Die (möglicherweise) besten Deals des Sommers
Denver tradet Michael Porter Jr. nach Brooklyn
Indem sie Michael Porter Jr. und ihren ungeschützten 2032er First-Round Pick für Cam Johnson nach Brooklyn tradeten, setzten die Nuggets Dinge in Gang. Plötzlich hatten sie nicht nur einen günstigeren, besser verteidigenden, offensiv vielseitigeren Ersatz für MPJ, vor allem hatten sie Flexibilität. Etwas, dass Menschen in Denver in den vergangenen Jahren nur mit Nikola Jokic’ Ideenreichtum auf dem Basketballfeld in Verbindung brachten. Johnson war nur der Anfang.
Dank der neu gewonnen Flexibilität verpflichteten die Nuggets im Anschluss Tim Hardway Jr. und Bruce Brown, ertradeten zudem Jonas Valanciunas. Nun haben sie eine veritable Bank, die den Startern Pausen verschaffen und Coach David Adelman zusätzliche Optionen und spielerische Flexibilität geben kann. Das könnte am Ende der Unterschied zwischen knapper Zweitrunden-Niederlage gegen OKC und einem möglichen weiteren Meisterschafts-Run sein.
Denver Nuggets: Alle Spieler, Verträge und Gehälter
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Die Hawks gewinnen, ohne ganz große Opfer zu bringen
Es war nicht ein Deal, der Atlantas Sommer so beeindruckend macht. Der Wandel kam in Dosen, produziert nun jedoch eines der interessantesten Teams im Osten. Nach nur wenigen Monaten im Amt tauschte General Manager Onsi Saleh im Grunde, da nicht immer direkt involviert, Terance Mann, George Niang, Clint Capela und den 22. Pick im Draft gegen Kristaps Porzingis, Luke Kennard und Nickeil-Alexander Walker. Rotationsspieler gingen, einige, die große Unterschiede machen können, kamen.
Porzingis passt mit seinem Wurf und Ringschutzinstinkt perfekt nach Atlanta. Zumal er auch neben Onyeka Okongwu spielen und somit ein Lineup mit zwei Großen ermöglichen kann. Alexander-Walker bringt eine der besten Defenses am Ball mit, Kennard Shooting. So wirken die Hawks nun deutlich gefährlicher, weil talentierter und vielseitiger, als vergangenes Jahr.
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Houston holt Kevin Durant
Nicht, dass die Rockets Kevin Durant einfach so bekamen. Jalen Green ging ebenso nach Phoenix wie Dillon Brooks, ein First- sowie fünf Second-Round Picks. Dazu kommt das Alter. KD biegt auf seine letzten Karrierejahre ein, Houstons Kern um Amen Thompson, Alperen Sengün, Reed Sheppard und Jabari Smith Jr. steht am Anfang. Dort liegt jedoch der Punkt. Dank seines Scorings sollte Durant jetzt helfen - und in Zukunft. Heute, weil die Rockets eventuell einen echten, verlässlichen Scorer vom Contender-Status entfernt waren; morgen, weil der Platz, den Durant schafft, die Jungen bei der Entwicklung positiver Tendenzen unterstützen kann.
Um eine essenzielle Lücke zu schließen gaben die Rockets am Ende verschmerzbare Picks ab, dazu zwei Spieler, die nicht unwichtig, jedoch nicht zwingend Teil der großen Zukunft waren. Brooks Defense wird durchaus fehlen. Gleichzeitig verpflichtete Houston Dorian Finney-Smith, der zwar ein anderer Typ Verteidiger ist, jedoch Kompensationshilfe leisten sollte.
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Josh Giddey verlängert in Chicago
Vier namhafte Restricted Free Agents verhandelten sich durch den Sommer. Nur einer unterschrieb am Ende langfristig. Während sich Jonathan Kuminga, Cam Thomas und Quentin Grimes mittels Kurzzeitverträgen oder Qualifying Offers über die Angebotsdürre hinweghalfen, verlängerte Josh Giddey für vier Jahre und 100 Millionen bei den Bulls, die zuletzt nicht im Verdacht standen, wahnsinnig kluge Geschäfte einzufädeln. Diesmal könnte genau das jedoch gelungen sein.
