Ein Zahnarzt, 80 Autographs und ein unmögliches Ziel
Betritt man die Zahnarztpraxis von Harold Sturner, wird schnell klar: Hier arbeitet ein Sammler. An den Wänden hängen Stücke aus seiner privaten Sammlung - doch nichts sticht so heraus wie seine Objekte aus dem 1957/58 Topps Basketball Set, dem ersten Basketball-Release von Topps überhaupt.
Sturner besitzt das komplette 80-Karten-Set - jede einzelne Karte ist von dem jeweiligen Spieler signiert. Ein Unikat, das es so kein zweites Mal gibt. Das Set umfasst 25 Rookie Cards und 28 Hall-of-Famer, angeführt von Legenden wie Bill Russell und Bob Cousy.
Der Aufbau dieser Sammlung dauerte rund 20 Jahre - und war alles andere als einfach."Das war aggressives Kaufen", sagt Sturner selbst. "Viele dieser Autographs sind extrem schwer zu bekommen. Ich habe sogar ein paar 1-of-1s - das Set kann nie wieder reproduziert werden."
Mehr als Karten: Verträge, Schecks und Proofs
Was Sturners Sammlung einzigartig macht, geht weit über signierte Karten hinaus. Zu fast jedem Spieler besitzt er zusätzlich die originalen Topps-Verträge, mit denen die Nutzung der Spielerabbilder geregelt wurde. Nur ein Dokument fehlt: der Vertrag von Bob Cousy, den Sturner vor Jahren bei einer Auktion knapp verlor.
"Das ist für mich eine große Lücke", sagt er. "Ich weiß, wer den Vertrag hat - und ich werde weiter versuchen, ihn zu überzeugen. Der Vertrag gehört zu meinem Set."
Besonders schwierig war die Jagd nach Spielern wie Larry Friend, der nur eine Saison in der NBA spielte und den Basketball danach verließ. Sturners Autograph von Friend ist so selten, dass es bei PSA nicht einmal Vergleichsmaterial zur Authentifizierung gibt. Genau deshalb sammelt er zusätzlich unterschriebene Schecks und Verträge - als Beweisstücke der Geschichte.
Hinzu kommen Proof Cards, Transparencies und originale Type-1-Fotografien, die exakt zu den Kartenmotiven passen. Von jedem Spieler existierte nur eine Proof Card - Kontrollabzüge für die finale Produktion. Auch hier versucht Sturner, so viele Exemplare wie möglich zusammenzuführen.
Sein persönliches Highlight: die Bill-Russell-Karte."Sein Autograph aus der Rookie-Zeit sieht völlig anders aus als später. Wenn man weiß, worauf man achten muss, kann man die Epoche erkennen - und genau das macht den Reiz aus."
Das PSA-Register: Perfektion in Zahlen
Während Sturners Sammlung durch Autogramme und Dokumente definiert ist, steht bei Michael Rakosi die Bewertung im Mittelpunkt. Der 78-Jährige stellte sein 1957/58 Topps Basketball Set bereits in den frühen 2000ern komplett zusammen - und optimiert es bis heute.
Rakosi besitzt 23 echte 1-of-1s in den höchsten existierenden PSA-Grades. Darunter die einzige PSA 10 des gesamten Sets: die Karte von Dick Atha. Insgesamt hält er 67 der 80 Karten im jeweils höchsten bekannten Zustand. Seine Bill-Russell-Rookie zählt zu nur drei Exemplaren in PSA 9.
Mit einem gewichteten GPA von 8,66 führt Rakosis Sammlung das PSA-Register an."Das bedeutet mir sehr viel", sagt Rakosi. "Das Register hat Wettbewerb geschaffen - aber auch Gemeinschaft."
Geschichte zwischen Karton und Kultur
Für Rakosi ist das Set nicht nur eine Frage von Grades, sondern auch von historischer Bedeutung. Besonders hebt er die Karte von Nat Clifton hervor, einem der ersten afroamerikanischen NBA-Spieler.
"In früheren Sets gab es keine schwarzen Spieler", erklärt Rakosi. "Topps wollte sie sichtbar machen - deshalb steht Clifton an Position eins im Set."
Jedes Jahr trifft sich Rakosi mit anderen Vintage-Sammlern auf der National Sports Collectors Convention. Dort wird getauscht, geholfen und diskutiert - nicht nur über Karten, sondern über Lebenswege."Man muss nicht alles in 8 oder 9 besitzen", sagt er. "Das ist extrem schwer und unglaublich teuer. Aber es ist etwas Besonderes. Und die Menschen, die ich dadurch kennengelernt habe, sind ein zentraler Teil meines Lebens geworden."
Ob als vollständig signiertes Unikat oder als perfektionierte PSA-Registry-Sammlung: Das 1957/58 Topps Basketball Set steht exemplarisch für das, was The Hobby ausmacht. Es verbindet Basketballgeschichte, kulturelle Entwicklung und persönliche Leidenschaft - und zeigt, wie aus 80 Karten ein Lebenswerk werden kann.
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