Wollen junge Spieler in Europa den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen, dann ist ratiopharm Ulm eines der wohl größten und besten Sprungbretter des Kontinents. Auch in der vergangenen Saison stellten die Schwaben das einmal mehr unter Beweis. Mit Ben Saraf und Noa Essengue wechselten gleich zwei Jungstars über den großen Teich in die NBA.
Doch auch über die letzte Spielzeit hinaus gelang den Uuulmern der Spagat zwischen Talentschmiede und Erfolgsfokus bemerkenswert gut. Nun sind diese Fähigkeiten erneut gefragt. Zahlreiche Leistungsträger verließen den Klub im Sommer, dazu kamen insgesamt neun Neue dazu.
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Ratiopharm Ulm: Alle Zu- und Abgänge
Zugänge: Len Schoormann (Oldenburg), Christian Sengfelder (JDA Dijon), Diego Garavaglia (Mailand), Mohamed Diakite (Saint-Quentin), Mark Smith (Nagasaki), Meissa Faye (INSEP), Malik Osborne (Rostock Seawolves), Christopher Ledlum (Pau-Lacq-Orthez)Abgänge: Ben Saraf (Brooklyn Nets), Noa Essengue (Chicago Bulls), Philipp Herkenhoff (Vechta), Justinian Jessup (FC Bayern München), Karim Jallow (Virtus Bologna), Marcio Santos (Maccabi Tel Aviv), Alfonso Plummer (Manresa)Verlängerung: Tobias Jensen (bis 2027)
"Einige Legenden nicht mehr dabei"
Neben den beiden NBA-Talenten Essengue und Saraf verabschiedete der Klub noch zahlreiche weitere Schlüsselspieler. "Wir haben einige Legenden nicht mehr dabei", resümierte Sportdirektor Thorsten Leibenath treffend.
Wen er damit meint, liegt auf der Hand: Philipp Herkenhoff - seit 2021 in Ulm - kehrte zu seinem Ausbildungsklub Vechta zurück. Publikumsliebling Tommy Klepeisz bekam mit 34 Jahren keinen neuen Vertrag. Playoff-Schlüsselspieler Karim Jallow schloss sich indes EuroLeague-Teilnehmer Virtus Bologna an.
Und noch ein Abgang schmerzt dem Ulmer Herzen: Center Nico Brezel - seit der U8-Jugend und damit 17 Jahre Teil des Vereins - erhielt ebenfalls kein weiteres Arbeitspapier. Für ihn geht die Reise in der Pro A bei den Kirchheim Knights - lediglich eine Autostunde vom ehemaligen Zuhause - weiter.
Ulm angelt sich erneut europäische Toptalente
Auf der Habenseite kam man in Ulm angesichts der hochdotierten NIL-Verträge zunächst ins Schwitzen. Schließlich ist für die Nachwuchstalente an den US-Colleges nicht nur ein Hochschulabschluss, sondern auch ein inzwischen überdurchschnittliches Gehalt drin.
Gleich Anfang Juli konnte Ulm jene Zweifel allerdings aus der Welt schaffen. Mit dem Franzosen Mo Diakite (18) sicherte man sich für drei Jahre die Dienste eines athletischen Forwards mit gutem Distanzwurf. In Flügelspieler Diego Garavaglia (18) von EuroLeague-Klub Armani Mailand stach man sogar gleich mehrere internationale Topklubs aus. Wie ihre Vorgänger Saraf und Essengue haben auch diese beiden begründetes NBA-Potenzial.
Auch einen möglichen Jallow-Ersatz scheint man in Ulm gefunden zu haben. Der US-Amerikaner Chris Ledlum "gilt als athletisches Kraftpaket mit Scoring-Qualitäten" schreibt der Klub auf seiner Website. Nach einer herausragenden Saison in der zweiten französischen Liga verdiente sich der 24-Jährige zudem eine Einladung ins Summer-League-Team der Houston Rockets.
Ratiopharm Ulm: Kader im Überblick
Einschätzung vor der BBL-Saison
Mit seinen neun Neuzugängen geht Ulm als große Blackbox in die neue Saison. Trainer Harrelson machte nicht umsonst deutlich: "Das ist der größte Umbruch meiner Karriere." Gleichzeitig war sich der Erfolgstrainer aber auch sicher: "Das ist der beste Start, den ich in 13 Jahren als Headcoach jemals hatte", meinte er in Bezug auf die Vorbereitung seines neu zusammengebastelten Teams.
Rein die Ergebnisse der Vorbereitung schienen dagegen noch nicht allen Zweifeln erhaben zu sein. Aus den fünf Testspielen vor Saisonbeginn gewannen die Ulmer nur drei. Niederlagen gab es ausgerechnet gegen die BBL-Konkurrenz aus Bamberg und Würzburg. Bei all den Neuerungen wäre ein perfekter Start in die Saison aber auch die größte Überraschung.
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