Seit einigen Tagen hat Gordon Herbert mit einer hartnäckigen Erkältung zu kämpfen. Auf der Pressekonferenz am Mittwoch erschien der Kanadier noch mit heißem Tee. Auch zwei Tage später, beim EuroLeague-Spiel gegen Zalgiris Kaunas, wirkte er noch stark angeschlagen. Zum Schutze der anderen trug er eine FFP2-Maske.
Seine offensichtliche Schwächung hielt den 66-Jährigen allerdings nicht davon ab, im Nachgang des Spiels hart mit seiner Mannschaft ins Gericht zu gehen. "Es ist einfach. Die eine Mannschaft hat als Team gespielt. Die andere nicht", rang Herbert auf der Pressekonferenz sichtlich um Worte und schob hinterher: "Wenn wir einfach nur als Individuen spielen wollen, haben wir keine Chance."
Dabei bezog sich Herbert auch darauf, dass seine Schützlinge ganz offensichtlich Probleme mit der Ballbewegung hatten. Stattdessen war viel Stückwerk und Einzelkönnen gefragt. Gegenüber den 18 Assists, die Zalgiris als Team einsammelte, gelangen den Münchnern lediglich elf.
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Hollatz: "Du kannst keine 98 Punkte zu Hause zulassen"
Dennoch schafften es die Bayern zum Ende des dritten Viertels den bereits hohen Rückstand per 10:0-Lauf auf -11 Punkte zu drücken. Auf die aufkeimende Hoffnung folgte im Schlussdurchgang allerdings schnell Ernüchterung. Zalgiris erzielte die ersten sieben Punkte am Stück und sorgte damit für die Entscheidung.
"Wir sind nachlässig mit dem Ball umgegangen und haben einige Fast-Break-Möglichkeiten ausgelassen", erklärte Herbert weiter - und wurde dann richtig deutlich: "Mir war es peinlich, wie wir Basketball gespielt haben. Bis jetzt dachte ich eigentlich, dass wir den Team-Basketball bereits gut verinnerlicht hätten. Heute war das Gegenteil der Fall."
Eine etwas andere Erklärung hatte Nationalspieler Justus Hollatz, der vor allem Bayerns Arbeit gegen den Ball in den Blick nahm: "Wir haben nicht verteidigt. Wir haben keine Stopps erzielen können. Dadurch wird es schwierig. Kaunas hat es gut gemacht, aber du kannst keine 98 Punkte zu Hause zulassen. Das größte Manko war die Defensive", so der 24-Jährige gegenüber MagentaSport.
Die Chance auf Wiedergutmachung bietet sich dem FCBB bereits in Kürze. Ab Sonntag beginnt das nächste Marathon-Programm für die Münchner: Vier Spiele in sieben Tagen. Den Anfang macht das Duell mit den Bamberg Baskets am Sonntag (16.30 Uhr).
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