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"Eine Halbzeit deutscher Basketball": Das Selbstverständnis des Weltmeisters

kicker

Aus Tampere/Finnland berichtet Robert Arndt

"Wir haben in der zweiten Halbzeit deutschen Basketball gespielt", bilanzierte Kapitän Dennis Schröder in der Mixed Zone in Tampere. Deutscher Basketball, das bedeutet aggressive Verteidigung und dann schnelles Umschalten. Letzteres funktioniert leichter, wenn man den Ball nicht aus dem Korb holen muss.

Das war in Halbzeit eins noch zu häufig der Fall, als man Montenegro in den ersten 20 Minuten 44 Punkte genehmigte. Nach der Pause dann ein anderes Bild. "Wir haben Steals geholt und nach dem Rebound schnell gespielt. So sind wir schwer zu stoppen", freute sich Schröder. Montenegro kratzte in den dritten zehn Minuten zwölf Zähler zusammen, in der gesamten zweiten Halbzeit 28. Deutschland gewann mit 30 Punkten Differenz.

Auch der Kapitän brachte nach dem Wechsel mehr Energie, nachdem er in Halbzeit eins vornehmlich offensive Akzente setzte und zehn Zähler am Stück erzielte, als Montenegro für kurze Zeit in Führung ging. Am offensiven Brett hatten die Außenseiter in Halbzeit eins dank Nikola Vucevic deutliche Vorteile, Deutschland boxte hier zu selten konsequent aus.

DBB-Team: Sie wissen, was sie machen müssen

Nach der Halbzeit räumten die Deutschen komplett auf und es wurde eine echte Teamleistung. Scorten zunächst fast nur Franz Wagner und Dennis Schröder fielen nach dem Wechsel auch endlich die Dreier. Andi Obst traf in der Vorbereitung wenig, dafür in diesem Spiel umso mehr. Fünf Dreier versenkte der Bayern-Guard im Korb und zeigte damit einmal mehr, dass er auf den Punkt den Schalter umlegen kann.

Dass nur (offiziell) knapp 4.000 Zuschauer das deutsche Spiel sehen wollten und die Halle damit nur zu einem Drittel gefüllt war, störte Obst nicht. "Es war schon ruhig, aber wir sind in der Lage uns selbst zu pushen."

Auch das Fehlen von Bundestrainer Alex Mumbru war kein Faktor, das deutsche Team drehte in der Pause an den richtigen Stellschrauben. "Es war ungewohnt, aber wir spielen schon seit vielen Jahren mit diesem Kern zusammen und haben eine Identität entwickelt. Wir wissen, was wir machen müssen, wenn es drauf ankommt."

Wie steht es um Isaac Bonga?

Gilt das auch für Maodo Lo? Der Spielmacher hatte gegen Spanien nichts getroffen und auch in Tampere waren die ersten Würfe kurz. Doch im vierten Viertel reihte der Guard einige gute Aktionen aneinander, was auch Schröder noch einmal hervorhob. "Alle haben in Halbzeit zwei mit Selbstvertrauen gespielt, auch Maodo. Das haben wir als Team gebraucht."

Der Auftakt ist somit geglückt, nur die Sorgen um Isaac Bonga trüben ein wenig das Bild. Klarheit über die Schwere der möglichen Verletzung besteht aber noch nicht. Wenn die Partie dafür eines gezeigt hat, ist es der Umstand, dass diese Mannschaft auch ohne den nominellen Head Coach genau weiß, wie sie sich zu verhalten. Es ist das Selbstverständnis eines Weltmeisters.