Aus Riga/Lettland berichtet Julius Ostendorf.
Mit 99:91 hat sich Deutschland im EM-Viertelfinale gegen Slowenien durchgesetzt und damit seine wohl härteste Prüfung des laufenden Turniers bestanden. Über 26 Minuten lief das DBB-Team dabei einem Rückstand hinterher, ehe im vierten Viertel die Wende gelang.
"Wir waren in der ersten Hälfte die ganze Zeit hinten, im dritten Viertel auch noch", resümierte Maodo Lo. "Es war brenzlig und tough und schwierig - und ich bin immer noch ein bisschen frustriert, weil wir nicht gut gespielt haben."
Einen kleinen Wendepunkt markierte Tristan da Silvas Treffer von der Mittellinie zum Ende des dritten Viertels, mit dem er den Rückstand auf -4 verkürzte. "Es gibt immer ein paar Momentumshifter und das war definitiv einer", merkte Johannes Thiemann an. "Man hatte dann wieder das Gefühl, dass man zurück im Spiel ist."
Maodo Lo bringt neuen Schwung
Es dauerte nur eine Minute bis Deutschland im Schlussdurchgang dann selbst erstmals seit dem Eingangsviertel wieder die Führung übernahm. Maodo Lo, der bis dahin nur drei Punkte zustande gebracht hatte, sollte auch gegen Slowenien zum späten Matchwinner avancieren. "Wenn es Momente gibt, wo man ein bisschen Verantwortung übernehmen soll, dann versuche ich das auch zu machen."
Wenngleich sich die Partie letztlich zum Positiven für Deutschland wendete, hätte Thiemann gerne auch auf diesen Spielverlauf verzichtet: "Es wäre auf jeden Fall schön gewesen, wenn wir nicht diese Energieleistung im letzten Viertel brauchen würden", sagte er und erinnerte dabei auch an das vorherige Spiel gegen Portugal, welches durchaus ähnlich verlief.
"Aber es zeigt natürlich auch unseren Charakter und unsere Stärke, dass wir trotzdem immer nochmal eine Schippe drauflegen können."
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