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Das Rockets-Dilemma mit Top-3-Pick Sheppard

kicker

Die schlechtesten Teams werden im US-Draft-System mit den besten jungen Spielern "belohnt". Soweit die Theorie, doch praktisch kommt es häufiger vor, dass durch Trades gute Teams ebenfalls hohe Picks erhalten. Die Rockets befanden sich 2024 bereits im Aufschwung, als ihnen Reed Sheppard an Position drei in den Schoß fiel. Doch anders als viele andere Top-Rookies verbrachte der 1,88-Meter-Guard die meiste Zeit auf der Bank.

Aus mehreren Gründen: Ein Top-3-Pick ist nicht immer ein Top-3-Pick, der Draft 2024 gilt schon jetzt als einer der schwächeren, dazu ist Rockets-Coach Ime Udoka ein Trainer der alten Schule, der Neulinge gerne auch einmal links liegen lässt. Bei Sheppard war das nicht anders, in seinem ersten Jahr kam er in 52 Partien auf nur 12,6 Minuten im Schnitt (4,4 Punkte, 1,5 Rebounds, 1,4 Assists bei 35,1 Prozent aus dem Feld)

Argumente hatte der 21-Jährige wenig. Die Rockets hatten einen Kern und dieser erreichte mit einer defensiven Grundeinstellung Rang zwei im Westen. An Fred VanVleet ging kein Weg vorbei, dazu übernahmen auch der noch höher eingeschätzte Youngster Amen Thompson sowie Franchise-Star Alperen Sengün hier und da den Spielvortrag, für Sheppard blieb nicht viel übrig.

Kontext: Houstons Fenster ist jetzt

Diese Saison werden die Karten aber neu gemischt, VanVleet wird mit einem Kreuzbandriss lange fehlen, in Jalen Green verließ ein weiterer balldominanter Guard die Rockets, die sich dafür aber Kevin Durant gönnten. Für Sheppard ist das eine große Chance. "Die Fähigkeiten hat er", meint Udoka. "Er kann einige Dinge, die auch Fred macht und er wird eine große Rolle haben, egal, ob Fred da ist oder nicht."

Starten wird der 21-Jährige dennoch nicht, dafür setzen die Rockets auf eines der größten Lineups aller Zeiten. Nach 52 Siegen, Rang zwei im Westen und dem Durant-Trade ist der Anspruch klar: Houston will jetzt gewinnen, auch wenn neben Sheppard noch einige entwicklungsfähige Youngster im Kader stehen.

Sheppard geht in sein zweites Jahr, hat wenig NBA-Reps, aber die Skills, um neben Stars zu funktionieren: Er braucht keine hohen Usage-Quoten, um Impact zu haben, solange der Wurf im Catch-and-Shoot sitzt, die Pick-and-Roll-Reads stimmen und er defensiv am Point of Attack standhält. Die eigentliche Prüfung wird nicht das Highlight-Play sein, sondern die Konstanz über 28 bis 30 Minuten: Pace steuern, Schlussminuten sauber managen, ATO-Ansagen umsetzen - und all das in Lineups, die sofort gewinnen müssen.

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Der Entscheidungsbaum: Vertrauen vs. Veredeln

Doch hat er die Qualitäten, um für den Moment direkt einem Contender zu helfen? Gerade in den Playoffs braucht es auf der Eins einen verlässlichen Pick-and-Roll-Spielmacher. Auf Durants Eins-gegen-eins-Scoring oder Alperen Sengüns Low-/Mid-Post-Qualitäten kann man sich zwar verlassen, doch die Intensität im Halbfeld erfordert einen primären Ballhandler, der das Spiel lenkt und insbesondere im Pick-and-Roll konstant Vorteile initiiert.

Für den Moment ist das Zukunftsmusik, vermutlich wird man sich das neue Konstrukt in den ersten Monaten erst einmal anschauen. Vertraut die Franchise Sheppard, wächst er "on the fly" in die Rolle des primären Ballhandlers? Oder veredeln die Rockets ein potenzielles Trade-Paket und nutzen Sheppard - zusammen mit weiteren jungen Bausteinen - als Premium-Asset für einen Playoff-erprobten Point Guard? Beide Wege haben Kosten: Entwicklung bedeutet kurzfristige Schwankungen, ein Trade kostet Tiefe, Picks und möglicherweise einen künftigen Starter mit Star-Upside. Fest steht: Durch VanVleets Verletzung ist die Antwort keine langfristige Grundsatzentscheidung mehr, sondern eine zeitkritische Abwägung auf Titelkurs.

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