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"Eines Weltmeisters würdig": DBB-Team lässt Gegner staunend zurück

kicker

Aus Tampere/Finnland berichtet Robert Arndt.

106, 105 und nun 107 Punkte - das DBB-Team zündete in der diesmal fast ausverkauften Tampere Deck Arena ein weiteres Feuerwerk ab. "Wir haben diesmal 40 Minuten durchgezogen", freute sich Isaac Bonga und lieferte sofort das Stichwort dafür, was den Unterschied ausmachte: "Pace".

Das Tempo der deutschen Mannschaft war zeitweise atemberaubend, es wurde sowohl nach Stops als auch nach Körben des litauischen Teams sofort umgeschaltet. "Auch Litauen hat schnell gespielt, aber wir haben es dazu auch geschafft, sie aus der Zone zu halten."

Das DBB-Team forcierte 18 Ballverluste der Litauer, daraus generierten sie 25 Punkte, während der Weltmeister erneut hervorragend auf den Ball aufpasste (6 TO). Auch das ist ein Trend. Trotz der schnelleren und damit auch riskanteren Spielweise macht die Mannschaft kaum Fehler. Es zeigt, wie gut die Automatismen sitzen, wie gut sich das Team über die Jahre kennt.

Litauens Trainer spricht Kompliment aus

Litauen hatte dagegen sechs Turnier-Debütanten mit dabei und das war spürbar. "Sie haben uns aus der Bahn geworfen", meinte Litauens Nationaltrainer Kurtinaitis. "Sie haben viele Dreier getroffen, aber wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht so schnell wie sie sind. Sie sind nicht ohne Grund Weltmeister und wir waren für sie kein Prüfstein."

Ähnlich sah man es auch im deutschen Lager. DBB-Präsident Ingo Weiss sprach von einer "bombigen" Leistung und nannte den Auftritt "eines Weltmeisters würdig". Wann immer Litauen einen kleinen Run hinlegte, hatte Deutschland eine Antwort. 52 Prozent der Würfe waren drin, sogar 54 Prozent aus der Distanz (19/35). Mit solchen Quoten wird Deutschland im Turnier nicht zu schlagen sein.

Dennis Schröder (26) und Franz Wagner (24) verbuchten zusammengerechnet 50 Zähler, dazu kamen 23 weitere von Theis, der ein überragendes Spiel an beiden Enden des Feldes machte. Hinten beackerte er Valanciunas oder war als Help Defender zur Stelle, vorne verwandelte er alle seine neun Würfe, darunter auch zwei krachende Dunks.

DBB-Team: Die Fragezeichen werden weniger

Schon gegen Schweden wirkte Theis sehr spritzig, auch 24 Stunden war das der Fall und lässt für den weiteren Turnierverlauf hoffen. Der Center der AS Monaco ist der einzige deutsche Big, der über dem Ring spielen kann, umso wichtiger ist seine Präsenz und auch Formstärke.

Auch die deutsche Bank freute sich sichtbar für Theis, überall wurde gelacht und sich euphorisch abgeklatscht. Waren in der Vorbereitung noch Fragen hinter den Namen von Maodo Lo, dem Shooting von Andi Obst oder eben der Fitness von Theis, sind diese für den Moment weg. "Das macht unser Team aus. Man kann sich nicht auf uns einstellen, weil wir zwölf so talentierte Spieler haben."

Einer davon ist er selbst und es bleibt eine Augenweide, Wagner bei seinem Drive zuzuschauen. Inklusive Vorbereitung gab es nun neun Spiele und kein Gegner hat auch nur im Ansatz eine Lösung gefunden, um Wagner vom Scoren abzuhalten. 21,4 Punkte sind es in durchschnittlich 24,2 Minuten bei einer Wurfquote von 52,5 Prozent aus dem Feld sowie fast neun gezogenen Freiwürfen pro Spiel.

DBB-Team: Jetzt soll der Gruppensieg her

Und Wagner lässt es seine Gegner auch wissen. Als der litauische Trainer an einem Pfiff pro Wagner zweifelte, machte dieser lässig ein Videobeweis-Zeichen und drehte sich kopfschüttelnd ab. Manche werden das als arrogant abstempeln, andere als Selbstbewusstsein.

Für den Moment läuft es einfach, das Ziel Gruppensieg ist nah. Dafür braucht es noch Siege gegen Großbritannien und Gastgeber Finnland, doch in dieser Form ist es nur schwer vorstellbar, dass Deutschland nicht auch diese Pflichtaufgaben erledigt.

"Jeder weiß ganz genau, was seine Rolle ist. Jeder berührt den Ball, wir spielen schnell und defensiv sehr stark. Das zeichnet uns aus und deswegen sind wir so schwer zu stoppen."

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