Fehlercode: %{errorCode}

Haifischbecken im Haus, Waffen beim Training: "No Chill Gil" feiert Geburtstag

kicker

Obwohl die aktive NBA-Karriere von Gilbert Arenas nun schon fast 14 Jahre zurückliegt, ist sein Name in der Berichterstattung immer noch gegenwärtig. Selbst Basketballfans der jüngeren Art werden ihm wohl schon häufiger über den Weg gelaufen sein.

Das ist freilich kein Zufall. War Arenas schon während seiner NBA-Zeit einer der extrovertierteren Profis, knüpfte er nach Ende seiner Karriere nahtlos daran an. Heute ist er Vielen für seine kruden Thesen zum Tagesgeschehen bekannt.

Arenas spielt sich mit kruden Aussagen immer wieder in die Schlagzeilen

Erst im Vorjahr sorgte "Agent Zero" für Schlagzeilen, als er Nikola Jokic als "schlechtesten MVP-Gewinner der letzten 40 Jahre" betitelte. 2022 unterstellte er Giannis Antetokounmpo, der zu diesem Zeitpunkt bereits einen NBA-Titel gewonnen hatte, Basketball noch nicht zu verstehen.

Als möglichen Gegenentwurf zur schwachen Verteidigung in der Liga brachte er einst die Idee ins Spiel, man solle doch "alle Europäer loswerden". Diese hätten Defense nicht auf dem College gelernt und seien die Schwachstellen des Teams.

Basketballfans, die die NBA und alles drumherum schon länger verfolgen, sind der Kontroversität Arenas aber schon länger gewahr. Bereits während seiner aktiven Zeit sorgte er für zahlreiche Eskapaden - angefangen noch vor dem Beginn seiner Karriere.

Nach zwei soliden Jahren am College rechnete der wurfstarke Guard 2001 felsenfest damit, in der ersten Runde des Drafts gezogen zu werden. Dabei war er sich scheinbar so sicher, dass er noch zuvor einen Kredit aufnahm und für rund 100.000 Dollar diverse Anschaffungen tätigte. "Ich habe eine Kette gekauft, meinen [Cadillac] Escalade, fünf Fernseher und eine Stereo-Anlage", verriet er Bleacher Report.

400 Dollar pro Monat: Arenas wildes Rookiejahr

Beim eigentlichen Draft fiel Arenas aber überraschend bis in die zweite Runde ab, wo ihn die Golden State Warriors erst an insgesamt 32. Stelle auserwählten. Das deutlich niedrigere Gehalt, als zuvor antizipiert, war schon ausgegeben, da hatte er die Bay Area gerade erst betreten.

Infolge lebte er in seiner Rookiesaison, laut eigener Aussage, von mageren 400 Dollar pro Monat. Essen versuchte er primär bei den Team-Events zu sich zu nehmen.

Sportlich konnte Arenas den Warriors allerdings schnell seinen Stempel aufdrücken. Er galt als einer der besten Werfer und Scorer der Liga, spielte eher wie ein Shooting Guard als ein Point Guard. Den Durchbruch schaffte der 1,93-Meter-Mann schließlich bei den Wizards, die ihn mit einem Vertrag über sechs Jahre und 60 Millionen Dollar in die Hauptstadt lockten.

Anders als zu Beginn seiner Karriere verfügte er damit über Geld, richtig auszugeben wusste er es allerdings immer noch nicht. In seiner Villa in Virginia ließ sich Arenas ein riesiges Haifischbecken mit zahlreichen ausgewachsenen Exemplaren installieren. Laut der Washington Post soll der Ex-Profi allein für Futter und Pflege der Tiere monatlich rund 6.500 Dollar ausgegeben haben.

Glücksspiel führt fast zu Kabinen-Schießerei

Bekannt wurde Arenas auch für seine Affinität zum Glücksspiel. Schon als junger Mann soll er regelmäßig mit 20.000 Dollar in Fünfdollar-Noten in die Casinos des Landes spaziert sein. Auch mit seinen Mitspielern zockte er regelmäßig, wobei ihm ein Spiel beinahe das Leben, aber ganz sicher den Ruf kostete.

Im Streit über Wettschulden schlug er seinem Teamkollegen Javaris Crittenton sarkastisch vor, ihn doch einfach umzubringen, um sich der finanziellen Last zu entledigen. Zum Training brachte er dann selbst vier (ungeladene) Handfeuerwaffen mit, die er Crittenton für die Tat anbot.

Dieser verstand den Vorschlag allerdings nicht als Scherz und packte seinerseits eine geladene Waffe aus seiner Tasche und richtete sie in der Wizards-Kabine, in der einst Michael Jordan seine Sneaker schnürte, auf Arenas. Erst das Einschreiten von Caron Butler konnte eine mögliche Tragödie verhindern.

Und obwohl Arenas kurze Zeit später für die restliche Saison suspendiert wurde, kam er wohl noch mit einem blauen Auge davon. Crittenton, der sich nach seinem Karriereaus einer Gang anschloss, wurde nur zwei Jahre später wegen Mordes bei einem Drive-by-Shooting verurteilt.

Der Vorfall war der Anfang vom Ende Arenas NBA-Karriere. Bei den Wizards wurde er das Waffendrama nicht mehr los. Auf dem Parkett löste ihn sein junger Nachfolger John Wall ab. Nach einem kurzen Intermezzo bei den Orlando Magic und in China hing er 2013 bereits mit 32 Jahren seine Schuhe an den Nagel. Die Karriere von Gilbert Arenas endete so kurios, wie sie begonnen hatte.

Lesen Sie auch: "Jordan und Co.: Die erste Meistermannschaft der Chicago Bulls"