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Für den "Männertrip": Theis‘ erfolgreicher Kampf gegen Zeit und Körper

kicker

Duelle mit Jonas Valanciunas können schmerzhaft sein, davon berichtete nicht zuletzt Daniel Theis. "Ich habe mich ein bisschen gefühlt, als ob ich vom Zug überfahren wurde", verriet Theis, wie er sich am Morgen nach dem Litauen-Spiel fühlte. Über 23 Minuten hatte der Center die undankbare Aufgabe, den 117-Kilo-Koloss (das ist eine Untertreibung, JV hat in diesen Tagen deutlich mehr auf den Rippen) zu checken und gab dabei keinen Zentimeter her.

Stattdessen gewann Theis sein Matchup deutlich. Er erzielte 23 Punkte, verwandelte alle seine neun Würfe (darunter drei Dreier) und hielt gegen den NBA-Center dagegen. Auf der anderen Seite zog Theis Valanciunas aus der Zone oder schaltete in Transition so schnell um, dass der Center der Nuggets kaum nachkam.

"Ich habe keine Ahnung, ob ich sowas noch einmal erleben werde", lachte Theis, als er auf sein perfektes Spiel angesprochen wurde. Unisono schwärmten alle Mitspieler nach dem Spiel vom "Senior" der Mannschaft, der im April 33 Jahre alt wurde. Ein kritisches Alter im Basketball, wenn zwar die Erfahrung wächst, aber die Athletik zu schwinden beginnt.

Theis über seinen "zähen Sommer"

Athletik war schon immer das Faustpfand des Ex-NBA-Centers. Natürlich kann er werfen, ist spielintelligent, doch das DBB-Team braucht ihn vor allem als abrollenden Big und Anker in der Verteidigung. Dass Theis nun in den ersten drei Spielen so spritzig wirkt, ist ein Segen und war nicht zu erwarten.

Nach seiner Entlassung in der NBA kehrte Theis nach Europa zurück, trotz lukrativerer Angebote entschied er sich für Monaco, wo ihn Coach Vassilis Spanoulis überzeugen konnte. Beide kannten sich aus einem gemeinsamen Urlaub und Theis wurde für die Monegassen schnell wichtig, bevor er wieder Knieprobleme bekam. Im EuroLeague-Final-Four spielte Theis dann zwar, machte dort aber nicht die glücklichste Figur und verpasste im Anschluss fast die kompletten Playoffs in Frankreich.

So entstanden ernsthafte Zweifel, ob Theis überhaupt rechtzeitig werden würde. "Es war ein zäher Sommer", gab Theis selbst zu, lobte dafür aber die Kommunikation mit dem DBB, um sich auf das große Ziel EM vorzubereiten. "Wir konnten immer offen reden und mit Start der Vorbereitung wurde alles komplett gesteuert."

Theis: Unersetzlich für das Team

So trainierte Theis teilweise nur zur Hälfte mit und strampelte auf dem Fahrrad, während die Kollegen auf dem Court weiter schwitzen durften. "Es war nervig, aber es war gut, dass ich auf die Leute gehört habe, die mehr Ahnung davon haben." Im Supercup kam Theis dann erstmals zum Einsatz und dort war es noch ersichtlich, dass er noch nicht so weit war. Zwei Wochen später steht ein anderer Theis auf dem Feld.

Einer der Lob-Anspiele von Dennis Schröder oder Franz Wagner verwerten kann, einer der in Transition mitläuft und einer, der auch mal einen schnellen Guard vor sich halten und dann den Korbleger ans Brett pinnen kann. "Er kann für uns so viele Lücken schließen, sei es gegen kräftige oder auch schnellere Gegenspieler", schwärmte Interimscoach Alan Ibrahimagic.

In dieser Rolle ist Theis ein Star und ein wichtiges Steinchen im Mosaik. Theis will bei dieser Mannschaft sein, dafür ordnete er wie vor drei Jahren bei der Heim-EM alles unter. Damals war es ebenfalls ein Kampf gegen die Zeit, die Zeche zahlte er nach der Bronze-Medaille, als er verletzt ins Trainingscamp der Indiana Pacers kam und dort den Anschluss verlor.

Theis: Endet der "Männertrip" wieder mit einer Medaille?

Der 33-Jährige betonte dennoch schon häufiger, dass dies für ihn selbstverständlich gewesen sei und fügte am Sonntag im Team-Hotel an. "So viele von den Jungs sind schon so lange dabei, das ist schon eine Art Männer-Trip. Wir haben nur das Glück, dass wir zusammen Basketball spielen können."

Und das auch sehr erfolgreich. Die Anstrengungen sollen nicht umsonst gewesen sein. "Erfolg spielt da auch eine Rolle", gab Theis offen zu. „Wir sind im Sommer lange unterwegs, leben sehr viel aus dem Koffer, aber der Erfolg und die Jungs - Joe [Voigtmann] kenne ich schon aus der U18 - haben auch einen großen Anteil daran.

Der Erfolg ist für den Moment da. In drei Spielen gab es drei Siege, dreimal wurden über 100 Punkte erzielt. War Deutschland vor dem Turnier einer der Mitfavoriten, spielt das DBB-Team für den Moment den wohl spektakulärsten und auch besten Basketball im Turnier. Ein weiterer Titel scheint möglich, dafür beackert man auch mal einen 117-Kilo-Mann, der eher 130 wiegen dürfte.

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