Die Szene ereignete sich nach einem Foul an Münchens Kamar Baldwin beim Drive zum Korb. Der georgische Nationalspieler behielt den Ball nach dem Pfiff in der Hand, woraufhin Mattisseck ihm diesen recht rabiat entwenden wollte. Die Aktion zog ein kleines Handgemenge nach sich, in der sich auch Andreas Obst einschaltete.
"Als ich Baldwin den Ball geklaut habe, hat er gesagt 'Jonas, hör auf damit'. Dann meinte ich: 'Okay, Andi. Du hast Recht'", erklärte Mattisseck die Szene schmunzelnd am Dyn-Mikrofon und fügte hinzu: "Eine Minute später hatte Oscar [da Silva, Anm.] den Ball in der Hand. Dann habe ich gesagt: 'Okay Oscar, dir klaue ich den Ball nicht."
Die etwas provokante Aktion erklärte der Albtross mit der Intensität des Moments: "Die Hitze des Spiels. Ich war dann auch aufgeheizt. Aber es gibt natürlich keine Hard Feelings. Da waren einfach pure Emotionen im Spiel."
Mattisseck: "Hatten den längeren Atem"
Möglicherweise machten diese letztlich auch den sportlichen Unterschied. Nach zwischenzeitlichem Rückstand von acht Punkten wendete Berlin die Partie in den finalen Minuten. Das Schlussviertel insgesamt ging sogar mit 23:9 an die Albatrosse.
"Wir hatten am Ende einfach den längeren Atem und vielleicht auch das Quäntchen mehr Energie", erklärte Mattisseck das späte Comeback. "Dass wir das Spiel nach dem Rückstand an uns gerissen haben, zeigt auch sehr viel Charakter von uns."
Nach dem durchwachsenen Saisonstart - inklusive Niederlage gegen Aufsteiger Trier - scheint sich Alba Berlin nun rehabilitiert zu haben. Dem Sieg gegen die Bayern war ein Statement-Erfolg gegen ratiopharm Ulm im BBL-Pokal vorausgegangen. Erneut gefordert sind die Hauptstädter am kommenden Dienstag, wenn man in der Champions League den CEZ Nymburk empfängt.
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