Unter dem neuen General Manager Scott Perry und Coach Doug Christie wurde der Kader über den Sommer kräftig durchgeschüttelt. Besonders für deutsche Fans ist die neue Saison spannend: Dennis Schröder, Kapitän der Nationalmannschaft und frischgebackener Europameister, ist jetzt der neue Spielmacher der Kings.
Sacramento Kings: Was in der Offseason passiert ist
Der wohl größte Einschnitt kam bereits im Februar, als Fox nach San Antonio geschickt wurde. Im Gegenzug landete All-Star Zach LaVine in Sacramento, der zusammen mit DeMar DeRozan und Domantas Sabonis das neue Offensivtrio bildet. Im Sommer folgte die Verpflichtung von Dennis Schröder, der die vakante Point-Guard-Position übernimmt. Der 32-Jährige bringt enorme Erfahrung mit. Nach Stationen bei neun verschiedenen Teams in zwölf Jahren kennt er die Liga aus dem Effeff und soll der Mannschaft Struktur geben.
Neben Schröder verstärkten sich die Kings im Frontcourt mit Dario Saric (Trade aus Denver) und Drew Eubanks. Im Draft wählte man mit Nique Clifford (24. Pick) und Maxime Raynaud (42. Pick) zwei vielversprechende Talente. Kurz vor Saisonstart stieß dann auch noch Russell Westbrook zum Team.
Sacramento Kings: Zu- und Abgänge
Zugänge: Dennis Schröder (Pistons), Dario Saric, Russell Westbrook (beide Nuggets), Nique Clifford, Maxime Reynaud (beide Draft)
Abgänge: Jonas Valanciunas (Nuggets), Trey Lyles (Real Madrid), Jake LaRavia (Lakers), Jae Crowder, Markelle Fultz, Terence Davis
Sacramento Kings: Die Rolle von Dennis Schröder
Für Schröder bedeutet der Wechsel nach Sacramento einen besonderen Schritt. Nach seiner starken Europameisterschaft mit Deutschland und einer soliden Saison in Brooklyn, bei den Warriors und den Pistons in der er 18,4 Punkte und 6,6 Assists im Schnitt auflegte, genießt er hohes Ansehen. Beim Media Day schwärmten Mitspieler wie Sabonis oder Monk von seiner Intensität und Führungsqualität. Schröder selbst begründete seine Entscheidung so: "Sie wollten genau die Art von Mentalität, wie ich sie mitbringe. Das war der Grund, warum ich mich für Sacramento entschieden habe."
Mit seiner Aggressivität in der Defense und seiner Fähigkeit, das Spieltempo zu kontrollieren, soll er der Mannschaft Stabilität verleihen. Etwas, das nach dem Fox-Abgang dringend gebraucht wird. Für die Kings ist er mehr als ein Lückenfüller.
Sacramento Kings: Chancen und Risiken
Die erste Fünf liest sich stark: Schröder, LaVine, DeRozan, Murray und Sabonis. Offensiv ist das eine Menge Qualität, auch wenn sich erst zeigt, wie gut das Zusammenspiel zwischen den Stars funktioniert. Die größte Hoffnung liegt auf Keegan Murray, der im vierten Jahr den nächsten Schritt machen soll. Er ist defensiv flexibel, kann mehrere Positionen verteidigen und ist ein exzellenter Schütze. Er gilt als X-Faktor der Saison, allerdings wird er in den ersten Saisonwochen verletzt fehlen.
Doch es gibt auch klare Schwächen: Der Trade von Valanciunas für Saric wurde ligaweit kritisch gesehen. Hinter Sabonis fehlt nun ein verlässlicher Backup-Center. Auch die Bank insgesamt wirkt dünn, gerade im Frontcourt. Sollte Sabonis ausfallen, dürfte Sacramento große Probleme bekommen.
Sacramento Kings: Die Ausrichtung der Franchise
Die Kings haben sich in eine Art "Mittelzone" manövriert. Der Kern um Sabonis, DeRozan und LaVine ist offensiv stark, aber defensiv anfällig und nicht mehr der Jüngste. Gleichzeitig drängen Talente wie Clifford oder Raynaud auf Spielzeit, bekommen diese aber womöglich nicht im nötigen Umfang. Hier wird Coach Christie Fingerspitzengefühl brauchen. Für den Moment setzen die Kings voll auf Erfahrung und die Prime ihrer Stars, Schröder eingeschlossen.
Sacramento Kings: Die Prognose
Die Kings sind schwer einzuschätzen. Auf der einen Seite haben sie mit Sabonis einen All-Star-Big, mit LaVine und DeRozan zwei Scorer, dazu den deutschen Kapitän Schröder als Motor im Backcourt. Auf der anderen Seite sind sie in der Breite schwach besetzt und stehen defensiv vor großen Herausforderungen.
Realistisch erscheint erneut ein Kampf um die Plätze 7 bis 10 im Westen, also ein weiteres Jahr in den Play-Ins. Sollten Schröder, Murray und Sabonis jedoch harmonieren und LaVine seine Scoring-Power konstant abrufen, könnte es Sacramento auch direkt in die Playoffs schaffen. Viel hängt davon ab, ob die Stars gesund bleiben und die junge Bank überraschend viel beitragen kann.
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