann - und das in der NBA seit 21/22 auch in jedem Jahr getan hat. Selbst in der 31-Siege-Saison 23/24 hatten die Jazz in seinen Minuten ein elitäres 120er Offensiv-Rating!

Bei der EM war er der viertbeste Scorer mit 23,1 Punkten pro Partie, obwohl seine Quoten vor allem durch die beiden Spiele gegen Deutschland gedrückt wurden. Was aber kein NBA-Team abschrecken sollte: Dort würde er idealerweise ja nicht wie bei Finnland die unangefochtene erste, sondern eher eine sehr qualifizierte, sehr effiziente zweite oder gar dritte Option sein.

Wo es eine solche Idealsituation geben könnte, ist die spannendere Frage. Zumal es vermutlich nicht zu viele Teams geben wird, die sich einreden können, genau diesen Spieler davon entfernt zu sein, eine Rolle im Contender-Rennen zu spielen (und dann auch noch die nötigen Ressourcen zu haben). Allerdings reicht ja auch bereits ein solches Team. Vielleicht die Pistons?

Markkanen und Detroit: Funktioniert das?

Der Case ist in diesem Fall recht leicht zu machen. Detroit befindet sich im Aufschwung. Und im Osten. Anders als beispielsweise die Magic (mit dem Bane-Trade) haben die Pistons sich ihre Körner noch aufbewahrt, verfügen über jede Menge junge Spieler, Picks und tradebare Verträge. Eine bewiesene zweite Scoring-Option hingegen haben sie Stand jetzt noch nicht.

Cade Cunningham machte vergangene Saison den Schritt zum Star, schaffte es erstmals in ein All-NBA-Team. Der einstige Nr.1-Pick profitierte dabei nicht zuletzt vom Spacing, das zum ersten Mal in seiner Laufbahn nicht mehr katastrophal war. Viele der jüngeren Spieler im Kader sind jedoch keine guten Shooter, generell hatte das Team offensiv noch viel Luft nach oben.

Markkanen könnte den Pistons eine neue Dimension verleihen, ein Scoring-Gegengewicht für Cunningham, einen Spacer im Frontcourt neben dem dynamischen Roll-Man Jalen Duren. Er ist zwar etwas älter, aber nicht zu alt, um mit dem Kern um Cunningham (24) und Duren (22) weiter zu wachsen. Und den jungen Spielern, die nach einem möglichen Trade noch da wären.

Ein Konstrukt um die Verträge von Tobias Harris, Jaden Ivey und Paul Reed (kann erst ab dem 15. Dezember getradet werden) beispielsweise würde finanziell funktionieren; die Pistons verfügen überdies über all ihre Draft-Picks, könnten die traditionell exorbitant hohen Forderungen von Utah-Chef Danny Ainge also auch in dieser Hinsicht erfüllen.

Markkanen: Nicht noch so ein Jahr

Natürlich ist das alles Stand jetzt nicht mehr als ein Gedankenspiel. Nach der starken Vorsaison verhielt sich Detroit im Sommer weitestgehend ruhig, signalisierte, eher auf internes Wachstum setzen zu wollen. Das ist auch verständlich, gleichzeitig wirkt der Osten aufgrund der Ausfälle von Tatum und Haliburton so offen, dass die Gelegenheit zum Handeln günstig erscheint.

Vielleicht tut sich für Markkanen auch eine andere Gelegenheit auf, Star-suchende Teams gibt es bekanntermaßen ab einem gewissen Zeitpunkt in der Saison immer. Zu wünschen wäre es ihm, irgendwie; Markkanen ist zu gut, um Jahr für Jahr um Pingpong-Bälle zu spielen. Es wäre schade, wenn ein weiteres Jahr seiner Prime de facto im Sand verläuft.

Markkanens Fähigkeiten verdienen eine größere Bühne. Und das nicht nur alle paar Jahre im Sommer.

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