Sergio De Larrea, Guard, Spanien, 19 Jahre
Womöglich stünde Sergio de Larrea bereits bei irgendeinem NBA-Team unter Vertrag. Statt sich für den Draft 2025 anzumelden, kehrt er zur nächsten Saison jedoch nach Valencia zurück, um ACB und Euroleague zu spielen, wo er bereits mit 17 debütierte. Mit rund 1,96 Metern ist De Larrea für einen Point Guard relativ groß. Gleichzeitig funktioniert sein Spiel sowohl mit als auch ohne Ball. Blöcke nutzt er, um sich in gute Wurfposition zu bringen und nach dem Pass seine gute Wurfbewegung zu demonstrieren. Vergangene Saison traf er 43,9 Prozent seiner Dreier.
Mit Ball findet De Larrea Mitspieler nach dem Pick and Roll. Gleichzeitig kann er selbst abschließen. Sein gutes Ballhandling öffnet den Weg zu unterschiedlichen Spots auf dem Court. Zumal DeLarrea gern Richtungs- und Tempowechsel einbaut. Am Ring kann er mit beiden Händen abschließen. Sergio Scariolo dürfte den erfahrenen Dario Brizuela zunächst Spielzeit geben. Doch De Larrea könnte im Laufe des Turniers durchaus Minuten gewinnen. Zumal er seine Länge auch defensiv zu nutzen weiß.
Miro Little, Guard, Finnland, 21 Jahre
20 Jahre, und schon jede Menge Erfahrung. Bereits 2022 debütierte Miro Little für Finnland. Danach spielte er die EuroBasket, die Weltmeisterschaft 2023 sowie das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2024. 2023 wechselte er zudem ans College, wo er eine kleine Rolle, aber nicht immer einen Rhythmus fand. Seine erste Saison verbrachte Little in Baylor, kam von der Bank und spielte gut acht Minuten. Es folgte ein Wechsel nach Utah und ein deutlicher Minutenanstieg (17,7). Kommende Saison verbringt Little bei der UC Santa Barbara.
Zuvor steht die Heim-EuroBasket an. Dort konzentriert sich zwar ganz Finnland auf Lauri Markkanen, doch Little könnte durchaus helfen. Mit rund 1,96 Metern pendelt er zwischen der Eins und der Zwei, nutzt dort vor allem seinen kräftigen Körper, um in die Zone zu kommen, wo er auch mit Kontakt abschließen kann. Gleichzeitig bringt Little den Dreier aus dem Dribbling mit - wenngleich seine Quoten am College noch ausbaufähig sind (33,5 Prozent Dreier in zwei Jahren).
Little braucht den Ball nicht, trifft aber durchaus gute Entscheidungen, wenn er angriffe einleitet und findet seine Teamkollegen. Dazu kommt eine solide Defense. Kein Superstar auf dem Weg zum Sprungbrett, aber einer, der nicht nur für Finnland dauerhaft eine Rolle finden könnte.
Miikka Muurinen, Forward, 18 Jahre
Miikka Muurinen weckt Träume, ohne überhaupt ein College-Spiel absolviert zu haben. Der 18-Jährige ist groß (2,10 Meter), bringt die berühmte 7-Foot-Spannweite mit (7’2’’) - und bleibt dabei beweglich. An Arizona Compass Prep, wo Muurinnen vergangene Saison spielte, zog er immer wieder explosiv Richtung Brett, baute Richtungswechsel ein, überzeugte mit Geschwindigkeit und Finesse. Dass er gegen Gegenspieler auch ins Eins-gegen-Eins gehen kann, vergrößert sein Potenzial. Dass er den Ball mit Vorliebe nachdrücklich durch den Ring drückt, verstärkt die Aufmerksamkeit.
