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Im Aufwind und dennoch besorgt: Wie schließt Heidelberg die Guard-Lücke?

kicker

Playoff-Halbfinale, zahlreiche Leistungsträger verlängert, erstmalige Teilnahme an der Champions League. Die guten Nachrichten in Heidelberg wollten im abgelaufenen Sommer nicht abreißen - bis das Sportliche selbst wieder in den Vordergrund rückte. Mit fünf Niederlagen am Stück war das Team vom Neckar in die neue Saison gestartet. Von Hektik oder Beunruhigung war aber dennoch keine Spur.

Zu viel Vertrauen hatte das Umfeld in seine Entscheidungsträger auf und abseits des Feldes aufgebaut. Bis auf Bakary Dibba und Ryan Mikesell konnten nahezu alle Leistungsträger gehalten werden. Für einen kleinen Standort wie Heidelberg eigentlich ein Novum.

Hoffnung machte zudem, dass man sich in allen fünf Partien jeweils nur knapp geschlagen geben musste. Kein Duell wurde mit mehr als elf Punkten verloren. Eigentlich kurios: Noch in der erfolgreichen Vorsaison galten Siege mit wenigen Punkten Unterschied noch als Kernkompetenz der Mannschaft.

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Nach 0-5-Start: Heidelberg hat die Wende geschafft

Dass der Erfolg des vergangenen Jahres aber so nicht wiederholt werden würde, war ebenfalls allen klar. Beendet man eine Saison als Playoff-Halbfinalist, steigt die Erwartungshaltung zwangsläufig. In Heidelberg blieben alle Beteiligten aber dennoch auffällig zurückhaltend - sowohl vereinsseitig als auch aus dem Fanlager.

Das sichere Atmosphäre zahlte die Mannschaft zurück. Ausgerechnet im Europapokal platzte mit dem ersten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte der Knoten. Den 0-5-Start beantworteten die Academics mit einem 3-1-Lauf in den vergangenen rund zwei Wochen. "Wir haben drei unserer vergangen vier Spiele gewinnen können und dazu insgesamt eine ganz gute Entwicklung durchgemacht", zeigte sich Heidelbergs Sportlicher Leiter Alex Vogel zuletzt zufrieden.

Der vorläufige Saisonhöhepunkt ereignete sich am vergangenen Wochenende, wo man die Würzburg Baskets im Topspiel mit 34 Punkten Vorsprung deklassierte. Die Franken machten freilich das schlechteste Spiel ihrer bisherigen Saison, die Leistung beeindruckte aber dennoch aus einem anderem Grund.

Mit DJ Horne hatte sich nur Tage zuvor der klare Leistungsträger mittelfristig verletzt. Der Point Guard, der in den ersten drei Champions-League-Spielen im Schnitt 21 Punkte auflegte, laboriert an einer Kapselverletzung am Finger und wird wohl erst im Dezember zur Mannschaft zurückkehren.

Vogel: Horne-Verletzung hat "die Mannschaft näher zusammenrücken" lassen

Neben Michael Flowers, dessen Vertrag zuvor aufgelöst wurde, fehlt damit bereits der zweite Guard. Trainer Danny Jansson stehen - mit Ausnahme der aufgerückten Nachwuchsspieler - aktuell lediglich drei Akteure auf den Positionen 1 und 2 zur Verfügung.

Gegen Würzburg alles kein Problem. Nicht nur setzte sich fort, dass Heidelberg wieder mit einer ansteckenden Energie spielte, die zuweilen fehlte, alle Spieler setzten eine obligatorisch eingesetzte Basketball-Floskel in die Tat um: 'to step up'. "Aufgrund der Verletzungen sind wir als Mannschaft näher zusammengerückt, haben zuletzt gegen Würzburg mit einem defensiven Mindset gespielt und als Team agiert", so Vogel.

Die Reaktion zeigte die Resilienz der Mannschaft, sie ist aber auch Beleg für deren Qualität. In Hornes Abwesenheit übernahm Michael Weathers mehr Verantwortung im Spielaufbau. Der US-Amerikaner erzielte mit sieben Vorlagen auf Anhieb den zweitbesten Wert der Saison, leistete sich gleichzeitig nur zwei Ballverluste. Dazu rückte Rookie Dusan Neskovic in die Startaufstellung und machte die Lineup zu einer der größten der Liga. Es funktionierte sofort!

Ob es dabei allerdings nur um eine Energieleistung infolge Hornes Ausfall handelte oder eine nachhaltige Entwicklung wird sich heute Abend zeigen. Ab 20 Uhr gastieren die Academics beim FC Bayern und können Revanche für die verlorene Playoff-Serie der vergangenen Saison nehmen.

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