Aus Riga/Lettland berichtet Julius Ostendorf.
Nachdem Bundestrainer Alex Mumbru die Vorrunde aufgrund einer Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse), wie er nun selbst bestätigte, komplett verpasste, stand der Spanier im Achtelfinale gegen Portugal zumindest zeitweise wieder an der Seitenlinie. Wie der DBB am Montagmittag mitteilte, werde der Basketballlehrer allerdings von der Position des Cheftrainers in die zweite Reihe zurücktreten und Alan Ibrahimagic erneut das Zepter übergeben. Die Entscheidung hatte Mumbru der Mannschaft am Vormittag selbst in einem "emotionalen" Teammeeting mitgeteilt, wie der Verband in einer Mitteilung schrieb.
Auf einer Pressekonferenz im Teamhotel, bei der Mumbru erstmals das Wort an die Medien richtete und seinen Gesundheitsstatus aufklärte, ergriff auch Maodo Lo im Namen der gesamten Mannschaft das Wort: "Der Grund, warum wir jetzt hier stehen und auch an der Pressekonferenz teilnehmen, ist, dass online ein paar Sachen geschrieben wurden, dass er abtritt oder irgendwie nicht mehr seine Pflichten als Trainer ausführen kann", sagte er im Beisein der versammelten Mannschaft.
DBB-Team zollt Mumbru Respekt
"So wie das dargestellt wurde, entspricht nicht zu 100 Prozent der Wahrheit. Wir sind da, um unsere Unterstützung für Alex Mumbru auszusprechen und zu sagen, dass er weiterhin für uns hier ist." Dabei stellte er auch klar, dass Mumbrus Gesundheitszustand es derzeit nun mal nicht zulasse, dass der Spanier allen Funktionen des Cheftrainers gerecht werden kann. "Dafür ist Alan da und der macht das auch wahnsinnig gut."
Gleichzeitg stellte Lo klar, dass abseits vom Alltagsgeschäft Mumbrus System für den Erfolg beim laufenden Turnier verantwortlich ist: "Er ist weiterhin da, wir spielen sein System, seine Philosophie, seine Idee. Man muss anerkennen, was das für eine wahnsinnige Leistung ist, dass er trotz seiner gesundheitlichen Situation hier ist und uns weiterhin unterstützt", sagte der Point Guard und erntete dafür zustimmendes Kopfnicken seiner Teamkollegen, allen voran vom neben ihm stehenden Kapitän Dennis Schröder.
Bei der Medienkritik bezog sich das Lo scheinbar auf verschiedene Berichte, die nicht deutlich machten, dass Mumbru nur für die Dauer des laufenden Turniers seine Chefrolle abgebe. Zudem entbinde sich der Spanier auch nicht komplett von seinen Verpflichtungen, sondern fährt lediglich den Umfang seiner Aufgaben zurück.
Basketball-EM: Der Turnierbaum