Es sah einige Male in diesem Finale der Basketball-EM nicht gut aus für das DBB-Team. Die Türkei führte mehrfach im vierten Viertel mit zwei Ballbesitzen, Deutschland lief Gefahr, abreißen lassen zu müssen. Doch sie ließen es nicht zu. Als die Bühne am größten war, lieferte das komplette Team.
Dennis Schröder gehören am Ende mit seinen entscheidenden Punkten die Schlagzeilen (und das zurecht), aber als es eng wurde, trat das Team geschlossen auf. Alle hatten ihren Anteil. Isaac Bonga verteidigte leidenschaftlich, verwandelte wichtige Dreier. Neuling Tristan da Silva lieferte wichtige Produktion, Andi Obst traf immer dann, wenn Punkte nötig waren.
Johannes Thiemann opferte sich gegen Alperen Sengün in der zweiten Halbzeit auf, Daniel Theis machte seine einzigen Punkte per Dreier in der Crunchtime. Franz Wagner war deutscher Topscorer, doch am Ende waren dann andere zur Stelle.
DBB-Team: Da, wo sie hingehören
Die Liste kann beliebig weitergeführt werden. Am Ende setzte sich das Kollektiv gegen ein türkisches Team durch, das lange etwas überlegen war, dem in der Schlussphase aber offensichtlich die Puste ausging.
Das DBB-Team legte hingegen einen Zahn zu, konnte sich auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre verlassen. Jedes Rädchen griff ins andere, man trat mit der Selbstverständlichkeit eines Welt- und nun auch Europameisters auf. Franz Wagner hatte ergo recht, als er MagentaSport sagte: "Wir sind da, wo wir hingehören."
Es ist eine Mannschaft voller Siegertypen, die sich alle einem Ziel verschrieben haben - und dieses Ziel wurde erneut erreicht. Womöglich war die Enttäuschung von Olympia und Platz vier dafür nötig, denn dieses Team war über sechs Wochen auf einer Mission. Deutscher Basketball ist nicht nur mad sexy (cc Moritz Wagner), sondern auch mad erfolgreich.