Aus Tampere/Finnland berichtet Robert Arndt.
Er war einer der Sorgenkinder der Vorbereitung. Niemand wusste so genau, wie fit Maodo Lo für diese EM wirklich sein könne, die ersten Spiele machen in dieser Hinsicht Mut. Die Qualität des Gegners war mit den Schweden zwar erneut begrenzt, doch Interims-Bundestrainer Alan Ibrahimagic verteilte die Minuten gut und vor allem Lo wusste diese zu nutzen.
In knapp 22 Minuten verbuchte der kürzlich nach Litauen zu Zalgiris Kaunas gewechselte Guard 13 Punkte, fünf Rebounds sowie fünf Assists. Mit +21 hatte Lo neben Wagner das beste Plus-Minus-Rating aller Spieler und verwandelte zudem alle seine fünf Würfe (drei Dreier).
Das brachte auch die gute Laune nach dem Spiel zurück. "Ob ich in meiner Karriere noch einmal 100 Prozent komme, weiß ich nicht", witzelte der 32-Jährige, für den es vielleicht das letzte große Turnier ist. Mit nun 112 Länderspielen hat aus dem derzeitigen Kader nur Johannes Voigtmann mehr (127).
Maodo Lo: Spiele als Trainingseinheiten
Entsprechend muss mit den Kräften gehaushaltet werden. "Ich habe in der Vorbereitung zweieinhalb, drei Wochen ausgesetzt und nutze die Spiele, um in meinen Rhythmus zu kommen", erklärte Lo, der die Vorrunden-Duelle als anspruchsvolle Trainingseinheiten sieht. Ein gutes Stichwort, denn so war das Spiel von Lo schon immer.
Kaum jemand hat eine solche Leichtigkeit in seinen Aktionen, der Berliner ist wie ein Tänzer mit dem Ball, der in seinen Hochzeiten beinahe über den Court glitt. Man erinnere sich an die EM 2022 oder einige Phasen des Weltmeister-Jahres, doch kleinere Verletzungen machten Lo immer wieder zu schaffen. Bei Olympia 2024 schrumpfte seine Rolle zusammen, Ibrahimagic setzt dagegen wieder mehr auf den ehemaligen Pariser.
Die Unterstützung seiner Mitspieler hat Lo sowieso sicher, Kapitän Dennis Schröder ist seit jeher einer der größten Unterstützer des gebürtigen Berliners. "Einfach aggressiv sein", rief der Kings-Guard Lo in der Mixed Zone zu - natürlich mit einem breiten Grinsen. Das DBB-Team braucht einen fitten Lo in den Minuten ohne Schröder und die ersten beiden Spiele sollten im deutschen Lager für Optimismus sorgen.
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