Phoenix Suns: Was wurde in der Offseason gemacht?
Den Anfang machte der Blockbuster-Trade von Kevin Durant zu den Houston Rockets. Phoenix erhielt im Gegenzug Jalen Green, Dillon Brooks, den 10. Pick im Draft sowie fünf Zweitrundenpicks. Kurz darauf folgte der Buyout von Bradley Beal, der sich anschließend den Clippers anschloss.
Parallel dazu schlossen die Suns einen separaten Deal mit den Charlotte Hornets ab: Für den 29. Pick im Draft 2025, den geschützten 2029er-Erstrundenpick (am wenigsten vorteilhaft aus Cleveland, Utah oder Minnesota; geschützt 1-5) sowie Vasilije Micic kam Mark Williams nach Phoenix.
Im Draft selbst entschieden sich die Suns dann für Khaman Maluach (# 10) sowie Rasheer Fleming (# 31) und Koby Brea (#41) in der zweiten Runde. Ergänzt wurde der Kader durch die Verpflichtung von Nigel Hayes-Davis aus der EuroLeague sowie die Beförderung von Collin Gillespie auf einen Standardvertrag. Auf der Abgangsseite stehen Tyus Jones, Cody Martin und Mason Plumlee.
Auch im Management wurden die Weichen neu gestellt: Brian Gregory übernahm als General Manager von James Jones und der ehemalige Cavs-Assistant Jordan Ott wurde als Head Coach für den entlassenen Mike Budenholzer verpflichtet.
Phoenix Suns: Überblick Zu-/Abgänge
Zugänge: Dillon Brooks (Rockets), Jalen Green (Rockets), Mark Williams (Hornets), Khaman Maluach (Duke/NCAA), Rasheer Fleming (St. Josephs/NCAA), Nigel Hayes-Davis (Fenerbahce), Jordan Goodwin (Lakers)
Abgänge: Kevin Durant (Rockets), Bradley Beal (Clippers), Cody Martin, Tyus Jones (Magic), Mason Plumlee (Hornets)
Phoenix Suns: Was ist die Ausrichtung der Franchise?
Mittlerweile lässt sich mit Bestimmtheit sagen, dass das KD- bzw. Big-3-Experiment bei den Suns krachend gescheitert ist. In den vergangenen zwei Jahren hat das Team sich in eine finanziell und perspektivisch unmögliche Lage gebracht, um einmal in den Playoffs von den Timberwolves verhauen zu werden und die Postseason beim zweiten Mal komplett zu verpassen.
Diese Fehlkalkulation hat selbst der extrovertierte Besitzer Mat Ishbia, das "Master Mind" hinter den Deals der vergangenen zwei Saisons, zuletzt sogar öffentlich zugegeben und auch schon direkt die neue Ausrichtung bekanntgegeben. "Wir haben junge Spieler, die im Aufstieg sind, anstatt Spieler, die im Abstieg sind. Wir haben Spieler, die hier sein wollen, die sich mit der Kultur der Phoenix Suns identifizieren", erklärte er im Interview mit Arizona Sports.
Böse Zungen würden behaupten, das erinnere an die Zeiten, bevor Ishbia für Durant den aufstrebenden jungen Kern um Mikal Bridges, Cam Johnson oder später auch Toumani Camara, der noch vor seinem ersten Spiel nach Portland verschifft wurde, wegtradete. Damals waren die Suns mit Devin Booker als Franchise-Player und den vielen guten Flügeln eines der spannendsten Teams der Liga, das 2021 in den Finals stand und 2022 bitter in sieben Spielen an den Mavs scheiterte.
Selbst Ishbia ist aber bewusst, dass das so schnell nicht wieder passieren wird. "Erwarte ich, dass es ein paar Jahre dauert, bis man sagen kann: 'Wow, ich sehe die Vision?' Ja", sagte er zur Erwartung an die kommenden Saisons. Statt dem Jagen einer Championship geht es nun erstmal darum, um Booker herum ein funktionierendes Team aufzubauen, das Sinn ergibt. Das Positive aus Suns-Sicht ist, dass dieser erst im Sommer bis 2030 verlängert hat.
Phoenix Suns: Wo liegen die Schwächen?
Aktuell ist der Kader der Suns noch sehr unausgeglichen. Einen ausgebildeten Point Guard gibt es de facto nicht, gut möglich, dass Green und Booker sich hier abwechseln. Beide sind im Grunde besser auf der Zwei aufgehoben, haben aber auch schon Erfahrung als PG gesammelt.
Die Center-Position wird kommende Saison ebenfalls spannend zu betrachten sein. Dass die Suns Williams per Trade holten und keine 24 Stunden später mit Maluach einen zweiten jungen Big mit ähnlichem Profil verpflichten, wirft auf den ersten Blick Fragen auf. Vielleicht setzt Phoenix darauf, dass wenigstens einer der beiden den erhofften Sprung zum Co-Star macht.
Auch auf den restlichen Positionen sprudelt Phoenix nicht über vor Talent, vielleicht können sie dieses aber ja durch Aggressivität und Einsatz wettmachen. Brooks dürfte der Anführer dieser neuen Identität sein, die er auch schon in Houston und Memphis (teilweise zu doll) geprägt hat.
Phoenix Suns: Die Prognose
Phoenix hat im Gegensatz zum Vorjahr endlich wieder einen Plan, auch wenn der im Moment noch nicht besonders gut ist. Das Quartett aus Green, Booker, Brooks und Williams/Maluach könnte Spaß machen, spätestens dahinter wird es aber sehr dünn. Dass Phoenix keine Kontrolle über seine eigenen Erstrundenpicks bis 2032 hat, macht Tanking dazu nicht besonders reizvoll.
Viele Spiele werden die Suns im harten Westen dennoch nicht gewinnen. Mit Glück bleiben sie eine Zeit lang im Rennen um die Play-In-Plätze, viel mehr wäre aber schon ein Wunder.
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