Die Orlando Magic haben im Sommer keine halben Sachen gemacht. Nach zwei Erstrunden-Niederlagen in Folge war klar: Das Team braucht mehr Playmaking und vor allem mehr Shooting. Mit dem Trade für Desmond Bane und der Verpflichtung von Tyus Jones ist das Front Office die größten Baustellen direkt angegangen, auch wenn die Rechnung dafür ordentlich hoch ausfällt. Orlando bewegt sich bereits jetzt in der Luxussteuer und muss für die kommenden Jahre mit den engen Regeln rund um das Second Apron arbeiten.
Orlando Magic: Was in der Offseason passiert ist
Der Blockbuster-Deal für Bane war der Startschuss. Orlando schickte mehrere Erstrundenpicks und Spieler wie Cole Anthony und Kentavious Caldwell-Pope nach Memphis, um sich einen der zuverlässigsten Schützen der Liga zu sichern. Bane bringt aber nicht nur sein starkes Shooting mit (knapp 41 Prozent von der Dreierlinie über die Karriere), sondern auch verbessertes Playmaking. Er soll die Offense, die vergangene Saison noch zu den drei schwächsten der Liga gehörte, auf ein neues Level heben.
Mit Tyus Jones (1 Jahr, 7 Mio. US-Dollar) kam zudem ein erfahrener Point Guard ins Team, der für Ruhe und Struktur sorgen soll. Seine niedrige Fehlerquote und sein sicheres Händchen im Spielaufbau machen ihn zu einer idealen Ergänzung neben Jalen Suggs, der nach seiner Verletzung zurückkehrt. Darüber hinaus wurde mit Paolo Banchero (5 Jahre, bis zu 287 Mio. US-Dollar) und Moritz Wagner (1 Jahr, 5 Mio. US-Dollar) verlängert, während im Draft mit Jase Richardson ein weiterer Guard mit Offensivpotenzial verpflichtet wurde.
Auf der anderen Seite gab es ein paar Abgänge: Neben Anthony und Caldwell-Pope verließen auch Gary Harris und Caleb Houstan den Klub. Insgesamt hat Orlando seinen Kader klar auf Offensive getrimmt, ohne dabei die defensive Identität komplett aufzugeben.
Orlando Magic: Zu- und Abgäge
Zugänge: Tyus Jones (Suns), Desmond Bane (Grizzlies), Jase Richardson, Noah Penda (beide Draft)
Abgänge: Kentavious Caldwell-Pope (Grizzlies), Cole Anthony, Gary Harris (beide Bucks), Caleb Houstan
Orlando Magic: Die Ausrichtung der Franchise
Die Richtung ist eindeutig: Gewinnen, und zwar jetzt. Nach Jahren des Aufbaus mit klugen Draft-Picks wie Banchero, Franz Wagner und Suggs hat Orlando den Schalter umgelegt. Das Team sieht sich als ernsthaften Contender im Osten und ist bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen.
Natürlich hat das seinen Preis. Schon in der kommenden Saison zahlt Orlando Luxussteuer, in den Jahren danach wird es mit Blick auf das Second Apron noch enger. Große Flexibilität bei Trades gibt es durch den Bane-Deal kaum noch, weil die meisten First-Round-Picks der Zukunft schon weg sind. Umso mehr hängt alles davon ab, dass der aktuelle Kern funktioniert und die Entwicklung der jungen Stars weitergeht.
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Orlando Magic: Wo die Schwächen liegen
Trotz der Aufrüstung bleiben Fragen offen. Die Gesundheit der Schlüsselspieler ist die größte Unbekannte: Banchero, Wagner und Suggs verpassten alle viele Spiele in der vergangenen Saison. Wenn dieses Trio nicht regelmäßig zusammen auf dem Court steht, sinken die Chancen auf Erfolg deutlich.
Auch offensiv darf man sich nicht täuschen lassen: Bane ist ein klarer Gewinn, aber er allein wird Orlando nicht automatisch zu einer Top-Offense machen. Das Team war letzte Saison Letzter bei den getroffenen Dreiern (11,2) und auf Platz 27 im Offensivrating. Es wird also dauern, bis die neuen Puzzlestücke wirklich zusammenpassen. Zudem bleibt die Frage, ob es genug verlässliche Spieler neben Banchero gibt, die in engen Playoff-Spielen Verantwortung übernehmen können.
Orlando Magic: Die Prognose
Die Magic gehen so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr in eine Saison. Mit einer der besten Defenses der Liga als Fundament und einer Offense, die dank Bane und Jones deutlich gefährlicher aussehen sollte, ist ein klarer Sprung nach oben möglich. In der regulären Saison dürfte Orlando im Osten realistisch um die Top 4 mitspielen.
In den Playoffs liegt der Fokus klar darauf, endlich die erste Serie seit über einem Jahrzehnt zu gewinnen. Dafür hat das Team jetzt die nötige Qualität und Tiefe, vorausgesetzt die Stars bleiben gesund. Der ganz große Durchbruch bis tief in die Playoffs wirkt zwar noch etwas früh, aber Orlando hat sich in eine gute Position gebracht.
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