Die vier Hoffnungsvollen
Los Angeles Clippers: Paket um Kawhi Leonard?
LA mögen sowohl LeBron als auch Kawhi Leonard. Beide zogen bewusst nach Los Angeles, James, da er dir Geschäftsinteressen verfolgt, Kawhi, da er zurück in seine Heimat wollte. Umso besser, wenn keiner umziehen muss. Die Gehälter beider unterscheiden sich marginal. Leonard verdient 50 Millionen Dollar, James 52,6. Eins-zu-Eins ginge der Trade damit nicht über die Bühne. Es bräuchte weitere Gehälter, um ein CBA-taugliches Gleichgewicht herzustellen. Weshalb sich beide Teams die Mühe machen sollten? Es ist nicht zu hundert Prozent klar, versteckt sich aber auch hinter keinem dicken Schleier.
Da die Clippers laut TV-Host und NBA-Insider Brandon Robinson unter den vier potenziellen LeBron-Interessenten sein sollen, dürften sie sich Gedanken gemacht haben. Womöglich favorisieren sie dabei ein größeres Paket ohne ihren Superstar. Bestünden die Lakers auf Kawhi und knickten die Clippers ein, hätten sie mit LeBron mehr Planungssicherheit. James mag kommende Saison die 41 Jahre reißen, in den vergangenen Jahren immer häufiger wegen kleinerer Verletzungen ausgefallen sein, regelmäßiger als Leonard stand er dennoch zur Verfügung.
Natürlich kann das Alter jederzeit ganz groß zuschlagen. Für den Moment könnten die Clippers jedoch mit LeBron planen. Zudem bekämen sie mehr Creator als Finisher. Nicht, dass LeBron Angriffe nicht abschließen kann, im Gegenteil, gleichzeitig ist er auch mit über 40 noch einer der besten der Liga, wenn es darum geht, Defenses so auseinander zu nehmen, dass gute Würfe für sich und Teamkollegen herausspringen. LeBron kann Spiele lenken - was gerade dann interessant wird, wenn es Harden in den Playoffs an Punch fehlt. Ob sich James einem Harden-zentrischen Spiel anschließen möchte?
Möchte er, könnte er nach der kommenden Saison kurzfristige Verträge bei den Clippers zu günstigeren Bezügen unterschreiben und der Franchise so Flexibilität bewahren. Ob das sein Plan ist, weiß niemand. Theoretisch wäre genau das auch diesmal möglich gewesen. LeBron hätte seine Spieleroption verstreichen lassen, danach frei bei einem Contender für weniger Geld unterschreiben oder Flexibilität der Lakers erhöhen können. Er tat es nicht.
Leonard weiß wiederum, wie es sich neben einem dominanten Lead-Guard spielt. Harden ist nicht gleich Luka Doncic. Die Grundideen der beiden treffen sich dennoch immer wieder. Die Lakers bekämen einen hervorragenden Iso-Scorer, dazu einen immer noch sehr guten bis herausragenden Defender. Es könnte ein Win-Win sein, und ist ob der emotionalen Komponente (zwei Superstars, die sich ihre Franchise bewusst aussuchten; Trade zwischen zwei Teams einer Stadt) dennoch unwahrscheinlich.
Golden State Warriors: Paket um Kuminga mit zusätzlichem Team?
LeBron und Steph Curry ein einem Team. Wahrscheinlich spräche die NBA den Warriors zwei Christmas Games zu und die Warriors liefen wöchentlich im nationalen Programm. Tatsächlich gilt auch Golden State als interessiert. Am naheliegendsten erscheint, dass die Warriors versuchen, Jonathan Kumingas Restricted Free Agency und LeBrons immer noch nicht geäußerten Trade-Wunsch zu kombinieren. So sich beide zeitlich vereinen lassen.
Entsprechend müssten sich weitere Teams einklinken - es sei denn, die Warriors schicken Jimmy Butler für LeBron nach Los Angeles; und auch dann müsste ein potenzieller Deal erweitert werden, um alle Anforderungen zu erfüllen, da die Lakers den Rest ihrer Non-Tax-Payer Mid-Level-Exception verwendeten, um DeAndre Ayton zu verpflichten und die Warriors über der Luxury-Tax-Grenze liegen.
Sacramento, das Kuminga angeblich gern verpflichten würde, könnte sich einschalten. Einerseits müsste Golden State noch mehr Gehalt rausschicken, andererseits ist fraglich, welcher King die Lakers wirklich überzeugt. Zach LaVine könnte als dynamischer Scorer und Schütze nach dem Pass interessant sein. Gleichzeitig wäre die Defense auf dem Flügel und im Backcourt mit Doncic, LaVine und Austin Reaves arg anfällig.
Vielleicht braucht es also jemand ganz anderen oder noch ein zusätzliches Team. Ein Deal wäre kompliziert, was noch niemanden abgehalten hat. Zu finden unter: sieben-Team-Trade, Kevin Durant.
Cleveland Cavaliers: Paket um Garland und Allen?
Die Cavs schienen sich von LeBron zu emanzipieren. Sie spielten die beste Regular Season PJ (Post James). Doch die Playoffs verkamen zur Enttäuschung und angeblich denken die Cavs nun tatsächlich nach. Für eine Veränderung spräche, dass das Team mit zwei kleinen Guards und zwei nicht (oder im Fall von Evan Mobley selten) werfenden Großen von Grund auf Schlagseite hat. Cleveland bietet Angriffsflächen, die die Pacers in der zweiten Runde genüsslich ausnutzten.