Muurinen zählt mittlerweile zu den größten Highschool-Talenten der USA. Seine Mischung aus Athletik, Speed und breitem Skillset könnte auch in der NBA ihren Platz finden. Dazu kommt das nötige Selbstbewusstsein: Als Muurinen mit 17 erstmals mit dem finnischen Nationalteam trainierte, führte er seine Teamkollegen direkt in die Kunst des amerikanischen Trash Talk ein. Der eine oder andere sei zu klein, gab er verbal und via Geste zu verstehen. Den Spaß verstanden alle, heißt es heute. Muurinen scheint vieles mitzubringen und kann nun von Lauri Markkanen lernen, einem großen, athletischen, versierten Big.
Saliou Niang, Flügel, Italien, 21 Jahre
Theoretisch ist Saliou Niang bereits dort, wo viele Talente hinwollen: Im Draft 2025 wählten die Cleveland Cavaliers den Italiener an 25. Stelle aus. Der Wechsel eilt jedoch nicht. Kommende Saison sammelt der 21-Jährige mit Virtus Bologna Euroleague-Minuten und soll spielerisch weiter wachsen. Italiens Most Improved Player der abgelaufenen Spielzeit zeichnet sich durch einen vielversprechenden Mix aus Athletik, Explosivität, Einsatz und Gespür aus. Vor allem verteidigte Niang bereits kleine Guards, agile Flügel und kräftige Bigs; bis auf die ganz Großen also alles und jeden.
Offensiv kann der in Dakar, im Senegal, geborene Wing vieles solide bis gut. Mit Ball findet Niang seine Teamkollegen und schafft durch seine Explosivität immer wieder Gelegenheiten für sich und andere. Dazu bewegt er sich gut durch gegnerische Defenses, um nach einem Pass in Position zu kommen. Der Wurf ist noch ein kleines Projekt. Kommt er, gerade aus der Distanz, könnte sich Niang zu einem veritablen 3&D-Prospect entwickeln.
Mario Saint-Supery, Guard, Spanien, 19 Jahre
Gerade einmal 16 Jahre war Mario Saint-Supery alt, als er 2022 für Unicaja Malaga in Spaniens ACB debütierte. Final durchsetzen konnte er sich zwar nicht - es folgten zwei Leihen -, dafür dominierte der Guard umso mehr auf Jugendebene. Bei der U18-Europameisterschaft 2024 legte Saint-Supery 21,4 Punkte, 5,4 Rebounds sowie 6,3 Assists auf, Slowenien schenkte er ein 35-10-10-Triple-Double.
Gerade beim schnellen Spiel kann er sich dabei regelmäßig auf seine guten Instinkte verlassen. Im Fast Break findet Saint-Supery verlässlich seine Teamkollegen, trifft gute Entscheidungen. Vergangene Saison für Baxi Manresa tendierte der Spanier zunächst zum Ballverlust. Zudem hatte er Probleme, regelmäßig zum Ring zukommen. Nach wenigen Wochen stabilisierte sich Saint-Supery. Ein positives Zeichen. Sein Handling gegen physische Verteidiger verbesserte sich, auch die Turnover bekam er besser in den Griff. Dazu fand Saint-Supery dank pointierter Bewegungen immer häufiger den Weg zum Ring. Statt Richtung Zone zu explodieren, spielte er klug, brachte Gegenspieler auf falsche Ideen. Ausbaufähig blieb häufig seine Creation im Halbfeld.
Dennoch erhielt Saint-Supery für die EuroBasket Lorenzo Browns Platz, der aus persönlichen Gründen absagte. Mit mittlerweile 19 Jahren steht der Guard, der sowohl auf der Eins als auch auf der Zwei spielen kann, noch relativ am Anfang seiner Entwicklung. Die Lernkurve der vergangenen Saison macht Mut. Nach einer Knöchelverletzung im Vorbereitungsspiel gegen Frankreich ist allerdings noch nicht sicher, wie häufig Saint-Supery bei der EuroBasket auf dem Feld stehen kann, ehe er nach dem Turnier ans College nach Gonzaga wechselt.