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Ein teures Missverständnis? Warum es für Shorts bei Pana noch nicht passt

kicker

Es war vielleicht der größte Transfer des Sommers in der EuroLeague. Trotz angeblichen Interesses aus der NBA wechselte Europas wohl begehrtester Guard zu Panathinaikos, um zusammen mit MVP Kendrick Nunn den prominentesten Backcourt der Liga zu bilden. Es hätte sicherlich auch Argumente für Shorts als wertvollster Spieler gegeben, so dominant trat der 27-Jährige für die Franzosen auf.

Mit durchschnittlich 18,7 Punkten und 7,5 Assists führte der kleine Guard den Liga-Neuling direkt in die Playoffs, unter anderem schlug Paris im Play-In das Star-Ensemble von Real Madrid in deren Halle. Es war der Höhepunkt eines kometenhaften Aufstiegs innerhalb von vier Jahren über Crailsheim, Bonn und eben Paris. Panathinaikos schien da nur der logische Schritt.

In der griechischen Hauptstadt ist jedoch noch Sand im Getriebe. Zum Auftakt gegen die Bayern blieb Shorts angeschlagen ohne einen einzigen Punkt, in der vergangenen Woche in Bologna punktete der US-Guard mit nordmazedonischem Pass im sechsten EuroLeague-Spiel erstmals zweistellig (15 Zähler) und stand mehr als 20 Minuten auf dem Feld.

Shorts über seinen schweren Start in Athen

Entsprechend schnell brodelte die Gerüchteküche in Südosteuropa. Funktioniert das mit Nunn nicht? Sollte Shorts ausgeliehen werden? Roter Stern Belgrad - auf der Suche nach einem Spielmacher - wurde mit dem ehemaligen BBL-MVP in Verbindung gebracht. Passiert ist (natürlich) nichts.

"Es ist eine Herausforderung für mich", sagte Shorts vor einer Woche über seine Situation. "Hier spielen so viele talentierte Spieler, da ist es immer schwer, eine Balance zu finden. Wann bin ich an der Reihe und wann muss der Ball bewegt werden?"

Es sind Fragen, die sich Shorts über Jahre nicht stellen musste. Bei seinen letzten Stationen war unter Tuomas Iisalo und Tiago Splitter alles auf den 1,75-Meter-Mann zugeschnitten. Er war der Fixstern der Offense, es gab kein System, für welches er sich anpassen musste. Er war das System - und das funktionierte so auch verdammt gut.

Shorts: Er ist nicht mehr das System

In Athen ist das anders. Es gibt Nunn, aber auch Routinier Kostas Sloukas. Sie alle sind balldominante Linkshänder, die den Rhythmus eines Spiels gerne diktieren, dazu braucht auch Jerian Grant Touches. Wer am Ende die Zügel in der Hand hält? Das wissen sie in Athen vermutlich selbst nicht so genau.

Die aktuelle Tabelle

"Es kommt auf das Spiel an", wich Shorts auf diese Frage aus. "Jeder hat die Qualitäten dazu. Es geht darum, wer an einem Abend die heiße Hand hat und wer sich am besten fühlt." Das ist die diplomatische Antwort, letztlich liegt es an Coach Ergin Ataman die verschiedenen Egos unter einen Hut zu bringen.

Bei Shorts hat das noch nicht funktioniert, bisweilen wirkt der Guard noch wie ein Fremdkörper, auch weil sein Spiel abseits des Balles nicht besonders gefährlich ist. Seine Dreier fielen zwar im Vorjahr gut, wirklich nehmen will er sie aber nicht. Bei Pana waren es dagegen erst zwei in sechs Partien. In 15 Minuten verbucht Shorts durchschnittlich magere 5,8 Punkte und 2,5 Assists in der EuroLeague.

Shorts: Findet er noch seinen Platz?

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bislang nicht, gleichzeitig spielt Shorts auch nicht bei der Konkurrenz. Dennoch forderte Ataman zuletzt, dass sich Shorts anpassen müsse. "Ich werde das System nicht ändern. Wir haben neue Spieler, die sich anpassen müssen", meinte der Türke, der Shorts aber auch Zeit geben will.

Zeit, die Pana hat, weil die individuelle Klasse schlichtweg zu groß ist. Und am Ende zählen in der griechischen Hauptstadt nur Titel - egal, wie sie am Ende zustandekommen.

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