Erwischt es deshalb Jarrett Allen, dessen Playoffs nicht nach Plan verliefen? Bei einem Gehalt von 20 Millionen Dollar - bis 2028/29 steigt es bis auf knapp 32,5 Millionen - wäre der Center nur der Anfang. Die Cavs könnten auch Darius Garland mit in den Ring werfen, um danach die genauen Parameter festzulegen. Gleichzeitig opferten sie dafür zwei ihrer vier Besten für einen bald 41-Jährigen, der immer noch zur absoluten Elite zählt, aber auch jederzeit beschließen könnte, dass es jetzt aber wirklich reicht.
Clevelands Vorteil: Als derzeitiges Second-Apron Team hätten sie ab der Saison 2026/27 mehr Flexibilität. Aber zu welchem Preis? Als Wunschort prominenter Free Agents galt Cleveland noch nie. Möglicherweise böte sich ein ähnlicher Trade wie damals für Donovan Mitchell an, um einen weiteren Star nach Ohio zu holen. Nur hätte Cleveland dann weniger interessante Spieler für andere Teams.
Die Lakers sind nach der Ayton-Verpflichtung wiederum weniger auf einen weiteren Center angewiesen, wenngleich Allen, dessen Abschlüsse größtenteils direkt am Ring erfolgen, der beim Pick and Roll zudem gern Richtung Korb rollt, bestens zu Doncic passen sollte. Garland als Offball-Schütze mit Hang zur Kreation eigener und fremder Würfe klingt ebenfalls verlockend. Nur wären die Lakers mit dem kleinen Guard defensiv noch anfälliger.
Dallas Mavericks: Paket um Lively und Washington
War es immer Nico Harrisons Plan? Doncic wegschicken, um sich am Ende LA’s Championship-Duo von 2020 zu sichern. Dallas’ GM wirkt eher wie ein Mann der Möglichkeit, dennoch würde LeBron den Mavs vieles abnehmen. Durch Kyrie Irvings Verletzung fehlen Dallas Spieler, die verlässlich für sich und andere kreieren können. Manch einer mag sogar einen Mangel an sicher dribbelnden Mavs diagnostizieren. Viel lastet daher auf Nummer-1-Pick Cooper Flagg, der als eigentlicher Flügel angeblich auch Point-Guard-Aufgaben übernehmen soll. LeBron könnte dort helfen.
Klüger als James ist schließlich immer noch kaum einer. Eventuell müsste Anthony Davis dann wieder regelmäßig als Center spielen, vor allem, sobald Kyrie zurück ist und sich LeBron zwischen zwei ehemaligen Meisterschaftskollegen aufstellen kann. Möglicherweise findet James die richtigen Argumente für AD. Zumal ein Trade Dallas’ Center-Rotation ausdünnen könnte.
Klar, die Lakers haben jetzt Ayton. Dereck Lively könnte für LA dennoch die spannendste Personalie sein. Die Verletzungen schrecken etwas ab, dafür hat der Center in den Playoffs bereits Fähigkeiten bewiesen, die ihn zu mehr machen als einem bloßen Pick-and-Roll-Spieler, der Lob-Anspiele von Doncic durch den Ring drücken kann. Lively beschützt den Ring, ist schnell vorne. Vor allem trifft er aus dem Roll heraus blitzartig Entscheidungen und kann so Mitspieler einsetzen. Das verleiht einer Offense zusätzlich Dynamik. Das Zusammenspiel mit Doncic funktioniert ebenfalls.
PJ Washingtons Vertrag läuft zwar aus, als großer Wing, der solide von draußen wirft, physisch verteidigt, auch gegen größere, ist er dennoch interessant. Nur reicht das nicht, da Lively noch auf seinem Rookie-Vertrag spielt. Gehälter so zu kombinieren, dass die Mavs LeBron aufnehmen können, ist daher kompliziert, wenn Dallas seine Tiefe nicht komplett opfern will. Entsprechend müsste womöglich ein zusätzliches Team helfen. Eventuell bleibt es aber auch bei einem frommen Wunsch.
Ein Dark Horse?
New York Knicks: KAT oder Robinson?
Erst die Lakers, danach die Knicks wieder zur Meisterschaft zu führen, LeBrons Standing unter den besten aller Zeiten verbesserte sich wohl noch einmal zusätzlich. Aber ob die Knicks interessiert sind? Center hätten sie. Mitchell Robinson als Ringbeschützer, Rebounder, Pick-and-Roll-Partner und Lob-Ziel für Doncic wäre sicher interessant. Vielleicht auch OG Anunoby oder Mikal Bridges. Nur würden die Knicks so wieder ein Stück ihrer gerade gewonnen, dezenten Tiefe herschenken.
Auch die Idee "Karl-Anthony Towns für LeBron", dazu passende kleine Verträge, könnte locken. Zumal ein zusätzlicher verlässlicher Creator vom Perimeter neben Jalen Brunson helfen könnte. Aber wie gut passt KAT zu Doncic, Reaves und den Lakers; und wollen die Knicks am Ende mit neuem Coach und neuer Bank einen neuen Versuch mit bewährten Kern starten
Fazit:
Hätte LeBron wirklich wechseln, sich sein Team aussuchen wollen, er hätte einfach seine Player Option verstreichen lassen können. Er zog sie und hat nun, abgesehen von seiner No-Trade-Klausel, dank der er Deals verweigern kann, kaum Druckmittel. Entsprechend dürften die Lakers nur Deals besprechen, von denen sie wirklich profitieren. Die Cap-Situationen der unterschiedlichen Interessenten und LA’s erschweren einen Deal zusätzlich. Trotz Rich Pauls deutlichen Worten erscheint ein Deal unwahrscheinlich. Gleichzeitig hat die NBA schon verrücktere Dinge gesehen.