Cooper Flagg hat auch in seinem zweiten Preseason-Spiel für die Dallas Mavericks einen starken Eindruck hinterlassen. Der Nr.-1-Pick des Drafts zeigte beim 116:120 gegen die Charlotte Hornets erneut, warum die Erwartungen an ihn so hoch sind. In 24 Minuten legte der 18-Jährige 11 Punkte, 4 Assists, 3 Rebounds und 3 Steals auf. Dazu glänzte er mit Übersicht, Energie und spektakulären Szenen wie einem Alley-Oop auf Anthony Davis gleich zu Beginn der Partie.
Head Coach Jason Kidd lobte anschließend besonders Flaggs Übersicht: "Wir wollen ihn in verschiedenen Situationen den Ball bringen lassen. Er hat viele gute Reads gemacht", so Kidd. Zwar unterliefen dem Hoffnungsträger der Mavs fünf Ballverluste, doch Kidd nahm das gelassen: "Die meisten kamen bei seinen Behind-the-Back-Pässen, das gehört dazu. Wir wollen, dass er mutig bleibt."
Mavs-Starter bereiten Sorgen
Während Flagg mit seiner Frühform beeindruckt, bleiben die Leistungen der Mavs-Starter weiter ein Thema. In der Anfangsphase fehlte jede Abstimmung, Charlotte traf fast nach Belieben von außen. Dallas lag schnell zweistellig zurück, ehe Naji Marshall und PJ Washington für ein kurzes Aufbäumen sorgten. Coach Jason Kidd ließ seine Starter diesmal länger auf dem Feld, mit ernüchterndem Ergebnis. Die Kombination aus Davis, Thompson, Marshall, Washington und Lively II wirkte unausgewogen: zu wenig Spacing, kaum Kommunikation, wenig Energie. Das Team um Davis (12 Punkte) und Klay Thompson (14 Punkte, 4/7 Dreier) lag früh mit 13:30 hinten. Besonders gegen schnelle Power Forwards wie Miles Bridges (20 Punkte, 11 Rebounds) offenbarte Dallas große Schwächen.
Ohne Anthony Davis, der zwischenzeitlich geschont wurde, lief der Ball zeitweise sogar besser, doch auch nach der Pause blieb die Defense sehr lückenhaft. Nach einem Foul von Davis verlor Dallas völlig den Rhythmus, die Hornets zogen auf 15 Punkte davon. Erst als Kidd auf die Bank setzte, kam mit Flagg, Washington und Marshall mehr Bewegung und Intensität ins Spiel.
Auch Dereck Lively II (10 Punkte, 6 Rebounds) konnte in seiner erweiterten Rolle nicht überzeugen. Sein erster Dreierversuch verfehlte deutlich, defensiv fehlte die Präsenz. Insgesamt fehlt dem Team spürbar die Balance zwischen Größe und Beweglichkeit. Ein Problem, das Kidd bis zum Saisonstart lösen muss.
Hype um Flagg nimmt weiter Fahrt auf
Doch immerhin: Flagg wirkt auf dem NBA-Parkett erstaunlich abgeklärt und fügt sich nahtlos in das System als Ballhandler, Verteidiger und Passgeber ein. Die Mavs haben mit ihm offenbar mehr als nur ein Zukunftsprojekt. Flagg ist schon jetzt ein Faktor. Trotz der Niederlage herrscht rund um ihn bereits Aufbruchstimmung. NBA-Reporter Marc Stein schrieb scherzhaft auf X: "Kühne Prognose: Cooper Flagg wird Rookie of the Year."
Comeback gegen Warriors? Redick verrät, wann Doncic wieder spielen soll