Seldin und Kohlberg, die bereits im August Klage eingereicht hatten, kritisieren unter anderem erschwerten Zugang zu internen Unterlagen sowie eine Kapitalaufforderung vom 2. Juni 2025, die ihrer Ansicht nach dazu dienen sollte, ihre Anteile gezielt zu verwässern. Ishbia hatte daraufhin eine Gegenklage eingereicht und den Vorgang als "Erpressungsversuch" bezeichnet.
In der neuen Klage listen die Minderheitseigner eine Reihe mutmaßlicher Pflichtverletzungen auf. Dazu zählen ein angeblich überhöhter Kredit, den Ishbia den Suns gewährt haben soll, die Vergabe der Arena-Namensrechte an seine eigene Firma United Wholesale Mortgage, sowie die Vermietung der Trainingsstätte der Phoenix Mercury an das Team, ebenfalls ohne offengelegte Konditionen.
Zudem verweisen die Kläger auf eine neu gegründete Entität namens "Player 15 Group", in der nach ihrer Ansicht Vermögenswerte liegen, die eigentlich den Suns gehören müssten. Besonders brisant: Seldin und Kohlberg behaupten, Ishbia habe bei der Kapitalaufforderung die eigenen Zahlungsfristen versäumt und sich damit selbst in eine Lage gebracht, in der seine Mehrheitsbeteiligung hätte verwässert werden können.
Ishbia wehrt sich: "Eine schamlose Erpressung"
Ishbia weist sämtliche Vorwürfe über einen Sprecher erneut zurück. Die Klage sei "kein Verfahren, sondern eine schamlose Erpressung". Er habe von Anfang an klar kommuniziert, dass er das Team anders führen werde als die vorherige Besitzergruppe und erheblich investieren wolle.
Nach Darstellung des Governors hätten die Minderheitspartner die Möglichkeit gehabt, auszusteigen. Stattdessen würden sie nun vom geschaffenen Wert profitieren wollen, ohne selbst zu investieren. Ihre Haltung, wonach Investitionen "keinen geschäftlichen Sinn" ergäben, sei rückwärtsgewandt, so Ishbia.
Finanzielle Lage unklar - weitere Klagen im Hintergrund
Seldin und Kohlberg behaupten zudem, dass Suns und Mercury seit Ishbias Einstieg 2023 Verluste schreiben. Die exakten Zahlen sind im Dokument geschwärzt. Sie kritisieren hohe Ausgaben für Spielergehälter, Trainerverträge, Luxusbereiche in der Arena sowie den Verlust zukünftiger Draft-Picks.
Der Konflikt ist nicht der einzige Rechtsstreit um die Franchise: Seit November 2024 wurden insgesamt sieben Klagen gegen die Suns eingereicht, darunter Beschwerden von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden zu Diskriminierung, Vergeltung, Belästigung und ungerechtfertigter Kündigung.
Ishbia zeigte sich zuletzt gelassen. In "NBA Today" erklärte er, die Suns hätten noch keine einzige Klage verloren und er rechne nicht damit, dass sich das ändere.
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