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Die Offseason der Bulls: Festgefahren zwischen Rebuild und Play-In

kicker

Chicago Bulls: Was wurde in der Offseason gemacht?

Die Schlagzeilen bestimmten weniger Neuzugänge, sondern die sich zehrenden Verhandlungen mit Josh Giddey. Erst in der vergangenen Woche konnte schließlich eine Einigung über vier Jahre und 100 Millionen Dollar erzielt werden. Neben der Verlängerung von Backup-Guard Tre Jones (drei Jahre, 24 Mio.) wurde mit Isaac Okoro im Gegenzug für Lonzo Ball ein defensivstarker Flügel geholt. Im Draft entschieden sich die Bulls mit Pick 12 für Ex-Ulmer Noa Essengue, einen athletischen Forward mit Potenzial, in der zweiten Runde schnappten sie sich Center Rocco Zikarsky aus Australien mit dem 45. Pick.

Chicago Bulls: Überblick Zu-/Abgänge

Zugänge: Isaac Okoro (Cavaliers/via Trade), Noa Essengue (Draft), Rocco Zikarsky (Brisbane)

Abgänge: Lonzo Ball (Cavaliers/via Trade)

Verlängerungen: Tre Jones (bis 2028), Josh Giddey (bis 2029)

* Spieler-Option, ** Team-Option

Ausrichtung der Franchise

Seit drei Jahren pendeln die Bulls zwischen Platz 9 und 10 im Osten - und damit konstant im Play-In. Seit 2017 gelang nur eine einzige Playoff-Teilnahme, die bereits in der ersten Runde endete. Der Kern um Josh Giddey, Coby White, Matas Buzelis und Ayo Dosunmu bringt zwar Entwicklungspotenzial mit, aber keinen unmittelbaren Sprung ins obere Regal der Conference. Entsprechend stufen ESPN und andere Experten Chicago auch 2025/26 eher im unteren Play-In-Bereich ein.

In Josh Giddey verfügt man zudem über einen Spieler von Franchise-Star-Potenzial. Noch gilt der Australier nach Advanced Metrics aber noch nicht als klarer Unterschiedsspieler.

Zu Beginn des Sommers hatte man sich rund um die Bulls durchaus die Frage stellen können, welche Richtung die Franchise einschlägt: den aktuellen Weg mit einigen jungen Talenten, dafür ohne kurzfristige Perspektive fortführen oder doch nochmal Anpassungen am Kader vornehmen? Letztlich entschied man sich in "Windy City" - wie gewohnt - für die beständigere der zwei Optionen, verlängerte mit Giddey und blieb sich selbst treu.

Wo liegen die Schwächen?

Den Bulls fehlen klare Eckpfeiler. White und Giddey sind solide Leistungsträger, aber keine Franchise-Spieler. Defensiv mangelt es an Stabilität: Nikola Vucevic legt offensiv zwar verlässliche Zahlen auf, defensiv hat der Montenegriner allerdings starke Defizite. Dahinter wird die Rotation schnell dünn - besonders auf dem Flügel und beim Schutz des Rings. So wirkt Chicago weder besonders schlecht noch besonders gut, sondern bleibt im Mittelmaß stecken.

Das eigentliche Problem ist die fehlende Identität. Es gibt weder eine klare Richtung noch ein langfristiges Ziel, an dem sich die Franchise ausrichten könnte. Selbst eine Spielidee, die erst in einigen Jahren Früchte tragen könnte, fehlt bislang. Coach Billy Donovan setzt zwar auf ein schnelles System, vergleichbar mit dem von Bundestrainer Alex Mumbru, doch Haupt-Ballhandler Josh Giddey neigt dazu, das Spiel eher zu verlangsamen.

Offensiv sind punktuelle Ausreißer nach oben möglich, individuelle Shotmaker und Open-Floor-Qualität sind vorhanden. Dennoch belegten die Bulls in der Vorsaison nur Platz 19 im Offensive Rating (114,3). Auch defensiv sieht es kaum besser aus: Mit einem Defensive Rating von 115,8 rangierte Chicago ebenfalls nur auf Rang 19 ligaweit.

Prognose

Wie schon in den vergangenen Jahren setzen sich Chicago Bulls auf Konstanz. In ihrem Falle bedeutete das über Jahre hinweg allerdings eher Stagnation als Verbesserung. Ähnliches ist auch für die kommende NBA-Saison zu erwarten.

Die vergangene Spielzeit beendeten die Bulls mit 39 Siegen auf dem neunten Platz im Osten. Ein zumindest ähnliches Resultat ist auch in der kommenden Saison wieder zu erwarten.

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