Nachdem Chicago Giddey für Alex Caruso holte, dabei auf die Dreingabe von Draft-Picks verzichtete, herrschte durchaus Druck. Einen der wertvollsten Rollenspieler abzugeben, um den, der für ihn kam, nach einem Jahr für nichts zu verlieren, wäre kaum zu vermitteln gewesen. Zumal Giddey mit einem starken Saisonfinish durchaus Argumente auf seiner Seite hatte. Ein entscheidender Punkt. Ist der Giddey der finalen Saisonwochen der Giddey der Zukunft, sind 25 Millionen im Jahr mehr als zu rechtfertigen.
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Zwischen März und Playoffstart assistierte er 36,3 Prozent der erfolgreichen Würfe der Bulls und lag damit auf Rang fünf unter den Point Guards, noch vor James Harden und Luka Doncic. Dazu verbesserte Giddey deinen Dreier deutlich und kratzte über die letzten Saisonwochen an einem Triple Double. Noch wichtiger: Die Bulls gewannen 15 ihrer letzten 23 Spiele. Ist das die Basis für die kommenden Jahre, sieht der Vertrag durchaus gut aus.
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Brook Lopez und Bradley Beal zu den Clippers
Bradley Beal nicht mehr bei sich zu haben, sehen die Suns als Gewinn. Bradley Beal bei sich zu haben, sehen die Clippers als Gewinn - und beide könnten Recht behalten. Zumal Phoenix’ Buyout einen Zweijahresvertrag in LA über 11 Millionen Dollar ermöglichte. Potenziell ein hervorragender Deal. Zwar ist Beal verletzungsanfällig, werfen, kreieren, Defenses bestrafen kann er aber immer noch. Er mag kein dritter Star (mehr) sein. Doch er bleibt ein exzellenter Basketballer.
Was auch auf Brook Lopez zutrifft. Auch mit 37. Sein Dreier in Verbindung mit seinem Ringschutz macht den Champion von 2021 für die Clippers so wertvoll. Zumal sie in Runde eins der Playoffs 2024/25 gegen die Nuggets irgendwann kaum noch physische Antworten auf Nikola Jokic fanden. Ivica Zubac rieb sich defensiv auf und verlor irgendwann ein Stück Energie. Lopez gibt den Clippers zusätzliche Physis, dank seines speziellen Profils als großer Schütze zudem weitere strategische Mittel. Es ist kein Deal für die Zukunft, in den kommenden beiden Jahren kann der Center den Clippers zu einem soliden Preis (insgesamt 18 Millionen Dollar) aber durchaus helfen - wobei im Intuit Dome natürlich alles am Ausgang der Kawhi-Saga hängt.
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Die (möglicherweise) schlechtesten Deals des Sommers
Die Pelicans schicken einen ungeschützten First-Round Pick nach Atlanta
Es ist vollkommen in Ordnung, dass die Pelicans unbedingt Derik Queen wollten. Selbst wenn er offensiv zwar begabt ist, der Wurf jedoch (noch) nicht zu seinen Stärken zählt, was Platzprobleme neben Zion Williamson verursachen könnte. Potenzial zu sehen, Potenzial zu wollen und entsprechend zu handeln, ist per se kein Fehler. Und vielleicht entwickelt sich der Deal auch zu einem Gewinn für New Orleans. Für den Moment wirkt er mindestens fragwürdig.
Nicht wegen Queen, nicht wegen des Fits. Wegen des Preises. Um im Draft von Position 23 auf 13 hochtraden zu können, schickten die Pelicans ihren eigenen 2026er First-Round Pick nach Atlanta. Ungeschützt. Stünden sie im Verdacht, kommende Saison einen tiefen Playoff-Run zu starten, verschmerzbar. Angesichts der Stärke des Westens und der eigenen Schwäche - trotz Talent befindet sich das Team weiter in der Entwicklung - erscheint ein weiterer Gang in die Lottery jedoch wahrscheinlicher. Auswählen dürfen dann jedoch die Hawks.
