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"Gehe nicht nach Hause": Mumbru kämpferisch nach Rollentausch

kicker

Als Alex Mumbru vor die Presse trat, gab ihm die Mannschaft demonstrativ Rückendeckung. Dennis Schröder, Franz Wagner und all die anderen deutschen Basketballer bauten sich geschlossen hinter ihrem Bundestrainer auf, ehe dieser am Montag bei einer Pressekonferenz im EM-Teamhotel in Riga erstmals seit seiner Erkrankung öffentlich sprach.

Nachdem er freiwillig ins zweite Glied gerückt war, gab sich der Spanier kämpferisch. "Ich bin weiter der Headcoach des Teams, ich bleibe weiter beim Team. Es stimmt, dass ich nicht bei einhundert Prozent bin", sagte Mumbru, auch teilte der 46-Jährige zum ersten Mal die genaue Diagnose - ihn plagt eine Pankreatitis, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Vor dem EM-Viertelfinale gegen Superstar Luka Doncic und seine Slowenen am Mittwoch (20.00 Uhr/RTL und MagentaSport) hatte der Deutsche Basketball Bund (DBB) zuvor am Montag mitgeteilt, dass Mumbru die Rolle des Headcoaches während der Spiele für die restliche Dauer der EM auf seinen Assistenten Alan Ibrahimagic überträgt, Mumbru sitzt jedoch weiter auf der Bank.

Mumbru: Ich bleibe beim Team

Ibrahimagic könne "mit der Energie auftreten, die das Team während des Spiels braucht. Aber sonst bereiten wir die Spiele zusammen vor. Ich gehe nicht nach Hause. Ich bleibe beim Team. Wir kämpfen weiter." Darüber hinaus warb Mumbru um Fokus auf Slowenien. "Wir wollen, dass sich alle auf das konzentrieren, was wichtig ist. Das ist das Spiel - und nicht meine Situation", sagte er.

Mumbru war am vergangenen Samstag beim Achtelfinale gegen Portugal (85:58) auf die Trainerbank zurückgekehrt. Der 46-Jährige war am 25. August nach der Ankunft im Vorrundenspielort Tampere/Finnland ins Krankenhaus eingeliefert worden, dort verbrachte er sechs Tage. Schon während dieser Phase war er von Ibrahimagic vertreten worden.

Mumbru: DBB-Team bricht Lanze für Coach

Bei der lange Zeit krampfhaften Partie gegen Außenseiter Portugal, die Deutschland letztlich dann doch mit 85:58 gewann, hatte Mumbru noch längst nicht fit gewirkt. Er wechselte sich beim Coaching mit Ibrahimagic ab, in der zweiten Halbzeit gab dann fast ausschließlich Ibrahimagic die Anweisungen von der Seitenlinie und Mumbru übernahm die Auszeiten im Sitzen.

Die Mannschaft war am Montag bei der rund zehnminütigen Medienrunde neben Ibrahimagic und Mumbru anwesend, um ihre Solidarität mit ihrem Coach auszudrücken. Sie wollte aber auch betonen, dass sie Mumbrus Situation medial nicht gänzlich korrekt wiedergegeben sah. Dafür ergriff Maodo Lo das Wort. "So wie das dargestellt wurde, dass er seine Funktion als Trainer nicht mehr ausfüllen kann, ist nicht zu einhundert Prozent wahr. Er ist weiterhin da, wir spielen weiterhin sein System."

Für Mumbru persönlich ist die Situation indessen äußerst unglücklich. Der Familienvater, der einst als Spieler mit Spanien Welt-und Europameister geworden war, war im Vorjahr mit großen Ambitionen zum DBB gekommen, um das schwere Erbe von Weltmeister-Trainer Gordon Herbert anzutreten. Nach seiner Zeit in Bilbao und beim EuroLeague-Klub Valencia Basket ist die deutsche Nationalmannschaft erst seine dritte Trainerstation - sowie die größte und prestigeträchtigste Aufgabe.

Mumbru: Nächstes großes Turnier erst 2027

Und nach leichten Anpassungsschwierigkeiten in der Vorbereitung brillierte das Team bei der EM mit der von Mumbru erdachten schnellen Spielidee, doch sein Körper bremste ihn selbst aus. "Das kann keine gute Situation sein. Da kriegst du eine Riesenchance, bei so einem geilen Team zu coachen, und bist eigentlich das ganze Turnier auf halb acht", sagte Weltmeister Moritz Wagner, der die Spiele bei MagentaSport als TV-Experte analysiert, im Podcast "Abteilung Basketball".

Doppelt bitter ist die Situation, da im kommenden Jahr kein großes Turnier stattfindet. Erst 2027 steht bei der WM in Katar die Mission Titelverteidigung an.