Washington Wizards: Was wurde in der Offseason gemacht?
Aufsehen erregten die Wizards mit dem Trade von Jordan Poole und Saddiq Bey zu den New Orleans Pelicans, der zunächst fraglich erschien. Schließlich erhielt man im Gegenzug die auslaufenden Verträge von CJ McCollum und Kelly Olynyk. Genau hier beginnt der Deal aber auch Sinn zu ergeben. Poole und Bey verfügten noch über zwei garantierte Vertragsjahre, während McCollums hoher Vertrag im kommenden Sommer endet. Zusammen mit dem zeitgleich endenden Arbeitspapier von Khris Middleton ergeben sich massive Gehaltsspielräume im Sommer 2026.
Sportlich wird die Rolle von Poole zunächst Rookie Tre Johnson einnehmen. Der 19-jährige Guard wurde mit dem sechsten Draftpick ausgewählt und soll mittelfristig in die Rolle des Go-to-Scorers hineinwachsen. Auch mit den beiden weiteren Draftpicks sammelte man Guards ein: Will Riley wurde an Nr. 21 gepickt, Jamir Watkins kam an Nr. 43.
Ansonsten verabschiedete man in der Hauptstadt zahlreiche Veterans. Marcus Smart wurde aus seinem Vertrag ausgekauft, Richaun Holmes wurde gewaived und Malcolm Brogdon verließ das Team als Free Agent. Im Gegenzug holte man Big Man Marvin Bagley III. zurück.
Washington Wizards: Überblick Zu-/Abgänge
Zugänge: CJ McCollum (New Orleans), Cam Whitmore (Houston Rockets), Malaki Branham (San Antonio), Marvin Bagley III (Free Agent), Dillon Jones (OKC Thunder)Draft: Tre Johnson (#6), Will Riley (#21), Jamir Watkins (#43)Abgänge: Jordan Poole, Saddiq Bey (beide New Orleans), Malcolm Brogdon (New York Knicks), Marcus Smart (LA Lakers), Richaun HolmesVerlängerungen: Anthony Gill, Khris Middleton (Spieleroption)
Washington Wizards: Der komplette Kader im Überblick
Washington Wizards: Ausrichtung der Franchise
Der Rebuild bleibt Leitmotiv. Der Kader ist extrem jung - zwölf Spieler sind 24 oder jünger - und zugleich mit zehn ehemaligen Erstrundenpicks bestückt. Tre Johnson, Alex Sarr und Bub Carrington bilden gemeinsam mit Cam Whitmore und Will Riley das Kern-Gerüst. Coach Brian Keefe steht vor dem bekannten Spagat: Veteranen wie CJ McCollum und Khris Middleton so einbinden, dass sie führen, ohne die Minuten der Zukunft zu blockieren. McCollum bringt dabei klare Stimme und Struktur - auf und neben dem Parkett.
Zentralfigur dabei: Alex Sarr. Defensiv schon weiter als offensiv, aber das Paket ist offensichtlich: 13,0 Punkte, 6,5 Rebounds, 2,4 Assists, 1,5 Blocks als Rookie. Nach der All-Star-Pause fast 16 Punkte im Schnitt. Sarrs Fortschritt gibt dem Projekt eine Richtung - Rim-Protection, Switch-Fähigkeit und schrittweise mehr Self-Creation.
Flankiert werden die kurzfristig geringen Ambitionen der Wizards von dem Fakt, dass die New York Knicks deren kommenden Erstrundenpick halten - allerdings nur dann, wenn er außerhalb der Top 8 fällt. Für die Wizards bedeutet das: je besser man abschneidet, desto mehr schneidet man sich möglicherweise ins eigene Fleisch. Besonders attraktiv in diesem Deal: Sollte Washingtons kommender Pick tatsächlich unter die ersten Acht fallen, würden die Knicks nur mit zwei Zweitrundenpicks in den Folgejahren kompensiert.
Washington Wizards: Wo liegen die Schwächen?
Viel Talent, aber noch wenig verlässliche Rollen - typische Rebuild-Themen. Hinter McCollum tragen Jung-Guards wie Carrington und Johnson viel Verantwortung im Ballhandling, Fehler und Effizienz-Dellen sind einkalkuliert. Defensiv hat man in Sarr bereits einen Anker in den Reihen, dessen Einfluss weiter wachsen dürfte.
Offensiv hingegen dürften die Wizards auch in der kommenden Saison wieder ein zweifelhaftes Projekt werden. Der Abgang von Poole wird wohl maßgeblich mit Rookies kompensiert - dabei hatte man mit 105,8 bereits in der Vorsaison das schlechteste Offensivrating aller 30 Mannschaften.
Washington Wizards: Prognose
Nach 15 Siegen 2023/24 und 18 Siegen in der vergangenen Saison sollte der große Sprung nach oben - auch aus Eigeninteresse - ausbleiben. Sollte man zu den drei schlechtesten Teams der Liga gehören, wäre einem der kommende Erstrundenpick sicher. Die beiden All-Rookie-Spieler Carrington und Sarr dürften sicherlich etwas dagegen haben. Am Ende wird man über maximal 20 Siege aber nicht hinauskommen.
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Der komplette Spielplan der Wizards