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Damian Lillards Buyout
Damian Lillard und Milwaukee. Irgendwie sollte es nicht sein. Verfestigt sich die Erkenntnis, ergibt es durchaus Sinn, zwei Alternativrouten zu suchen. Nur drückten die Bucks einen SUV durch ein schmales Gässchen. Das hinterlässt zwangsweise Schäden. Indem sie Lillard aus seinem noch 113 Millionen schweren, für weitere zwei Jahre gültigen Vertrag herauskauften und ihn danach stretchten, banden sie sich für die kommenden fünf Jahre pro Saison 22,5 Millionen Dollar an den Cap; Geld, das sie nicht anderweitig investieren können.
Alles für Myles Turner. Der Center ist gut, immer wieder sogar sehr gut, stand in jedem einzelnen Spiel von Indianas Finals-Run auf dem Court. Er kann das Feld für Antetokounmpo breit machen, gleichzeitig den Ring beschützen. Was er nicht ist: ein zweiter Star, der selbst Offense kreieren kann. Genau das bräuchten die Bucks jedoch. Dank Giannis sind sie immer ein gutes Team, haben sie immer Potenzial.
Fundamental verbessert hat sich Milwaukee im Vergleich zur vergangenen Saison jedoch nicht. Das wäre jedoch selbst im schwachen Osten wichtig, um Cleveland, den Knicks oder Magic gefährlich zu werden. Am Ende signalisierten die Bucks Giannis, dass sie bereits sind, vieles zu unternehmen, um ihn glücklich zu machen. Wie glücklich der zweifache MVP sein kann, wird die kommende Saison zeigen.
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Bradley Beals Buyout
Irgendetwas mussten die Suns unternehmen. Das Experiment Beal-Booker-Durant war gescheitert. Kaum eine Franchise wirkte vergangene Saison unzufriedener mit sich selbst und der Welt um sie herum. KD für Jalen Green und Dillon Brooks nach Houston zu traden, war daher durchaus verständlich. Nach Abnehmern für Beal zu suchen, ebenfalls. Das Problem: Dank seiner No-Trade-Klausel konnte Beal jeden möglichen Deal verweigern. Also ging Phoenix den Milwaukee-Weg und kaufte den Guard aus seinem Vertrag heraus. Resultat: Über die kommenden fünf Jahre steht Beal mit jeweils 20 Millionen Dollar in den Büchern. Das nimmt Handlungsspielraum.
Für den Moment sparen die Suns vor allem Geld. Jede Menge Geld. Auf über 200 Millionen könnten sie Summe laut ESPN kommende Saison ansteigen. Davon profitiert Besitzer Matt Ishbia. Das Problem: Phoenix hat kaum interessante Assets in Form Picks - bis 2031 können sie keinen eigenen traden -, zudem sind Durant und Beal weg und Devin Booker erhielt eine teure Verlängerung über zwei Jahre und 145 Millionen Dollar auf seinen ohnehin noch gültigen, 171 Millionen Dollar schweren Dreijahresvertrag. Während Milwaukee durch die Lillard-Entlassung Cap-Platz für Turner schuf, bekamen die Suns nichts, was auf dem Court hilft.
Phoenix Suns: Alle Spieler, Verträge und Gehälter
Jordan Poole kommt für CJ McCollum nach New Orleans
CJ McCollums Zeit in New Orleans lief ab. Der Guard geht in sein letztes Vertragsjahr. Gleiches gilt für Kelly Olynyk, der im Deal ebenfalls Richtung Washington ging, mittlerweile aber in San Antonio landete. Jordan Poole und Yassin Bey stehen jedoch ein Jahr länger und damit mit 40 Millionen Dollar mehr unter Vertrag. Nicht optimal. Zumal Poole in Washington nicht seine produktivste Phase erlebte. Statt die eigene Flexibilität zur erhöhen, für ein Team im (konstanten) Umbruch grundsätzlich entscheidend, banden sich die Pelicans durch den Deal selbst ein wenig die Hände.
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